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Projektförderungen Ein Verständnis
von und ein Bewusstsein für "nachhaltige Entwicklung" kann
sich am besten über Projekte und Initiativen bei den Menschen verbreiten.
Neben Beratungs- und Fortbildungsangeboten unterstützt die LZU deshalb
rheinland-pfälzische Kommunen bei ihrer Agenda-Arbeit auch direkt
mit Projektförderungen. Seminare und Veranstaltungen zur Lokalen Agenda 21 (Referentenhonorare, Raummieten, Fahrtkosten), Moderationshonorare, Ausstellungen, Publikationen, Dokumentationen, Berichte, Anzeigen, Poster, Moderationssets, Audio/Video-Medienproduktionen, Internet- Präsentationen, Faltblätter, sonstige Informationsträger. Antragsberechtigt sind Landkreise, kreisfreie Städte, verbandsfreie Gemeinden, Verbandsgemeinden, Ortsgemeinden und freie Träger in Rheinland-Pfalz. Die Zuwendung wird gewährt, wenn die förderfähigen Kosten des beantragten Projektes über 1.500 Euro liegen. Sie beträgt dann grundsätzlich 60 Prozent der förderfähigen Kosten und ist auf einen Höchstbetrag von in der Regel 3.000 Euro begrenzt (Regelförderung). Bei modellhaften oder landesweit bedeutsamen Projekten kann davon abgewichen werden. Die Landeszentrale für Umweltaufklärung behält sich hierbei vor, das Projekt entsprechend einzustufen. Bisher (Stand Juli 2002) hat die LZU auf diese Weise 103 Agenda-Projekte in rheinland-pfälzischen Kommunen unterstützt. Einige dieser Förderprojekte werden auf den folgenden Seiten vorgestellt.
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Kinderstadtplan Ludwigshafen An eine ganz besondere Zielgruppe richtete sich das Ludwigshafener Agenda-Projekt "Kinderstadtplan". Unter Federführung des Kinderbüros der Stadt entstand ein Stadtplan von und für Kinder. Kinder als Experten ihrer Wohn- und Spielumfelder sollten selbst Hauptakteure des Projekts sein und einen Stadtplan produzieren, der schwerpunktmäßig das darstellt, was ihnen in ihrem Alltag wichtig ist. Vierhundert Kinder zwischen sechs und 12 Jahren arbeiteten als "StadtteilforscherInnen" an dem neuen Stadtplan. Sie wurden in ihrer Arbeit von verschiedenen Kinder- und Jugendeinrichtungen aus Ludwigshafen und dem Stadtvermessungsamt unterstützt. Im Rahmen einer Ferienaktion arbeiteten die Kinder zunächst den Stadtplan in generalisierte Pläne für die einzelnen Grundschulbezirke um. Dann wurde die Stadt nach Spiel- und Aufenthaltsorten aus Kindersicht erforscht. Um diese in den Karten festhalten zu können, entwickelten die Kinder Logos für die einzelnen Angebote und stellten sie zu einer Legende zusammen. Leicht verständliche Symbole verweisen auf Kindergärten und Schulen, Eisdielen und Spielzeugläden, Kioske und Bäcker, Spielplätze, Schwimmbäder, Rollschuh- und Inlinerbahnen oder machen auf gefährliche Kreuzungen und Zebrastreifen aufmerksam. Besondere "Geheimtipps" sollen auch andere Kinder neugierig darauf machen, ihren Stadtteil zu erkunden. Zur detaillierten
Ausgestaltung in den jeweiligen Bezirken wurde das Projekt an die dritten
und vierten Klassen der örtlichen Grundschulen übergeben. Die
SchülerInnen nutzten ihre Ortskenntnis, um die Logos für die
verschiedenen Angebote an den richtigen Stellen im Stadtteilplan zu verorten.
MitarbeiterInnen der Stadtverwaltung halfen bei der endgültigen Festlegung. Ein wichtiger
Begleiteffekt dieser "Forschungsarbeit" war, dass die Kinder
unterschiedliche Lebensorte Wohnung und Schule, Sport- und Spielplatz
und Lebenssituationen Freizeitmöglichkeiten, Verkehrswege, Freiräume
kennen lernten. Sie mussten sich intensiv mit konkreten Lebensbedingungen
und Fragestellungen der Stadtplanung auseinandersetzen.
