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Die Zukunftsblockade
Titelbild des Buches "Die Zukunftsblockade"

"Dass die VerbraucherInnen über die Ladentheke eine Agrarwende erzwingen, ist pure Illusion. Die Illusion gründet auf dem Glauben, das Handeln der VerbraucherInnen sei wissens- und vernunftgeleitet. Man müsse nur die notwendigen Informationen bereitstellen." Tatsächlich folge das Handeln - nicht nur der VerbraucherInnen - ganz anderen Triebkräften, schreibt Cornelia Heintze in ihrem Buch "Die Zukunfts-Blockade". Das ist aber nicht die eigentliche Botschaft des Buchs, sondern die Ausgangslage.

Der Untertitel verdeutlicht das Anliegen der Autorin: "Warum in der Gesellschaft kollektives Vorsorgelernen misslingt". Dass es dabei nicht nur um die Agrarwende, sondern um Herausforderungen wie Klimawandel, BSE, Armut und Terrorismus geht, ist auch bereits auf der Titelseite zu erfahren. Cornelia Heintze fragt, warum das Nichtwissenwollen, Verdrängen, Verschieben und Nichthandeln in unserer Gesellschaft dominiert. Auf der Suche nach Antworten durchstreift sie verschiedene Wissensgebiete von der Politik und Ökonomie über Psychologie bis zur Hirn- und Genforschung.

Die gefundenen Antworten sind denn auch über das ganze Buch verteilt. Manche klingen sehr einfach, wie zum Beispiel diese: "Menschen denken selten über den Horizont ihrer Vorurteile und Alltagserfahrungen hinaus." An anderer Stelle vergleicht die Autorin das menschliche Bewusstsein mit einem Orchester: "Man weiß lediglich, dass das Bewusstsein aus dem Zusammenspiel zahlreicher Systeme entsteht. ... Der Unterschied freilich: im Gehirn gibt es keinen Dirigenten. Zumindest wurde bislang keiner entdeckt." Wer mehr wissen will, sollte das Buch durcharbeiten. Es umfasst 395 Seiten.

Das im Logos-Verlag, Berlin, erschienene Buch ist für 28 Euro zu haben. ISBN 3-89722-824-6.

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