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Nachhaltigkeit regional
Zeichen der Wasgauer Gespräche: Zwei Felsen hinter Bäumen

Aus eins mach vier. Was mit den "Gaytaler Gesprächen" angefangen hat, ist mittlerweile eine Reihe von vier jährlichen Tagungen geworden. Die Themen kreisen immer um die nachhaltige Regionalentwicklung. Die siebten "Gaytaler Gespräche" und die dritte Veranstaltung "Zukunftsfähiger Hunsrück" haben im Frühjahr 2003 stattgefunden. Am 23. und 24. Oktober folgten die zweiten "Wasgauer Gespräche" sowie am 28.und 29. November ebenfalls die zweiten "Marienstatter Zukunftsgespräche".

"Verkehr und Tourismus in sensiblen Naturräumen" hieß diesmal das Thema im Wasgau. Dabei ging es um den Fragenkomplex, ob, beziehungsweise wie weit der Tourismus seine Grundlagen selbst zerstört. Denn: Die Attraktivität der sensiblen Naturlandschaften steht auf dem Spiel, wenn erlebnishungrige Urlauber mit Verkehrslawinen in die Ruhe der Natur einbrechen. Um das regionale Kapital, eine intakte Natur, zu schützen, müssen intelligente Mobilitätsstrategien entwickelt werden. Der Tourismus muss nachhaltig werden, aber wie?

Ermutigende Erfahrungen wurden während der Tagung vorgestellt und aufgetretene Probleme zur Sprache gebracht. Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Verwaltung und Forschung kamen mit diesem Ziel in das Biosphärenhaus Pfälzerwald/Nordvogesen in Fischbach und berichteten aus Projekten in Deutschland, Frankreich und Österreich. Eine abschließende Podiumsdiskussion am zweiten Veranstaltungstag bot Gelegenheit, die Situation vor Ort, im grenzüberschreitenden Biosphärenreservat Pfälzerwald/Nordvogesen, aus den Aspekten der Vorträge zu beleuchten. Zahlreiche Aktivitäten aus diesem Biosphärenreservat wurden in einer begleitenden Ausstellung vorgestellt und daraus resultierende Erfahrungen in den Diskussionsprozess eingespeist.

Zu den Ausrichtern der deutsch-französischen Tagung, das waren außer der LZU das Biosphärenhaus Pfälzerwald/Nordvogesen, der Parc naturel regional des Vosges du Nord und der Naturpark Pfälzerwald, ist die Universität Kaiserslautern mit den Fachgebieten "Wasserbau" und "Verkehrswesen" hinzugekommen.

Bei den zweiten "Marienstatter Zukunftsgesprächen" in der Abtei Marienstatt bei Hachenburg ging es um das Thema "Heimat". Heimat liegt im Trend und das ist gut so. Regionale Identität ist eine wichtige Grundbedingung für lokales und regionales bürgerschaftliches Engagement.

Im Hinblick auf die nachhaltige Entwicklung der Region wurde durch die Beschäftigung mit Heimat, vor allem der Westerwälder Heimat, ausgelotet, welche Bedeutung Heimat heute hat, warum die Inszenierung der Heimat Sinn macht und warum ein selbstbewusstes, kenntnisreiches und differenziertes Heimatbewusstsein eine Erfolgsbedingung für die regionale Wirtschaft, insbesondere auch für den Tourismusbereich, ist.

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