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Drei Fragen zur Sache
Ute Wolf

Ute Wolf, als Biologin und Erziehungswissenschaftlerin am Pfalzmuseum für Naturkunde beschäftigt, ist Initiatorin der Sonderausstellung und koordiniert das umfangreiche Begleitprogramm.

Warum haben Sie das Thema Bionik im Naturkunde-Museum aufgegriffen?

Bionik ist nicht nur ein fachübergreifendes Thema zwischen Biologie und Technik, sondern bezieht viele gesellschaftliche Bereiche mit ein, wenn es um die Suche nach umwelt- und sozialverträglichen Lösungen in der Technik geht. Angesichts der laufenden Bildungsdiskussion ist für mich die Frage besonders spannend, welche Lernformen und pädagogischen Gestaltungsräume wir planen müssen, um als Naturkunde-Museum mit unseren vielen Naturschätzen ein fachübergreifendes und vernetzendes Denken zu bewirken und unseren Bildungsauftrag zu erfüllen. Da wir am Pfalzmuseum für Naturkunde seit 15 Jahren das interdisziplinäre Bildungsprojekt "Forschungswerkstatt" anbieten, bin ich natürlich sehr gespannt, wie es uns gelingen wird, dies mit der Bionik zu verknüpfen. In Kooperation mit dem Verein Forschungswerkstatt Natur-Kunst-Technik e.V. wurde unter der Projektleitung von Ute Wiegel ein umfangreiches Begleitprogramm für Kinder und Erwachsene ausgearbeitet.

Wie kamen Sie dazu, die Ausstellung aus der Schweiz nach Bad Dürkheim zu holen?

Als ich auf einer Fachtagung vom Thema Bionik und der Kooperationsidee der Schweizer Kollegen erfuhr und das Stichwort "Wanderausstellungen" fiel, habe ich sofort das Interesse des Pfalzmuseums angemeldet. Leider konnte meine ursprüngliche Idee, alle drei "HiTechNatur"- Teile gleichzeitig an drei verschiedenen Museen in Rheinland-Pfalz zu zeigen, nicht realisiert werden. Ich bin sicher, das wäre sehr außenwirksam für Rheinland-Pfalz geworden.

Sind Sie mit den bisherigen Erfahrungen zufrieden?

Das Besucherverhalten zeigt, dass wir mit der Verknüpfung Biologie und Technik und mit dem attraktiven Begleitprogramm "Bionik – Von der Natur lernen" neben unserem treuen Stammpublikum zurzeit Personenkreise erschließen, die sonst nicht den Weg ins Pfalzmuseum für Naturkunde in Bad Dürkheim gesucht hätten. Außerdem ergeben sich interessante Kontakte mit Bionikwissenschaftlern an den verschiedensten Universitäten und Forschungseinrichtungen Deutschlands, die über den Zeitraum der Ausstellung hinauswirken werden.

Ich wünsche der Ausstellung viele am Thema Bionik interessierte Besucherinnen und Besucher und zahlreiche Lehrkräfte, die es wagen, dieses spannende Thema auch fachübergreifend in ihren Schulunterricht zu integrieren. Praktische Anregungen dazu für alle Alterstufen bietet die Museumspädagogik des Pfalzmuseums für Naturkunde impulsgebend an.

Pfalzmuseum für Naturkunde
POLLICHIA-Museum
Hermann-Schäferstraße 17
67098 Bad Dürkheim
Tel: 06322/94130 oder 941333
Fax: 06322/941311
U.Wolf@pfalzmuseum.de
www.pfalzmuseum.de

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