previous next Up Title Contents
2.3.2. Methodisch-didaktische Prinzipien

Schülerorientierung

Die häufig bei Kindern vorhandene starke Motivation zur Beschäftigung mit Umweltproblemen und die Bereitschaft, sich für Tiere, Pflanzen und Natur allgemein einzusetzen, bilden günstige Grundlagen für die Auseinandersetzung mit ökologischen Grundproblemen wie dem Verhältnis Mensch - Natur. Dies wird vor allem durch bewußtes Erleben gestörter und ungestörter Umwelt in der unmittelbaren Begegnung, durch ein Erfassen mit allen Sinnen, durch Beobachten und Beschreiben ermöglicht. Umwelterziehung allgemein greift konkrete Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler in ihrem Wohn-, Schul- und Arbeitsumfeld auf und integriert Alltagssituationen in den Unterricht: z. B. als Konsumenten, als Verkehrsteilnehmer, als Spielplatzbesucher und als Erholungssuchende, als Mitglieder in verschiedenen Gruppen und Vereinen, als Verursacher bzw. Leidtragende von Umweltschäden unterschiedlichster Art. Durch die Beschäftigung mit lokalen und aktuellen Umweltproblemen fällt es leichter, Sachkompetenz zu erwerben und Brücken zu räumlich wie zeitlich ferneren Umweltproblemen zu bauen sowie Einsichten in die globale Vernetzung zu fördern.

Problemorientierung

Schulische Initiativen der Umwelterziehung orientieren sich an den realen Problemen der Umwelt. Folglich richten sich Unterrichtsinhalte auch an den in der Öffentlichkeit diskutierten Fragestellungen aus. Bei der Arbeit an konkreten Problemen erkennen die Schülerinnen und Schüler die komplexe Struktur solcher Probleme. Sie erkennen vorhandene Defizite ihrer Kenntnisse und sind durchaus motiviert, sich auch mit relativ unbeliebtem Stoff zu beschäftigen, der zur Lösung des Problems erforderlich ist.

Ziel der Umwelterziehung ist es, einen Beitrag zur Lösung eines konkreten Problems zu leisten. Soll Umwelterziehung Engagement statt Resignation auslösen, bedarf es solcher Erfolgserlebnisse, um die Erfahrung zu vermitteln, selbst etwas bewirken zu können. Andererseits bieten sich gerade hier auch Möglichkeiten, das Austragen von Konflikten und das Ertragen von Mißerfolgen zu üben.

Handlungsorientierung

Umwelterziehung soll Verantwortungsbewußtsein, vor allem aber auch die Bereitschaft zu bewußtem Handeln fördern. Bewußtes Handeln als Unterrichtsergebnis wie als Unterrichtsmethode setzt Handlungskompetenz voraus. Grundlagen von Handlungskompetenz im Umweltbereich werden durch Aneignung von notwendigem Wissen, Erkennen und Bewerten von Strukturen und Zusammenhängen und durch eigenes Handeln oder durch Vergleich von Lösungswegen gelegt.

Handlungsorientierte, ganzheitliche und Selbständigkeit fördernde Verfahren wie themenzentrierter, projektorientierter Unterricht, Freiarbeit, Wochenplanarbeit und andere Verfahren entsprechen den Intentionen.

Umweltschonende Verhaltensweisen im Umgang mit Fauna und Flora werden auch auf Wandertagen, bei Schulfahrten und Sportveranstaltungen eingeübt. Ziele für Klassenfahrten sollten unter ökologischen Gesichtspunkten ausgewählt und mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln angesteuert werden.

Ganzheitliches Lernen in der Umwelterziehung bezieht sich aber nicht nur auf den inhaltlichen Aspekt des interdisziplinären Lernens, sondern bedeutet auch vernetztes Denken. Desweiteren bedeutet Ganzheitlichkeit aber auch eine Form des Lernens, in der sich der kognitiv-rationale Aspekt mit dem affektiv-emotionalen verbindet und zu konkretem Handeln führt. Interdisziplinäres Lernen kostet Zeit und setzt einen pädagogischen Freiraum voraus, der in den Lehrplänen in Rheinland-Pfalz ganz bewußt eingeräumt wird und der es den Lehrerinnen und Lehrern gestattet, entsprechende Akzente zu setzen.


previous next Up Title Contents