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Trierer Broschüre zur Lokalen Agenda 21 Wie auch in anderen rheinland-pfälzischen Kommunen förderte die LZU in Trier die Erstellung einer Broschüre zur Lokalen Agenda 21. Der unabhängige Verein "Lokale Agenda 21 Trier e.V.", der - größtenteils von der Stadt finanziert - seit seiner Gründung 1999 den Prozess koordiniert, hatte als eines seiner ersten Projekte eine "Imagebroschüre" konzipiert. Damit sollten mögliche Sponsoren von den Anliegen und der Seriosität des Unternehmens "Lokale Agenda 21" überzeugt werden. Außerdem wollte man die Trierer Bevölkerung darüber informieren, was Lokale Agenda 21 ist und wie sie konkret in Trier aussieht. Viele Menschen, die bereits die Trierer Agenda unterstützten, sollten in der Broschüre selbst zu Wort kommen. Daraus ergab sich eine lebendige Gestaltung und so konnte eine breite gesellschaftliche Beteiligung an der Lokalen Agenda 21 dokumentiert werden. Unter Koordination der Geschäftsstelle des Vereins wurden Statements von Akteuren zusammengetragen, die ihre persönliche Motivation, bei der Agenda mitzumachen, erläutern. So kommt nun auf jeder Seite neben Erklärungen zum Hintergrund der Agenda oder zur Prozessorganisation in Trier ein Mensch zu Wort. Zitate berühmter Persönlichkeiten im Sinne der Nachhaltigkeit und Beteiligung lockern den Text zusätzlich auf. Von der Ausländerbeauftragten finanzierte Übersetzungen ins Englische, Französische und Spanische runden die Broschüre ab. Die beigefügte Postkarte ist ein einfacher Weg, sich zusätzliche Informationen zu besorgen oder sogar Mitglied im Lokale-Agenda-Verein zu werden. Der Input von vielen Beteiligten bedeutete natürlich einen hohen Koordinationsaufwand und eine relativ lange Herstellungsdauer. Dass sich der Einsatz gelohnt hat, zeigt die gute Resonanz. Die Fördermittel
der LZU wurden vor allem für Druck und Layout verwandt. Die Kooperation
mit der örtlichen Fachhochschule für Kommunikationsdesign bedeutete
einen Standortvorteil: StudentInnen entwarfen und realisierten mit viel
Aufwand und Engagement die Gestaltung der Broschüre zum Vorzugspreis.
Von ihnen kam auch die Idee, Fotos und Zitate als Collage wie in einem
Notizbuch zu gestalten. Das Design und wesentliche Inhalte der Broschüre
wurden im Übrigen für die Internet-Präsentation der Trierer
Lokalen Agenda 21 übernommen Energetische Untersuchung Verbandsgemeinde Schönenberg-Kübelberg Eine Sondierung möglicher Aktivitäten im Rahmen einer Lokalen Agenda 21 war Thema eines sechsmonatigen Projekts in der Verbandsgemeinde Schönenberg-Kübelberg. Sechzig Prozent der Kosten wurden von der LZU übernommen. Klar war dabei, dass die Gemeinde die Lokale Agenda 21 projektbezogen - und zwar konkret im Handlungsfeld Energie - angehen wollte. Die Gemeinde beauftragte Wissenschaftler des Umwelt-Campus Birkenfeld, eine energetische Untersuchung für ausgewählte verbandsgemeindeeigene Liegenschaften durchzuführen, um Optimierungs- und Einsparpotentiale auszuloten. Für das so genannte Energiemanagement wurden acht Objekte ausgewählt: drei Schulen mit Turnhallen, das Rathaus und zwei Feuerwehrgebäude. Für alle Gebäude wurden Analysen der energetischen Ist-Situation (Verbrauch, Technik, Verträge, etc.) und Vorschläge für konkrete Projekte erarbeitet. Unterstützt wurden die Wissenschaftler durch die Gemeindeverwaltung, die energetische Daten für die einzelnen Gebäude lieferte. Interviews mit den für die Gebäude verantwortlichen Hausmeistern ergänzten die Daten. Im Ergebnis zeigte sich, dass keines der Gebäude in gutem energetischen Zustand war. Die Ursachen reichten von unzureichend geschulten Hausmeistern über veraltete Beleuchtungskörper und Heizungssysteme bis zu maroden Gebäudesubstanzen. Der Verbandsgemeinde bieten sich also vielfältige Ansatzpunkte für eine Verbesserung des Energiemanagements in den eigenen Gebäuden. Die Wissenschaftler erarbeiteten eine Reihe von Maßnahmenvorschlägen, die im Rahmen der Lokalen Agenda 21 umgesetzt werden könnten. Dazu gehören zum Beispiel:
