44-45/2005
10 Jahre verstärkte Bildung für  nachhaltige Entwicklung
10 Jahre verstärkte Bildung für  nachhaltige Entwicklung

Die Orientierung der Kultur- und Bildungsinstitutionen und der Bildungsinhalte auf das Leitbild nachhaltiger Entwicklung ist eine grenzüberschreitende, weltweite Gemeinschaftsaufgabe, für die Erfahrungen und Ideen aus allen Ländern zusammengetragen werden müssen ... Dabei müssen die Wechselwirkungen zwischen ökologischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Prozessen beachtet werden“. So steht es in der „Hamburger Erklärung“, die im Sommer 2003 verabschiedet wurde. Und was, bitte, ist die „Hamburger Erklärung“?

Es handelt sich um einen Aufruf der Deutschen UNESCO-Kommission, eine „Allianz Nachhaltigkeit Lernen“ zu bilden. Die Grundlage dafür ist der Beschluss der Vollversammlung der Vereinten Nationen vom Dezember 2002, mit dem die Jahre 2005 bis 2014 zur Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ erklärt wurden. Die UNESCO; die Sonderorganisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation, erhielt den Auftrag, die Aktivitäten der Dekade zu koordinieren und die Deutsche UNESCO-Kommission formulierte als ersten konkreten Schritt mit der „Hamburger Erklärung“ zentrale Ziele dafür. Der Deutsche Bundestag folgte am 1. Juli 2004 mit einem einstimmigen Beschluss, einen Aktionsplan für die UN-Weltdekade auf den Weg zu bringen.

Der Aktionsplan soll darauf zielen, „den Gedanken der nachhaltigen Entwicklung in allen Bildungsbereichen in Deutschland zu verankern“. Dazu sei es erforderlich, die Bildung für nachhaltige Entwicklung in alle dafür relevanten Politikbereiche zu integrieren und als Querschnittsthema zu etablieren. Konkret enthält der Aktionsplan eine Reihe von Teilzielen, die sich auf alle Bildungseinrichtungen vom Kindergarten bis zur Weiterbildungsstätte beziehen. Darüber hinaus werden die Vernetzung von Akteuren und Politikfeldern sowie die Verstärkung internationaler Kooperationen angestrebt.

Als beratendes und steuerndes Gremium hat die Deutsche UNESCO-Kommission ein Nationalkomitee eingesetzt, dessen Mitglieder zunächst für zwei Jahre berufen wurden. Der Vorsitz des Deutschen Nationalkomitees wurde dem Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Gerhard de Haan von der Freien Universität Berlin übertragen. Erstmals am 2. November 2004 hat de Haan Akteure, die an der Umsetzung der UN-Dekade in Deutschland mitwirken, als „Allianz Nachhaltigkeit Lernen“ am Runden Tisch versammelt. Als Vertreter der LZU hat ihr Leiter, Roland Horne, am ersten Runden Tisch teilgenommen. Wenig später, am 13. Januar 2005, fand beim ZDF in Mainz die Auftaktveranstaltung der Dekade statt. Dabei wurde der Nationale Aktionsplan der Öffentlichkeit vorgestellt.

Projekte und Aktivitäten, die als Beiträge zur Bildung für nachhaltige Entwicklung besonders gut geeignet sind, können als Dekadenprojekte offiziell anerkannt und dadurch ausgezeichnet werden. Für die LZU hat das Nationalkomitee die Bedeutung des Projekts „Friedenssicherung und Nachhaltigkeit“ auf diese Weise hervorgehoben. Zuvor und unabhängig von einer Bewerbung in die „Allianz Nachhaltigkeit Lernen“ war bereits die Leseliste „Kühe sind nicht lila!“ durch die UNESCO als Beitrag zur Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung deklariert worden. Die LZU hat diese Auflistung von empfehlenswerten Kinderbüchern zum Thema Natur und Umwelt gemeinsam mit der Stiftung Lesen zusammengestellt.

zum Heftindex