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"Von der Umweltbildung zur Bildung
für Nachhaltige Entwicklung" hieß ein Vortrag, der im
Festkolloquium zum 50-jährigen Bestehen der Landeslehrstätte
für Naturschutz Mecklenburg-Vorpommern gehalten wurde. Zur Demonstration,
wie man Gedanken zur Nachhaltigkeit vermitteln könne, ließ
der Referent ein Mäppchen verteilen, in dem sich sechs Wäscheklammern
befinden. Auf jeder Klammer ist das Wort "sonnentrocken" aufgedruckt.
Die Mäppchen stammen von der Landeszentrale für Umweltaufklärung
Rheinland-Pfalz.
Auf den ersten Blick sieht es so aus, als wolle die LZU zum Boykott von
Wäschetrocknern aufrufen. Tatsächlich werden Trockner und Klammern
nur als Beispiele dafür gegenübergestellt, dass es oft mehrere
Möglichkeiten gibt, zum gleichen Ziel zu gelangen. Bei der Abwägung
ihrer Vor- und Nachteile sollte die Nachhaltigkeit ein wichtiges Kriterium
sein. Das Mäppchen soll zur Meinungsbildung beitragen, aber nicht
gegen den Wäschetrockner, sondern für einen nachhaltigen Lebensstil.
"Jedes Produkt hat seinen ökologischen Rucksack", heißt
es im eingedruckten Text. Manchmal sei dieser Rucksack so schwer, dass
er uns in den Abgrund zu ziehen drohe. Was also tun? "Wie wir leben,
ist entscheidend. Es gibt immer mehr Produkte, die verantwortungsbewusst
und weitsichtig hergestellt werden und mit gutem Gewissen konsumiert werden
können. Sie zeichnen sich durch hohe Effizienz, minimale Belastungen
der Umwelt, kurze Wege und fairen Handel aus."
Wer noch nie etwas von Nachhaltiger Entwicklung gehört hat, wird
aus dem Mäppchen nicht im Detail erfahren, wohin dieses Leitbild
zielt. In groben Zügen wird ihm eine Vorstellung davon nahe gebracht:
"Nachhaltig leben heißt, so zu verbrauchen, dass auch für
andere etwas übrig bleibt. Nachhaltigkeit heißt, nicht auf
Kosten der Kinder und Enkel zu leben. Nachhaltigkeit bedeutet nicht mehr
zu verbrauchen als nachwächst. Nachhaltigkeit heißt, die Ökosysteme
so zu nutzen, dass sie auch in Zukunft noch funktionieren. Nachhaltigkeit
heißt, das, was zur Verfügung steht, auch gerecht zu verteilen."
Was Nachhaltige Entwicklung bedeuten kann, darüber wurden schon
viele Bücher veröffentlicht, viele Seminare durchgeführt,
viele Diskussionen geführt und Beschlüsse gefasst. Das alles
kann ein kleines Mäppchen mit kurzem Text und sechs Wäscheklammern
natürlich nicht ersetzen - soll es auch nicht. Es kann aber
als Stolperstein dienen, als Anlass, sich mit dem umfassenden Thema zu
beschäftigen. Und dazu ist es gedacht, dazu wurde es entwickelt.
Die LZU plant eine Reihe von Veranstaltungen mit verschiedenen Partnern,
um möglichst viele Menschen anzuregen, sich mit dem Leitbild der
Nachhaltigkeit zu befassen und an seiner Weiterentwicklung mitzuarbeiten.
Beispielsweise ist eine Seminar-Reihe mit der Katholischen Akademie in
Trier fest vereinbart. Weitere Veranstaltungen etwa mit Volkshochschulen,
mit Landfrauengruppen oder mit Agenda-21-Initiativen sind angedacht. Dabei
soll jedes Mal das Klammer-Mäppchen zum Einsatz kommen. Diesen Verwendungszweck
des Mäppchens hat Dr. Jan Dieminger, Referent des eingangs erwähnten
Vortrags, richtig erkannt - und die Erkenntnis beispielhaft umgesetzt.
Infos zum Thema "nachhaltig leben" gibt es bei der Landeszentrale
für Umweltaufklärung, Postfach 3160, 55021 Mainz und unter www.umdenken.de/lebensstil.

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