Somit bildet das Energiemanagement eine Ausgangsbasis für die Entwicklung von gemeinschaftlichen Projekten. Erfolgsfaktor dürfte dabei sein, dass in den Projektgruppen viele Personen aus unterschiedlichen Bereichen - Bevölkerung, Stadtverwaltung und Wirtschaftsunternehmen - zusammen kommen, um sich auf einer breiten Basis austauschen zu können. Welche der angedachten Projekte verwirklicht werden, wird zur Zeit im Verbandsgemeinderat beraten. 100 Personen, 2,5 Tage, eine Reise ins Jahr 2020 - Zukunftskonferenz als Methode der Lokalen Agenda 21 Im Rahmen der Lokalen Agenda 21 stellt sich immer wieder die Frage nach geeigneten Beteiligungsmethoden für eine größere Anzahl von Menschen. Arbeitskreise, wie sie in den meisten Prozessen entstehen, sind zwar wichtig für die kontinuierliche Arbeit, aber mit zu vielen Teilnehmenden nicht mehr arbeitsfähig. Gleichzeitig sollen jedoch möglichst viele Personen die Chance bekommen, an der gemeinsamen Vision zu arbeiten - und handlungsorientiert sollen die Ergebnisse auch sein. Zukunft planen mit möglichst vielen Beteiligten, dabei Spaß haben und trotzdem nach Plan arbeiten das unterstützt die LZU seit dem Jahr 2001 mit der finanziellen Förderung von Zukunftskonferenzen in rheinland-pfälzischen Kommunen. In Deutschland noch relativ unbekannt, jedoch mit immer mehr Interesse beachtet, ermöglicht eine Zukunftskonferenz einer großen Gruppe von BürgerInnen, gemeinsam Vorhaben für die Entwicklung der Kommune zu erarbeiten. Insbesondere als Auftakt zur Lokalen Agenda scheint die Zukunftskonferenz geeignet, möglichst viele BürgerInnen zu integrieren. Und gerade für die rheinland-pfälzische Spezialität "Verbandsgemeinde" mit häufig konkurrierenden Ortsgemeinden scheint die Methode geeignet, über den Tellerrand von Einzelinteressen hinaus zu schauen und gemeinsame Schnittstellen für zukunftsverträgliches Handeln zu finden.
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Zukunft
statt Zufall - Die Auftaktveranstaltung zur Lokalen Agenda in der Verbandsgemeinde Deidesheim war gleichzeitig eine rheinland-pfälzische Premiere: Es war die erste Zukunftskonferenz im Land. "Wohin soll die Reise in Zukunft gehen?", fragte Bürgermeisterin Magin ihre MitbürgerInnen im Mai 2001. Zweieinhalb Tage lang entwarfen 72 TeilnehmerInnen aus allen fünf Ortsgemeinden unter Anleitung eines 3köpfigen Moderationsteams der Firma domdey&partner eine Vision für die Entwicklung der Verbandsgemeinde in den nächsten zwanzig Jahren frei nach dem Motto "Zukunft statt Zufall". Der 13jährige Schüler und die 83jährige Rentnerin, Alteingesessene und frisch Hinzugezogene, Verwaltungsangestellte und Ingenieure - kurz: VertreterInnen aller gesellschaftlichen Bereiche - diskutierten darüber, wie sie in Zukunft leben wollen. Eine Zukunftskonferenz
verlangt gründliche Vorbereitung, denn sie lebt von den TeilnehmerInnen,
und die müssen erst einmal motiviert werden. So hatte die Vorbereitungsgruppe
aus Verwaltung und Moderationsteam ein halbes Jahr lang gründliche
