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Kompetenzvermittlung:
Bildungseinrichtungen und die Lokale Agenda 21
Volkshochschulen
sind als öffentliche Bildungseinrichtungen gut positioniert, um neue
Themen in die Bevölkerung hineinzutragen so auch die Lokale Agenda 21.
Durch Weiterbildungsangebote können der Bevölkerung Kompetenzen
für ein effektives Engagement an die Hand gegeben werden. Den Beitrag
von Bildungseinrichtungen für eine Lokale Agenda 21 loteten
die LZU und der Landesverband der Volkshochschulen (VHS) auf bereits zwei
Veranstaltungen aus.
1998 fand
ein erster Workshop zur Rolle der außerschulischen Bildungseinrichtungen
in der Lokalen Agenda 21 statt, der vor allem in der Forderung nach
einem verstärkten Engagement der Volkshochschulen mündete, weil
sie die Chance hätten, die "Marktlücke" im Bereich
"Bildung für Nachhaltigkeit" auszufüllen.
Knapp zwei
Jahre später vertiefte eine Tagung das Thema. Im September 2000 trafen
sich etwa 30 VertreterInnen von Kommunen und Bildungseinrichtungen auf
Einladung der LZU, des Landesverbands der VHS und des Landesverbands Natur-
und Umweltbildung (ANU) in Bingen. Das Motto der Veranstaltung - "Einmischen
Transparent machen Begleiten Moderieren. Volkshochschulen und ANU im Prozess
der Lokalen Agenda 21 vor Ort" deutete bereits die Bandbreite
der Möglichkeiten an, wie in der Umweltbildung tätige Institutionen
Agenda-Prozesse unterstützen können.
Die LZU stellte
einführend das Leitbild der Nachhaltigkeit in der Landespolitik vor
und strich heraus, dass sie auf Partnerschaften setzt, um eine möglichst
breite Verankerung zu erreichen. Nationale und europäische Tendenzen
stellte ICLEI-Referent Dirk Kron vor: Eine dialogorientierte Stadtentwicklung
braucht neue Qualifikationen bei den Verantwortlichen; dies kann ein neuer
Bildungsauftrag für Volkshochschulen sein.
Was "Bildung
für Nachhaltigkeit" heißen kann, erläuterte ein Vertreter
des ANU: Das Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung wird als Rahmen für
eine neue Lernkultur gesehen, die Menschen Kompetenzen für die Bewältigung
der Zukunft vermittelt. Der Alltagsbezug der Bildungsangebote ist dabei
von besonderer Bedeutung.
Am Nachmittag
verwandelte sich die Tagung in einen Workshop: In drei Arbeitsgruppen
- entstanden
Ideen, wie Bildungseinrichtungen Agenda-Themen für die Bevölkerung
erlebbar machen können;
- wurde
diskutiert, welche Ausrichtung begleitende Bildungsprogramme zu Agenda-Prozessen
haben können;
- wurde
zusammengetragen, welche Chancen sich durch die Lokale Agenda 21
für die Volkshochschulen eröffnen;
- wurden
mögliche Beiträge der Volkshochschulen zur Begleitung des
Agenda-Prozesses aufgezeigt.
Aus den Ergebnissen
der Gruppenarbeit und einem Brainstorming unter den TeilnehmerInnen wurden
schließlich Wünsche an die Bildungseinrichtungen artikuliert:
Kurse für spezifische Handlungsfelder der Nachhaltigkeit zum Beispiel
Energiesparen oder Regionalvermarktung sollten in die Bildungsangebote
aufgenommen werden. Ein sinnvoller Schwerpunkt von Fortbildungen ist die
Vermittlung von kommunikativen Kompetenzen wie Moderation, Rhetorik und
Mediation, die für ein erfolgreiches Prozessmanagement nötig
sind. Schließlich sollten Volkshochschulen und Umweltbildungseinrichtungen
die Bedürfnisse örtlicher Agenda-Gruppen abfragen, ihre bestehenden
Vernetzungen nutzen und ihre etablierten Öffentlichkeitsarbeitstrukturen
zur Verfügung stellen.
Vereinbart
wurde auch eine verstärkte Kooperation zwischen Volkshochschulen
und Umweltbildungseinrichtungen sowie mit Kommunen und Landespolitik.
Partizipation
und Landschaftsplanung im Kontext der Lokalen Agenda
In der Tradition
der Fachtagungen stand auch ein Kongress, den die LZU gemeinsam mit dem
Landesamt für Umweltschutz und Gewerbeaufsicht sowie der Hochschule
für Verwaltungswissenschaften in Speyer veranstaltete: "Wie
kann die Lokale Agenda 21 in die Landschaftsplanung hineinwirken?"
