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Am Anfang waren die "Gaytaler Gespräche", eine Regionaltagungs-Reihe
zur nachhaltigen Entwicklung. Mittlerweile finden solche Tagungen einmal
jährlich an vier Orten in Rheinland-Pfalz statt. Genau genommen,
sind es sogar fünf Orte, denn die "Gaytaler Gespräche"
beanspruchen zwei Tagungsstätten: das Umwelt-Erlebnis-Zentrum GaytalPark
in der Eifel-Gemeinde Körperich und die Larei im luxemburgischen
Vianden. Hinzugekommen sind die Regionaltagungen im Hunsrückhaus
Erbeskopf, Deuselbach, im Biosphärenhaus Pfälzerwald/Nordvogesen,
Fischbach, und in der Abtei Marienstatt bei Hachenburg.
In diesem Jahr hatte das Hunsrückhaus Erbeskopf wieder die Nase
vorn. Am 28. und 29. März wurde dort unter dem Titel "Dorf im
Dialog" darüber debattiert, wie der Hunsrück zukunftsfähig
zu gestalten sei. Das Thema interessierte aber keineswegs nur Hunsrückbewohner.
Aus Trier, Frankfurt, Dortmund, Mainz, der Eifel, dem Saarland und der
Pfalz waren BesucherInnen angereist. Zusammen mit BürgerInnen mit
und ohne (kommunal-)politischem Amt aus der näheren Umgebung haben
mehr als 80 Personen teilgenommen.
Es war bereits die dritte Tagung der Reihe "Zukunftsfähiger
Hunsrück". Die Veranstalter, die Landeszentrale für Umweltaufklärung,
das Hunsrückhaus und der Entwicklungsschwerpunkt Hochwald, hatten
diesmal die Kommunikations- und Informationskultur in den Dörfern
zur Diskussion gestellt. Damit standen die Bedingungen und Chancen erfolgreicher
Bürgerbeteiligung für eine nachhaltige Entwicklung im Focus.
In der Einladung war es denn auch zur Schlüsselfrage erklärt
worden, "Bürgerinnen und Bürger zu motivieren, sich wieder
stärker an der Entwicklung ihres Gemeinwesens zu beteiligen".
Die Frage, wie die Generationen miteinander verzahnt werden können,
zog sich wie ein roter Faden durch die Tagung. Eine Antwort hatte Moderator
Helmut Ulmen, Agenda-21-Beauftragter der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich,
parat: Das Gespräch beim Bäcker gehöre ebenso wie die Ratssitzung
zum für das Dorf notwendigen Dialog. Auch Feste hätten in dieser
Hinsicht eine wichtige Funktion. Die Appenheimer Stadtplanerin Christine
Halfmann konnte von einem Projekt berichten, in dem Kinder und Jugendliche
Interviews mit Senioren geführt und so die Verbindung zwischen Jung
und Alt hergestellt hatten. Eigene Aktivitäten für die Dorfentwicklung
stellten SchülerInnen der Morbacher Realschule mit ihrem Projekt
"Gutentahl startet durch" vor (s. umweltjournal Nr. 36).
Ebenso wie zwischen den Generationen, sollte die Kommunikation auch zwischen
den Geschlechtern auf gleicher Augenhöhe stattfinden. Denn: "Alle
Talente zählen - ohne Chancengleichheit von Männern und Frauen
ist nachhaltige Entwicklung nicht möglich". Dies ist der Titel
eines Referats, das auf dem Programm der diesjährigen Gaytaler Gespräche
stand. Maddy Mulheims vom luxemburgischen Frauenministerium hielt den
Vortrag - und damit ist auch gleich der grenzüberschreitende Charakter
der siebten Gaytaler Gesprächen am 15. und 16. Mai dokumentiert.
Es handelte sich wieder um eine deutsch-luxemburgisch-belgische Veranstaltung.
In einem zweiten luxemburgischen Beitrag stellten Bürgermeister Camille
Gira und Monique Schweicher-Reis von der Kommission für Chancengleichheit
die Chancengleichheitspolitik ihrer Gemeinde Beckerich vor. Die anderen
ReferentInnen kamen aus Lüneburg, München, Berlin, Wiesbaden
und der Westpfalz. Ihre Themen kreisten um Gleichberechtigung, Chancengleichheit
und soziale Integration. Der Forderung von Dr. Parto Teherani-Krönner
(Humboldt-Universität Berlin), Gender Budgeting in die Politik einzuführen,
schloss die Versammlung sich in einer Resolution an. "Gender Budgeting
heißt", so wird in der Resolution erläutert, "alle
Haushalte nach Kriterien der Gleichstellung und Nachhaltigkeit zu analysieren
und zu gewichten." Der Titel der siebten Gaytaler Gespräche
hieß "Die Rolle der Frauen" - bezogen auf die nachhaltige
Regionalentwicklung.
Die beiden Regionaltagungen zur nachhaltigen Entwicklung in Fischbach
und Marienstatt werden in der zweiten Jahreshälfte folgen.

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