Arbeit geleistet: Zur Vorbereitung gehörte auch die Festlegung von neun Themenbereichen, die wichtige Handlungsfelder in der Verbandsgemeinde abdeckten: Schule und Bildung; Soziales Miteinander; Jugend und Freizeit; Sport und Kultur, Wirtschaft/Tourismus; Flächennutzung und Infrastruktur; Umwelt, Klima, Energie; Verwaltung; Politik. Gemäß dem Prinzip der Zukunftskonferenz arbeiteten die TeilnehmerInnen zunächst an Thementischen, die sich im Verlauf der Konferenz in gemischte Tische verwandelten so wurde sichergestellt, dass Gruppeninteressen artikuliert werden konnten, aber auch mit anderen abgeglichen werden mussten. Wesentlich war die hierarchiefreie Diskussionskultur, die durch das Moderationsteam überwacht und in verbindliche Regeln gefasst wurde. So konnten eine vertrauensvolle Atmosphäre und Verständnis für unterschiedliche Positionen geschaffen werden. Zugleich garantierten die ModeratorInnen den professionellen Umgang mit Visualisierungstechniken und kreativen Methoden, die Austausch und Selbstkritik unterstützten oder halfen, Bilanz zu ziehen und Visionen für die Zukunft zu entwerfen. Zunächst entstanden eine facettenreiche Wandzeitung zur Vergangenheit, eine grafische Übersicht aktueller Herausforderungen und Tendenzen in der Verbandsgemeinde sowie eine persönliche Zwischenbilanz über den heutigen Zustand. Dann drehte sich alles um die Zukunft. Zukunftsweisende Visionen wurden inszeniert, Leitmotive ermittelt und Ideen für ihre konkrete Umsetzung festgehalten. Am Ende der zweieinhalb Tage mischten sich die TeilnehmerInnen neu, um Projekte zu entwickeln, die sie besonders interessieren. Direkt im Anschluss an die Konferenz konnten sie beginnen, mit den so genannten "Startprojekten" konkrete Schritte auf dem Weg zu einer nachhaltigen Zukunft zu gehen. Die unterschiedlichen Sichtweisen sollten auch in diesen Gruppen weiter kreativ zusammenwirken. Die Deidesheimer Startprojekte:
Auch nach der Zukunftskonferenz steht das Moderationsteam dem Deidesheimer Agenda-Prozess weiter beratend zur Seite, um die langfristige Verwirklichung der Vorhaben zu unterstützen. Insgesamt 50 Personen arbeiten in sieben Arbeitsgruppen weiter. Ein Agenda-Beirat aus Vertretern der Arbeitsgruppen und der Politik filtert aus den Anträgen der Gruppen machbare Projekte heraus und bereitet Ratssitzungen vor. Acht Monate nach der Zukunftskonferenz wurden anlässlich des Neujahrsempfangs 2002 erste Arbeitsergebnisse aus den Projektgruppen präsentiert, die kurz vor der Realisierung stehen - so zum Beispiel ein Kontakt- und Tauschring für nachbarschaftliche und generationsübergreifende Dienstleistungen oder das Konzept für ein Bürgerbüro.
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Modellprojekte Die LZU unterstützt Projekte mit Pilotcharakter: Solche Modellprojekte können innovative Ansätze und ehrgeizige Ziele in der Praxis testen, Methoden ausprobieren und verbessern sowie zu Fortschritten in der Gestaltung der lokalen Nachhaltigkeit kommen. Die Erfahrungen aus der Projektgemeinde sollten so aufbereitet werden, dass auch andere Kommunen davon profitieren können. Nachhaltig wirtschaften - Modellprojekt Lokale Agenda 21 und Wirtschaft Das Ziel
einer möglichst effizienten Nutzung von Ressourcen ist nichts Neues
für Wirtschaftsunternehmen und dass sich dieses Prinzip auch durch
Umweltschutz verwirklichen lässt, längst kein Geheimnis mehr. Die Verbandsgemeinden Kandel, Kirchen und Betzdorf beteiligen sich am Modellprojekt "Nachhaltig und innovativ wirtschaften in Rheinland-Pfalz". Begleitet von Beratern der Firma B.A.U.M.-Consult soll versucht werden, örtliche Unternehmen - die eine entscheidende Akteursgruppe sind - besser in örtliche Dialogverfahren einzubinden und damit ein typisches Manko von Agenda-Prozessen zu überwinden. Dabei geht es den drei Kommunen um mehr als Umweltschutz. Unternehmen sollen motiviert werden, sich auf das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung zu verpflichten. Neben umweltverträglichen Produktions- und Organisationsformen gehört dazu auch ein verantwortungsbewusstes Unternehmertum. Die Erfahrungen aus dem Projekt werden in einem Leitfaden gebündelt, der praxisorientierte und erfolgreiche Tipps liefert, wie in einer Kommune die Kooperation und Einbindung der Wirtschaft in Innovationsprozesse und nachhaltige Entwicklung gestaltet werden kann.
