44-45/2005
3 Fragen zur Sache
Hans Harwardt, 1. Vorsitzender LA 21 Trier e.V. und Hans Harwardt, 1. Vorsitzender LA 21 Trier e.V.

Hans Harwardt, 1. Vorsitzender LA 21 Trier e.V.
Charlotte Kleinwächter, Geschäftsführerin LA 21 Trier e.V.

Was erklärt den Erfolg des Vereins?
Unser Verein ist gesellschaftlich breit aufgestellt und damit unabhängig in seiner Arbeit. In den beiden zentralen Gremien Vorstand und Lenkungsausschuss sind eine Reihe engagierter Einzelpersonen sowie wichtiger Organisationen, wie Stadtverwaltung, Fraktionen des Stadtrats, Kirchen, Bildungseinrichtungen, Umweltverbände und viele mehr verantwortlich eingebunden. Von Anfang an betreiben wir darüber hinaus intensive Netzwerkarbeit: Über das so genannte LAUNE-Netzwerk sind an die 90 Einrichtungen aus der Region mit unterschiedlicher Intensität in den Agenda-Prozess eingebunden. Bei unserer Arbeit profitieren wir aber auch davon, dass wir seit über fünf Jahren eine hauptamtlich besetzte Geschäftsstelle mit inzwischen drei festen MitarbeiterInnen haben.

Wie finanziert sich der gemeinnützige Verein?
Erheblichen Anteil an der Finanzierung – 2004 hatten wir einen Jahresumsatz von rund 165.000 € zu verzeichnen – trägt die Stadt Trier mit einem jährlichen Zuschuss in Höhe von 60.000 €. Unser Verein übernimmt dafür die Aufgaben, die aus dem LA21-Stadtratsbeschluss von 1998 resultieren. Über die Finanzierung von ABM-Stellen in den ersten Jahren hat auch die Arbeitsverwaltung eine wichtige Anschubfinanzierung geleistet. Dazu kommen Mittel von Stiftungen oder anderen Förderinstitutionen. Inzwischen führt die wachsende Projektorientierung zu weiteren Vereinseinnahmen. Wir moderieren beispielsweise Bürgerbeteiligungsverfahren gegen Honorar.

Was waren und sind die wichtigsten Vorhaben des Vereins?
Von Anfang an sehen wir in der Bürgerbeteiligung eine zentrale Aufgabe unseres Vereins. Im Jahr 2000 konnten wir zum Beispiel erheblich zur Meinungsbildung bei der Umgestaltung eines zentralen innerstädtischen Platzes beitragen, haben verschiedene Beteiligungsverfahren auf Stadtteilebene moderiert und führen im Moment in Kooperation mit dem städtischen Grünflächenamt eine Bürgerbeteiligung „Grün in der Stadt“ durch.

Im Bereich „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ führen wir für das Umweltministerium das Modellprojekt „Nachhaltigkeitsaudit an Schulen“ durch. Damit sollen elementare pädagogische Ziele der Schule wie Soziales Lernen, Einüben demokratischer Prozesse und politischer Initiativen, Entwicklung von Gemeinsinn und individueller Mitverantwortung, Lösen komplexer Managementaufgaben unterstützt werden. Das Nachhaltigkeitsaudit lässt sich zudem optimal in die Qualitätsprogramme einbinden, die die Schulen zurzeit erarbeiten und umsetzen.

Als begleitendes Projekt zur Landesgartenschau in Trier haben wir - unter anderem mit finanzieller Unterstützung der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz - das Zukunfts-Diplom für Kinder durchgeführt. In Zusammenarbeit mit rund 50 Organisationen und Institutionen aus Stadt und Region Trier wurde ein interessanter Veranstaltungskalender zum Thema „Zukunftsfähigkeit“ für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren zusammengestellt. 219 Kinder haben wenigstens sechs dieser Veranstaltungen besucht und deshalb ihr Zukunfts-Diplom erhalten. Dieses außerschulische Angebot war so erfolgreich, dass wir es auch in diesem Jahr wiederholen. Außerdem ist es als offizielles Projekt zur UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet worden, was uns sehr stolz macht.

 

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