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Prof. Dr. Peter Heck, IfaS
Regionales Stoffstrommanagement – Was
ist das?
Die Optimierung von Stoffströmen wurde schon vor etlichen Jahren
in der Abfallwirtschaft und der chemischen In- dustrie angewendet um
die Kosten zu senken, Abfälle zu reduzieren und die Wertschöpfung
zu erhöhen. Auch innerhalb von Kommunen und Landkreisen wird täglich
eine Vielzahl von Stoffen produziert, genutzt und entsorgt (Abfälle,
landwirtschaftliche Produkte, Holz, Wasser, Abwasser usw.). Die in der
Region vorhandenen Stoff- und Energieströme sowie die Nutzung bisher
un- genutzter Ressourcen unter Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer
und sozialer Faktoren zu optimieren, trägt zum Klimaschutz bei und
erhöht gleichzeitig die Wertschöpfung in einer Region. Ein
Beispiel hierfür ist die Nutzung regionaler, erneuerbarer Energieträger
wie Holz oder Biomasse aus der Landwirtschaft. Durch deren Nutzung fließen
finanzielle Mittel für Energie nicht mehr aus der Region heraus,
sondern bleiben im regionalen Wirtschaftskreislauf erhalten. Was sind die Ziele und die Philosophie des IfaS?
Das IfaS hat sich zum Ziel gesetzt, die nachhaltige Optimierung von regionalen
und betrieblichen Stoffströmen in konkreten, praxisnahen Projekten
zu fördern und im Bereich der internationalen nichtakademischen
und akademischen Fort- und Weiterbildungen die Lehre des Stoffstrommanagements
zu vermitteln.
Die Philosophie des IfaS sieht in dem intelligenten und ressourceneffizienten
Umgang mit Stoffen weniger ein technisches Problem, sondern vielmehr
ein Managementproblem. Das IfaS verfolgt daher einen systemischen, businesorientierten
Ansatz zur Umsetzung einer Nachhaltigkeitsstrategie.
Worin liegt der Erfolg des IfaS?
Ziel des IfaS ist eine möglichst schnelle Umsetzung konkreter Projekte.
Oftmals geht es hierbei nicht um die Entwicklung neuer Technologien,
sondern um die innovative Kombination erprobter Techniken verbunden mit
effizientem Management. Beispielhaft ist das mit dem Deutschen Solarpreis
2005 aus-gezeichnete und durch die Landeszentrale für Umweltaufklärung
geförderte Projekt "Zero-Emission-Village Weiler- bach".
Die vom März 2001 bis Juni 2003 durch das IfaS durchgeführte
Projektstudie zeigte, dass eine CO2-neu-trale, 100 Prozent regenerative
Versorgung der 14.700 Einwohner (6.850 Haushalte) der Verbandsgemeinde
durch die regenerativen Energiepotenziale der Region und durch die ermittelten
Potenziale zur Energieeinsparung möglich ist. Im Rahmen der parallel
zur Studie initiierten praktischen Umsetzung wurden seither circa 20
Millionen Euro durch private Investoren und die Verbandsgemeinde in Projekte
wie Nahwärmenetze, Photovoltaikanlagen, Wärmedämmung und
Windkraft inves-tiert. Neben einer deutlichen Verringerung der CO2-Emissionen
werden durch diese Maßnahmen auch verstärkt regionale Ressourcen
genutzt und die regionale Wirtschaft gestärkt. Die Erfolge hierbei
sind so groß, dass durch das Projekt die Ansiedlung von Gewerbe
und Existenzgründungen im Bereich erneuerbarer Energien in der Verbandsgemeinde
initiiert wurde. Aufbauend auf diesen Erfahrungen werden derzeit 25 (Verbands-)Gemeinden
und vier Landkreise in Fragen des Stoffstrommanagements unterstützt
und beraten. 
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