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Die Herausforderung: Gemeinsame Ziele formulieren Wesentliche Herausforderung für die Projektkoordination in den Kommunen und die Berater ist die Prozesssteuerung. Instrumente und Faktoren müssen identifiziert werden, die eine Beteiligung der Wirtschaft an Agenda-Aktivitäten fördern. So war es auch in den drei Modellkommunen zunächst keine leichte Aufgabe, gemeinsame Ansätze zwischen Verwaltung und Unternehmen zu entwickeln. Die Berater sehen ihre Aufgabe vor allem im "Coaching" des Projekts. Die KoordinatorInnen vor Ort wollen beraten und in der Moderation des Prozesses unterstützt werden. Als unabhängige Experten mit betriebswirtschaftlichem Verständnis können die Berater zugleich Erfahrungen mit ähnlichen Projekten in die Arbeit einfließen lassen. Die Entwicklung und der Einsatz von Maßnahmen liegt schlussendlich allerdings in den Händen der lokalen Projektgruppen aus Wirtschaft und Verwaltung. Patentrezepte kann es dabei nicht geben. Vielmehr ist es notwendig, sich an den jeweiligen lokalen Bedürfnissen zu orientieren. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, ist das Projekt flexibel gestaltet. Je nach Situation vor Ort werden unterschiedliche Arbeitsstrukturen ausprobiert und relevante Themengebiete bearbeitet. Bei der Auswahl der Modellgemeinden wurde unter anderem auf eine annähernd repräsentative Gemeindestruktur geachtet, um die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Verbandsgemeinden zu vereinfachen. Kandel: Qualifizierung und Ressourcenschutz In der Verbandsgemeinde Kandel ging eine Befragung von Unternehmen im Rahmen des Stadtmarketings zu ihren Wünschen an die Gemeindeentwicklung dem Start des Modellprojekts voraus. So konnte die Wirtschaft bereits für ein Engagement in der Lokalen Agenda 21 sensibilisiert werden. Rund 20 Unternehmer und Multiplikatoren konnten sich für die Ziele des Projekts begeistern und schlossen sich zum Arbeitskreis "Nachhaltiges Wirtschaften in der VG Kandel" zusammen. In der Folge gründeten sich zwei Projektgruppen, die konkrete Vorhaben in Angriff nahmen:
"Uns
gefällt der Querschnitt der Beteiligten: Verarbeitendes Gewerbe,
Dienstleistungsbranche, der Gewerbeverein und auch das Forstamt sind im
Prozess vertreten. Das spiegelt die wirtschaftliche Struktur in der Verbandsgemeinde
gut wider", meint Agenda-Beauftragte Silke Wiedrig. Sie kümmert
sich auch um die Vermittlung der Projektergebnisse nach außen. Ein
Newsletter informiert über aktuelle Fortschritte in den Projektgruppen
und beleuchtet Hintergründiges zum Thema Wirtschaft und Nachhaltigkeit.
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Kirchen und Betzdorf: Energie, Ressourcen, Verkehr und Personal In Kirchen und Betzdorf, die gemeinsam am Projekt teilnehmen, arbeiten seit September etwa 20 Unternehmer in drei Arbeitskreisen zu den Themen "Energie und Ressourcenschonung", "Verkehr" sowie "Personalplanung und Qualifizierung". Nach ersten Anlaufschwierigkeiten, konkrete Ansatzpunkte einer Kooperation zu finden, gelang es hier vor allem über die aktive Einbindung interessierter Unternehmen in die Arbeitssitzungen, Betriebe zum Mitmachen zu gewinnen. Örtliche Unternehmer stellten ihren Kollegen positive Erfahrungen mit betrieblichen Umweltschutzmaßnahmen vor und fungierten so als Multiplikatoren. Erste Ideen für gemeinsame Projekte sind entstanden:
In der gemeinsamen Teilnahme am Modellprojekt sehen die Projektkoordinatoren Monika Lieth aus Kirchen und Gottfried Frings aus Betzdorf die Chance, die bereits bestehende interkommunale Zusammenarbeit auszubauen. Im eng miteinander verknüpften Infrastruktur- und Wirtschaftsraum der beiden Kommunen könnten die Potentiale für eine ressourcenschonende Entwicklung durch die Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung effizienter genutzt werden. Die Anbindung an den Agenda-Prozess wird zunächst vor allem über die personelle Verzahnung von lokaler Agenda- und Projektkoordination gewährleistet. Längerfristig sollen aber auch Agenda-Aktive zur Mitarbeit in den Arbeitskreisen des Projekts eingeladen werden. Zudem wird versucht, laufend weitere Unternehmen zu interessieren. Deutlich wurde, dass eine Unterstützung der Projektkoordination durch die verschiedenen Abteilungen in der Verwaltung unerlässlich für eine erfolgreiche Einbindung des Wirtschaftssektors ist. Zum Beispiel können die vielfältigen Kontakte der Wirtschaftsförderung zu Unternehmen nützlich sein, um Skepsis gegenüber Themen der Lokalen Agenda 21 zu überwinden. Nach dem
Modellvorhaben werden Betriebe und Kommunen in Kirchen, Betzdorf und Kandel
ein gutes Stück weitergekommen sein in ihren gemeinsamen Bemühungen,
Leben und Wirtschaften in ihren Gemeinden nachhaltiger zu gestalten.
