| Hans Harwardt, 1. Vorsitzender LA 21 Trier e.V.
Charlotte Kleinwächter, Geschäftsführerin
LA 21 Trier e.V.
Was erklärt den Erfolg des Vereins?
Unser Verein
ist gesellschaftlich breit aufgestellt und damit unabhängig
in seiner Arbeit. In den beiden zentralen Gremien Vorstand und Lenkungsausschuss
sind eine Reihe engagierter Einzelpersonen sowie wichtiger Organisationen,
wie Stadtverwaltung, Fraktionen des Stadtrats, Kirchen, Bildungseinrichtungen,
Umweltverbände und viele mehr verantwortlich eingebunden. Von Anfang
an betreiben wir darüber hinaus intensive Netzwerkarbeit: Über
das so genannte LAUNE-Netzwerk sind an die 90 Einrichtungen aus der Region
mit unterschiedlicher Intensität in den Agenda-Prozess eingebunden.
Bei unserer Arbeit profitieren wir aber auch davon, dass wir seit über
fünf Jahren eine hauptamtlich besetzte Geschäftsstelle mit
inzwischen drei festen MitarbeiterInnen haben.
Wie finanziert sich der gemeinnützige
Verein?
Erheblichen Anteil an der Finanzierung – 2004 hatten wir einen
Jahresumsatz von rund 165.000 € zu verzeichnen – trägt
die Stadt Trier mit einem jährlichen Zuschuss in Höhe von 60.000 €.
Unser Verein übernimmt dafür die Aufgaben, die aus dem LA21-Stadtratsbeschluss
von 1998 resultieren. Über die Finanzierung von ABM-Stellen in den
ersten Jahren hat auch die Arbeitsverwaltung eine wichtige Anschubfinanzierung
geleistet. Dazu kommen Mittel von Stiftungen oder anderen Förderinstitutionen.
Inzwischen führt die wachsende Projektorientierung zu weiteren Vereinseinnahmen.
Wir moderieren beispielsweise Bürgerbeteiligungsverfahren gegen
Honorar.
Was waren und sind die wichtigsten Vorhaben des Vereins?
Von Anfang an
sehen wir in der Bürgerbeteiligung eine zentrale
Aufgabe unseres Vereins. Im Jahr 2000 konnten wir zum Beispiel erheblich
zur Meinungsbildung bei der Umgestaltung eines zentralen innerstädtischen
Platzes beitragen, haben verschiedene Beteiligungsverfahren auf Stadtteilebene
moderiert und führen im Moment in Kooperation mit dem städtischen
Grünflächenamt eine Bürgerbeteiligung „Grün
in der Stadt“ durch.
Im Bereich „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ führen
wir für das Umweltministerium das Modellprojekt „Nachhaltigkeitsaudit
an Schulen“ durch. Damit sollen elementare pädagogische Ziele
der Schule wie Soziales Lernen, Einüben demokratischer Prozesse
und politischer Initiativen, Entwicklung von Gemeinsinn und individueller
Mitverantwortung, Lösen komplexer Managementaufgaben unterstützt
werden. Das Nachhaltigkeitsaudit lässt sich zudem optimal in die
Qualitätsprogramme einbinden, die die Schulen zurzeit erarbeiten
und umsetzen.
Als begleitendes Projekt zur Landesgartenschau in Trier haben wir -
unter anderem mit finanzieller Unterstützung der Stiftung Natur
und Umwelt Rheinland-Pfalz - das Zukunfts-Diplom für Kinder durchgeführt.
In Zusammenarbeit mit rund 50 Organisationen und Institutionen aus Stadt
und Region Trier wurde ein interessanter Veranstaltungskalender zum Thema „Zukunftsfähigkeit“ für
Kinder zwischen 6 und 12 Jahren zusammengestellt. 219 Kinder haben wenigstens
sechs dieser Veranstaltungen besucht und deshalb ihr Zukunfts-Diplom
erhalten. Dieses außerschulische Angebot war so erfolgreich, dass
wir es auch in diesem Jahr wiederholen. Außerdem ist es als offizielles
Projekt zur UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet
worden, was uns sehr stolz macht.

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