46/2005
Nachhaltiger Konsum
 

Zwei Tage lang standen Vorträge und Diskussionen in der Katholischen Akademie Trier unter dem Eindruck des Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg. Dort nämlich wurde im Jahr 2002 dringend gefordert, unsere Konsumgewohnheiten zu ändern, weil wir – vor allem in den Industrieländern – eben nicht nachhaltig leben. Produkte, die sich durch hohe Effizienz, minimale Belastung der Umwelt, kurze Transportwege und fairen Handel auszeichnen, gehören nicht zu den Rennern der Konsumgesellschaft. Beispielsweise hat der VW-Konzern schon zweimal die Herstellung eines besonders sparsamen Autos eingestellt, weil die Nachfrage zu gering war.

Bei der von der LZU und der Katholischen Akademie Trier gemeinsam veranstalteten Tagung „Nachhaltiger Konsum“ stand die Frage im Mittelpunkt, wie sich mehr Nachhaltigkeit in unser Konsumverhalten einpflanzen lässt. Dazu waren Referentinnen und Referenten aus Berlin, Wuppertal, München, Koblenz, Mainz und Eichstätt angereist – und natürlich sind auch Trierer zu Wort gekommen.

Roland Horne, Leiter der LZU, wies auf die Schwierigkeit hin, nachhaltiges Konsumverhalten gegen den Trend einzuüben. Der Trend nämlich sei gekennzeichnet durch Slogans wie „Geiz ist geil“. Alles „Heil“ werde vom Wachstum erwartet. Es gehe um bigger, better, faster, more – und das so billig wie möglich. Die Erfolge in der Umweltpolitik gäben dennoch Grund zur Hoffnung, dass wir zu einer nachhaltigen Entwicklung gelangen.

Beispielsweise sei der Rhein vor wenig mehr als 30 Jahren biologisch tot gewesen. Der Fluss habe die Belastung durch Abwässer aus Privathaushalten, Industrie und Gewerbe nicht verkraften können. Forderungen, die Belastung zu reduzieren, seien noch in den 1960er Jahren nicht hinreichend beachtet worden. Erst als gar nichts mehr ging, als zwischen der Mainmündung und Köln kein Fisch mehr leben konnte, seien das Umdenken und entsprechendes Handeln mehrheitsfähig geworden. Heute sei der Rhein so sauber, dass mehr Fischarten als vor 100 Jahren darin leben.

Ähnliche Erfolge zeigte Horne auch in der Abfallpolitik und der Luftreinhaltung auf. Weil die Probleme vor der Haustür lagen, weil es um die eigene Lebensqualität ging, seien die Menschen bereit gewesen, die Umweltpolitik zu unterstützen und darüber hinaus das eigene Verhalten zu ändern. Nachhaltiger Konsum sei allerdings kaum durch Appelle, sondern eher durch Einsicht zu erreichen.

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