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Mit der Natur haushalten - Modellprojekt ökoBUDGET® Rheinland-Pfalz in Kaiserslautern Jede Kommune stellt - meistens für ein Jahr - einen Haushaltsplan auf, der das Vermögen und den anvisierten Bedarf von Finanzmitteln und Personal ausweist. Was darüber hinaus die Entwicklung einer Gemeinde ausmacht, Flächenverbrauch, Kohlendioxidausstoß oder auch Lärmbelastung, lässt sich schlecht in Euro budgetieren. Wenn die Entscheidungsträger in Städten, Gemeinden und Landkreisen wirklich Zukunft gestalten wollen, müssen sie umfassender planen. Darauf zielt
ein Modellprojekt, das die Stadt Kaiserslautern in Angriff genommen hat.
Unter fachlicher Anleitung von ICLEI führt sie das Managementinstrument
ökoBUDGET® in die Verwaltung ein und betreibt damit als erste
Kommune in Rheinland-Pfalz eine "Naturhaushaltswirtschaft". Das Pilotvorhaben wird von der LZU finanziell gefördert, um Erfahrungen mit ökoBUDGET® unter rheinland-pfälzischen Bedingungen bereitzustellen und die Lokale Agenda 21 methodisch zu unterstützen, denn: Zielbestimmung und Erfolgskontrolle sind auch im Agenda-Prozess heiß diskutierte Punkte. Zudem ergibt sich die Chance eines internationalen Austauschs. Zeitgleich läuft ein europaweites, von der EU gefördertes Projekt, in dem Kaiserslautern sich mit weiteren deutschen und europäischen Kommunen über die Erfahrungen mit ökoBUDGET® austauschen wird.
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Vor der Behandlung des ersten Naturhaushaltsplans im Stadtrat Kaiserslautern im Sommer 2002 hatte das federführende Umweltamt umfangreiche Recherchen und Koordinationsaufgaben zu leisten. Zunächst galt es, den politischen Beschluss zur Einführung von ökoBUDGET® durch den Stadtrat vorzubereiten und die Förderung als Modellprojekt durch das Land zu erreichen. Danach arbeitete eine Steuerungsgruppe mit ICLEI unter Federführung des ökoBUDGET®-Koordinators im Umweltamt an der Anpassung des Konzepts an die Bedürfnisse und Bedingungen in Kaiserslautern, an der Identifizierung von relevanten Ämtern und der Auswahl von Daten. Eine enge Abstimmung mit dem Agenda-Prozess ist durch die Mitwirkung der Agenda-Koordinatorin in der Steuerungsgruppe garantiert. Aus einer Informationsveranstaltung für Schlüsselpersonen in allen relevanten Ämtern und politischen Gremien ging eine Koordinierungsgruppe hervor, die für die notwendige Zusammenarbeit über Ämtergrenzen hinweg und für die Unterstützung des ökoBUDGET®-Projekts in den verschiedenen Fachabteilungen sorgte. Geschäftsregelungen wurden aufgestellt, die das Verfahren rechtlich absichern. Nach umfangreichen Recherchen zur Datenverfügbarkeit entstand ein Gerüst von 21 Indikatoren als Grundlage für die Aufstellung des Kaiserslauterner Naturhaushaltsplanes. Auch einige Indikatoren aus dem Agenda-Prozess wurden mit aufgenommen. Die breit angelegte Kooperation und Verankerung in der Verwaltung ist ein Qualitätsmerkmal des Projekts, aber auch unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Durchführung. Mitarbeiterschulungen wurden durchgeführt, Veranstaltungen moderiert, Arbeitshilfen entwickelt. Ein Beispiel sind die "Indikatoren-Steckbriefe", die Hintergrundwissen und Empfehlungen zur Aufstellung jedes Indikators zusammenfassen. Neben der verwaltungsinternen Arbeit ist es ein besonderes Anliegen des