previous next Up Title Contents

J. Integrierte Umweltpolitik als Zukunftsaufgabe

Der vorliegende "Umweltbericht 1996" hat gezeigt, daß die traditionellen Handlungsbereiche des Umweltschutzes mit unverändertem Gewicht fortbestehen und daß in diesen Bereichen umfangreiche Sachaufgaben erfüllt worden sind und auch künftig noch zu erfüllen sein werden. Neue Sachaufgaben wie die Gentechnik und neue rechtliche Instrumente wie die Umweltverträglichkeitsprüfung oder das Öko-Audit sind hinzugetreten. Gerade die neueren rechtlichen Instrumente, zu denen die Europäische Union den maßgeblichen Impuls gegeben hat, zeigen in sich bereits eine Ausweitung über die traditionellen Handlungsformen und Gegenstandsbereiche hinaus: Eine Umweltverträglichkeitsprüfung läßt sich nicht mehr allein nur an einem einzigen Umweltmedium festmachen und das Konzept des Öko-Audit will als ökonomisch wirksames Instrument die Verantwortung für die Einhaltung umweltrechtlicher Normen auf die Selbstverantwortung der Wirtschaft hin verlagern und damit in einen anderen Beziehungszusammenhang stellen. Im Naturschutz wird deutlich, daß die herkömmliche Unterschutzstellung selbstverständlich ihre Funktion behält, daß aber die Einbeziehung des Naturschutzes in die gesamte Flächennutzung eine erst noch für die Zukunft zu leistende Aufgabe ist. Verkehrswesen und Energiewirtschaft sind längst in ihrer maßgeblichen Bedeutung für die Umweltqualität erkannt.

Sollen alle diese Aufgaben in der Zukunft bewältigt werden, bedarf es der Kombination vielfältiger politischer, rechtlicher und ökonomischer Instrumente, bedarf es der Koordination der verschiedenen Sektoren und unterschiedlicher Verantwortungsträger, bedarf es insgesamt eines vernetzten Denkens und Handelns: eine integrierte Umweltpolitik ist Aufgabe der Zu-kunft.


previous next Up Title Contents