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Drei Fragen zur Sache
Portrait von Jutta Wiesemöller, Umweltschutzbeauftragte Wehrbereichskommando 2

Jutta Wiesemöller, Umweltschutzbeauftragte Wehrbereichskommando II

Wie kann man in der Bundeswehr motivieren, ohne das System von Befehl und Gehorsam zu benutzen?

Als staatliche Organisation hat die Bundeswehr die Pflicht, das Umweltrecht und die umweltpolitischen Vorgaben der Bundesregierung vorbildlich zu erfüllen. Umweltschutz und Schutzaufgaben sind bereits 1990 als Grundsatz aller Planungen und Handlungen der Bundeswehr in Erfüllung ihres Auftrages und als Teil der Führungsverantwortung verbindlich festgeschrieben worden. In den Anfangsjahren und auch heute wird Umweltschutz in der Bundeswehr von Befehl und Gehorsam getragen und umgesetzt. Parallel wird mit der kontinuierlichen Aus- und Weiterbildung von haupt- und nebenamtlichem Fachpersonal das Netzwerk Umweltschutz ständig vergrößert. Diese Multiplikatoren wirken als Vorbilder, als Ausbilder und als Vorgesetzte im alltäglichen Dienstbetrieb intern und auch extern in der Zusammenarbeit mit zivilen Behörden und in deren Privatbereich.

Positive Erfahrungen im alltäglichen Umweltschutz, aber auch die elementaren Erfahrungen wie zum Beispiel bei Hochwassereinsätzen sensibilisieren Bundeswehrangehörige direkter, persönlicher für die Belange der Umwelt.

Hat eine Frau es in dieser Funktion und in diesem Umfeld besonders schwer?

Nein. Nach einem ersten Staunen ist die Fachaufgabe Umweltschutz der gemeinsame Nenner. Sicherlich muss ich meine Fachkompetenz, wie die männlichen Kollegen, unter Beweis stellen, hier gilt früher mehr heute weniger.

Wie stehen die Chancen, dass ihre Arbeit Pilotfunktion hat?

Schwerpunkt meiner Aufgabe ist die Koordination, Prüfung und Beratung bei der Bearbeitung / Aktualisierung der Benutzungs- und Bodenbedeckungspläne der Übungsplätze im Wehrbereichskommando II. Hierbei erfolgt eine enge fachliche Zusammenarbeit mit dem Amt für Wehrgeophysik, der territorialen Wehrverwaltung, als Träger öffentlicher Belange und dem Bundesforst.

Die Einführung des „Umwelt- und Arbeitschutz Managementsystem Bundeswehr“ erfordert die Erfassung der militärischen Flächenpläne in einem Geoinformationssystem und deren Implementierung in das künftige Informationssystem. In einem Fachteam mit genannten internen und externen Institutionen arbeite ich an der Planung, Durchführung und Koordination des umfangreichen Projektes.

Mit dem Truppenübungsplatz Baumholder und dem Standortübungsplatz Idar-Oberstein-Fischerhof sind zwei Übungsplätze in Rheinland-Pfalz als Pilotprojekte für das komplexe Arbeitsgebiet gewählt worden.

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