Erdfarben

Die ältesten Bilder, die Menschen gemalt haben, sind 40.000 Jahre alt. Die Farben dafür wurden aus Gesteinen gewonnen. Pigmente sind feinste Farbteilchen, die sich schrittweise auch aus Boden herstellen lassen. Diese Farben sind kostengünstig, frei verfügbar und besonders dauerhaft.

  1. Sammeln: Eure Kinder sammeln ausgestattet mit einem Eimer und einer Handschaufel Bodenfarben in der Natur. Der farbige Boden kann aus verschiedenen Tiefen stammen. Die Menge pro Farbton sollte etwa einen Liter betragen.
  2. Zerkleinern: Das Bodenmaterial wird in einem großporigen (Nudel-)Sieb zerkleinert und gesiebt. Lebewesen und große Bestandteile wie Stöckchen, Blattreste und Steine werden so aussortiert.
  3. Trocknen: Das Material mindestens so lange an einem sonnigen und trockenen Ort stehen lassen, bis es keine fühlbare Feuchtigkeit mehr enthält und locker zerfällt.
  4. Farbpigmente aufbereiten: Nun werden immer ca. drei bis fünf Esslöffel des Bodens durch ein Küchensieb in eine Schüssel gestrichen – das verlangt Ausdauer! Die aufgefangenen Bodenteilchen zeigen schon ihre besondere Farbe. Dann die Pigmente in einem Mörser durch Reiben mit dem Stößel (nicht Klopfen – Bruchgefahr!) weiter zerkleinern. Je feiner sie sind, desto kräftiger und deckender wird die spätere Farbe.
  5. Farbe herstellen: Die farbigen Teilchen werden mit Lösungs- und Bindemitteln, zum Beispiel Tapetenkleister (wenig!) und Wasser gemischt und durchgerührt. Am besten erst mit kleinen Probemengen arbeiten.
  6. Testen und Qualität beurteilen: Eine gute Farbe lässt sich leicht auftragen, haftet auf dem Untergrund und ist deckend. Erste Versuche können eure Kinder auf einem stabilen Papier machen. Durch den Einsatz verschiedener Pinselformen, der Finger oder kleiner Stöckchen lassen sich die unterschiedlichsten Ergebnisse erzielen. Und während sich die Steinzeitmenschen gemeinsam auf Höhlenwänden verewigt haben, tun das die Kinder auch – sie gestalten auf der Rückseite einer Tapetenrolle ein Gruppen-Boden-Bild!

Eine wichtige Verarbeitungsregel ist, dass alle Werkzeuge trocken sind und nur mit jeweils einer Farbe beziehungsweise einem Boden in Berührung kommen. Also: Nach jedem Arbeitsgang alle Werkzeuge gut trocken reinigen oder trocknen!

Tipp: Wer Bedenken hat, mit Tapetenkleister zu arbeiten, kann Leim aus Mehl oder Stärke auch selbst herstellen.


Was brauche ich?

Kind mit Lupe

Eimer

kleine Kellen

Bodenmaterial in verschiedenen Farbtönen

Esslöffel

Küchensiebe

Durchschläge

Sammelgefäße

Mörser und Stößel

verschiedene kleine Pinsel

Tapetenkleister

sehr kleine Gefäße

Eislöffel oder halbierte Holzspieße

stabiles Papier

kleine Leinwandrahmen