Landschaftsplanung
ergänzt die kommunalen Bauleitpläne um die Anliegen des Naturschutzes
und setzt damit wesentliche Leitplanken für die (nachhaltige) Entwicklung
von Kommunen. Während die vorgeschriebenen formellen Verfahren häufig
an den Betroffenen vorbeilaufen, haben Pilotprojekte bewiesen, dass die
Verknüpfung von Landschaftsplanung und Lokaler Agenda 21 Sinn
macht. Neue Beteiligungsmodelle können eine erfolgreiche Integration
von Fachplanungen leisten und wertvolle, nach ökologischen und sozialen
Kriterien abgestimmte Entscheidungsgrundlagen zur Verfügung stellen.
Diese Chancen einem breiteren Publikum vor Augen zu führen, stand
im Zentrum der Veranstaltung.
Vertreter
aus Kommunalpolitik, von Umweltbehörden, Planungsbüros, Beratungsunternehmen
und wissenschaftlichen Einrichtungen aus der ganzen Bundesrepublik erörterten
die kreativen Spielräume, die der kommunalen Landschaftsplanung zur
Verfügung stehen. Zentrale Botschaft der Referenten: Die verschiedenen
Bundes- und Landesnaturschutzgesetze lassen den Kommunen Freiheiten für
eine individuell angepasste Ausgestaltung. Ist der politische Wille zur
Bürger-Beteiligung gegeben, erhöht eine frühzeitige Einbindung
die Akzeptanz, kann Interessensausgleich schaffen und die Planung um wertvolle
Alternativvorschläge bereichern. Wie in jedem Agenda-Prozess gehört
zu den Erfolgsbedingungen einer beteiligungsorientierten Landschaftsplanung
auch, Erwartungshaltungen zu klären. Die BürgerInnen müssen
wissen, dass sie beraten, aber nicht entscheiden; und für die Verwaltung
darf Partizipation nicht zum Feigenblatt mit unerheblichen Ergebnissen
werden.
Vorgestellt
wurden auch einige gelungene Beispiele aus Rheinland-Pfalz für verschiedene
Beteiligungsformen in der Landschaftsplanung darunter die integrierte
ökologische Entwicklung des Tourismus im Dahner Felsenland, der Landschaftsplanungsprozess
in Morbach-Gonzerath und die Entwicklung des Gewerbegebiets "Auestraße"
in Speyer.
Ein Netzwerk
formiert sich: Landestreffen der Lokale-Agenda-21-ModeratorInnen
Die Fortbildungsangebote
der LZU haben mittlerweile landesweit Früchte getragen. Die TeilnehmerInnen
haben nicht nur Fachkenntnisse erworben, sondern auch wertvolle Kontakte
zu Kollegen aus anderen Kommunen geknüpft. Daher entschlossen sich
AbsolventInnen der Grund- und Aufbaukurse des Moderationstrainings in
der Evangelischen Landjugendakademie Altenkirchen im Jahr 2001, ein landeweites
Netzwerk von ModeratorInnen entstehen zu lassen.
Mit finanzieller Unterstützung durch die LZU trafen sich AbsolventInnen
und Trainer bisher zweimal. Ihr Ziel ist ein Forum zu schaffen für
- einen
fruchtbaren Erfahrungsaustausch zur Praxis der Moderation;
- eine kontinuierliche
Fortbildung im Bereich Moderationstechniken;
- die Entwicklung
neuer Perspektiven;
- die Analyse
von Agenda-Prozessen;
- die Reflexion
von persönlichen Erfahrungen mit der Rolle der Moderation in der
Lokalen Agenda 21.
Die im Austausch
mit der Gruppe gewonnenen Erkenntnisse können in die Arbeit vor Ort
weitergetragen werden. Weiteres Anliegen der TeilnehmerInnen ist es, als
ausgebildete ModeratorInnen gemeinsam an die Öffentlichkeit zu treten.
Eine Präsentation und Kontaktbörse mit den Profilen der Netzwerkmitglieder
im Internet beziehungsweise auf Papier könnten mögliche Instrumente
dafür sein. Angedacht ist eine Anbindung an die Internetseite der
LZU. Nach Etablierung geeigneter Strukturen soll das Netzwerk auch weiteren
InteressentInnen offen stehen.
Weitere Informationen
über den Aufbau des Netzwerks gibt es beim stellvertretenden Direktor
der Evangelischen Landjugendakademie Altenkirchen, Hans-Heiner Heuser,
Telefon 02681 - 95160
Die nachhaltige
Kommune in der nachhaltigen Region:
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