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„Nachhaltig leben – das lohnt sich!“ war das Thema
einer gemeinsamen Informationsveranstaltung der Landfrauenverbände
und der Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz
in Göllheim. Dr. Elisabeth Seemer, Leiterin des Referates Betriebswirtschaft
und Markt bei der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, äußerte
sich dort über die Zusammenhänge zwischen Landwirtschaft, Nachhaltigkeit
und Wettbewerb.
Den noch vor wenigen Jahren weitgehend unbekannte Begriff
Nachhaltigkeit betrachtete sie dabei keineswegs als ein Produkt des Zeitgeistes
und
damit eine Erscheinung mit kurzer Lebensdauer. Nachhaltigkeit sei vielmehr
im gleichen Maße in das Bewusstsein von Verbrauchern und Produzenten
gedrungen wie die Erkenntnis, dass ein gedankenloser oder fahrlässiger
Umgang mit der Umwelt zu einer ernsten Bedrohung der natürlichen
Lebensgrundlagen führt. Heute wisse jeder, dass er die Verantwortung
für die Qualität der Lebensbedingungen von Kindern und Enkeln
mittrage. Nachhaltigkeit sei nichts anderes als die Umsetzung dieser
Erkenntnis in ein verantwortungsvolles Verhalten. In der Landwirtschaft
bedeute das eine vorausschauende Bewirtschaftung vor dem Hintergrund
eines schonenden Umgangs mit den natürlichen Ressourcen des Betriebes.
Nachhaltigkeit
und Wettbewerbsfähigkeit stehen dabei nicht im Widerspruch.
Im Gegenteil, sie gehören zusammen und bedingen einander. Eine nachhaltige
Landwirtschaft, so Dr. Seemer, funktioniert nur mit wettbewerbsfähigen
Betrieben, und die Betriebe werden ihre Wettbewerbsfähigkeit nur
erhalten können, wenn sie durch nachhaltige Bewirtschaftung ihre
Existenzgrundlage langfristig sichern.
Die Landwirtschaftskammer fördert nachhaltige Bewirtschaftung und
hat ihre aktive Unterstützung auf zwei Ziele ausgerichtet. Da ist
zum einen der Verbraucher, den es über die Bedeutung von Nachhaltigkeit
zu informieren und von der Qualität und Bekömmlichkeit nachhaltig
erzeugter Produkte zu überzeugen gilt. Da sind zum anderen die landwirtschaftlichen
Betriebe, denen die Kammer mit Beratung und konkreter Marketingunterstützung
hilft, ihre Marktposition zu festigen und auszubauen. Der erste Schritt
heißt Information. Informationsquellen stehen dem Verbraucher in
vielfältiger Form kostenlos und benutzerfreundlich zur Verfügung.
Sie müssen nur genutzt werden, am besten und einfachsten durch die
unmittelbare Kommunikation mit dem Erzeuger. Ein Gütesiegel wird
nur dann verstanden, wenn die damit verbundenen Inhalte und Kriterien
bekannt sind. Der zweite Schritt ist, die aus der Information gewonnenen
Erkenntnisse im Bewusstsein zu verankern und im Konsumverhalten konsequent
umzusetzen. Wer Nachhaltigkeit fördern will, indem er vorwiegend
auf regionale Produkte zurückgreift, nimmt in Kauf, dass es beim
heimischen Bauern keine Bananen oder Zitronen gibt, Erdbeeren erst ab
Juni Saison haben und dass die Lende eines Schweins irgendwann ausverkauft
sein kann, weil es nur zwei hat. Schließlich sollten die Zusammenhänge
zwischen Nachhaltigkeit, Ökologie und Ressourcenschonung in die
allgemeine Wertediskussion eingebracht werden, damit den heimischen Agrarprodukten
und ihren Erzeugern wieder die Wertschätzung zuteil wird, die ihnen
zukommt. Frieder Zimmermann
Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz

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