| Thomas Oelerich, Diplom-Theologe,
vier Jahre im Entwicklungsdienst in Nicaragua tätig, Öffentlichkeitsreferent
von EIRENE, Vorsitzender ELAN e.V.
Was kennzeichnet die Arbeit von ELAN?
Bei ELAN steht nicht die Förderung von Projekten in der Dritten
Welt im Vordergrund, sondern die entwicklungspolitische Bildungs- und
Öffentlichkeitsarbeit. Mit Aktionen und Kampagnen wie beispielsweise
für die fair gehandelten Kaffeesorten wollen wir auf die Zusammenhänge
zwischen Unterentwicklung im Süden und Fehlentwicklungen bei uns
im Norden aufmerksam machen und zu strukturellen Veränderungen anstoßen.
"Global denken - lokal handeln!", so könnte als Motto
über der Arbeit von ELAN stehen.
Wie trägt sich das Landesnetzwerk ELAN?
Über die Landesregierung hat es bislang eine Anschubfinanzierung
gegeben, von der wir erhoffen, dass sie in den kommenden Jahren zu einer
regelmäßigen Förderung wird. Die Kirchen auf evangelischer
und katholischer Seite sind mir ihrer Förderbereitschaft eigentlich
die Triebfeder beim Aufbau von ELAN gewesen und unterstützen unsere
Arbeit. Dazu kommen Anträge, die an Bundesministerien, an Stiftungen
oder andere Förderinstitutionen gestellt werden. So hat es auch schon
einzelne Kooperationen mit der Landeszentrale für Umweltaufklärung
gegeben.
Ein Haushalt von jährlich etwa 100.000 EUR ermöglicht dem Verein
eine kleine Bürostruktur in Mainz in einer Bürogemeinschaft
mit der InWent GmbH und die Besetzung einer hauptamtlichen Stelle, ohne
die unsere vielfältige Arbeit nicht zu bewältigen wäre.
Letztlich lebt ELAN aber von den Aktionen und Aktivitäten seiner
Mitgliedsorganisationen und dem ehrenamtlichen Engagement in diesen Gruppen
auf lokaler Ebene.
Was waren und sind die wichtigsten Projekte von ELAN?
Mit der Ausstellung "Entwicklungsland D", die wir an verschiedenen
Orten in Rheinland-Pfalz zeigen konnten, wurden unsere Konsumgewohnheiten
und unser Lebensstil hinterfragt. An der Förderung und lokalen Einführung
von fair gehandelten Kaffeesorten haben wir uns beteiligt. Vom Café
Mayence über den Neuwied-Café bis hin zum Mittelrhein-Café
gibt es heute Café-Tüten, die sich auf lokaler Ebene mit dem
fairen Handel verbinden. Den erwähnten "Tag der Entwicklungspolitik"
auf der Landesgartenschau in Trier hat ELAN initiiert und durchgeführt.
Alles Aktivitäten, um unsere gemeinsame Verantwortung für die
Eine Welt auf breitere Schultern zu legen. Die Lobbyarbeit gegenüber
der Politik ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Auch
in den kommenden Jahren wollen wir konkrete Aktivitäten durchführen,
um ein breiteres Interesse und Verständnis für entwicklungspolitische
Fragen in der Bevölkerung zu schaffen.
Begleitet werden die Aktivitäten durch Aktionsmaterial, das von
den Gruppen in ihrer lokalen Arbeit genutzt werden kann. Dazu kommt die
Vernetzungsfunktion unter den Gruppen im Land, damit Austausch und Zusammenarbeit
in der entwicklungspolitischen Arbeit gestärkt werden.

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