Modellprojekts, ökoBUDGET® bei der Kaiserslauterner Bevölkerung, aber auch überregional bekannt zu machen. Spezielle Schulungen zur Öffentlichkeitsarbeit bilden daher Teil der Projektimplementierung. Insgesamt vier Projektbriefe werden veröffentlicht, die den Fortschritt des Projekts einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen. Am Ende des Projekts wird zudem eine Veröffentlichung vorliegen, die Erfahrungen aus Kaiserslautern vorstellen und die Einführung von ökoBUDGET® in weiteren Kommunen in Rheinland-Pfalz erleichtern soll. Der Kaiserslauterer Stadtrat hat in seiner Sitzung am 17. Juni 2002 den ersten Naturhaushaltsplan für das Jahr 2002 einstimmig beschlossen. Der Naturhaushaltsplan ist zum Preis von 15 Euro erhältlich beim Amt für
Umwelt
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Seit Anfang 2001 läuft in der Verbandsgemeinde Weilerbach im Landkreis Kaiserslautern ein ehrgeiziges Vorhaben: Eine emissionsoptimierte, nahezu CO2-neutrale Energieversorgung der gesamten Kommune mit 14.500 EinwohnerInnen in acht Ortsgemeinden wird auf den Weg gebracht. Das "Zero Emission Village" (ZEV) ist Ziel eines Projekts, das Wissenschaftler und Studenten des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagement am Umweltcampus Birkenfeld im Auftrag der Verbandsgemeinde und mit finanzieller Unterstützung der LZU über eine Laufzeit von zwei Jahren durchführen. Einsparung,
Effizienz, erneuerbare Energien - es gibt eine ganze Reihe von Ansatzpunkten,
den Kohlendioxidausstoß einer Gemeinde zu reduzieren. Ebenso hat
eine ganze Reihe von Städten solche Maßnahmen bereits erfolgreich
durchgeführt. Modellhaft am Projekt in Weilerbach ist der konzertierte
Ansatz zur Bündelung aller theoretischen Möglichkeiten unter
Einbeziehung aller Ortsgemeinden. Erste Ergebnisse: Umsetzen, was machbar ist Von vornherein legten die Wissenschaftler großen Wert auf eine umsetzungsorientierte Ausrichtung ihrer Studie. Deshalb wird praxisnah geforscht, werden Fragen nach der Machbarkeit gestellt: Wie ist eine fast 100-prozentige Emissionsfreiheit technisch machbar? Mit welchen (zusätzlichen) Kosten muss man rechnen? Wie sind die notwendigen rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen? Worin besteht der ökonomische, soziale und ökologische Gewinn? Welche Akteure müssen an der Umsetzung beteiligt werden? Zu den Schwerpunkten der Studie gehören:
Die Erkenntnisse der Studie münden schließlich in ein Konzept zur Energieoptimierung der Verbandsgemeinde. Dabei kommt Weilerbach als Pilotprojekt natürlich auch die Aufgabe zu, übertragbare Strategien und Maßnahmen zu entwickeln. Parallel zur Erarbeitung dieses Konzepts werden bereits erste konkrete Projekte umgesetzt. Man hofft, so die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen und schnelle positive Umweltauswirkungen zu erzielen. So wurden bereits sechs Photovoltaik-Anlagen auf Schuldächern - in Zusammenarbeit mit den Jugendlichen installiert. Ein Nahwärmesystem für eine kleine Wohnsiedlung ist ebenso in Planung wie die Errichtung von Holz-Pellet-Heizungen in mehreren öffentlichen Gebäuden. Die Analyse von Biomasseströmen führte zur Ausarbeitung eines Konzepts für ein Bioenergie- und Rohstoffzentrum, das alle Stoffströme neben Energie also auch aus Wasser- und Abfallkreisläufen - zentral verwalten könnte. Die Verwaltung als Vorreiterin Das Projekt "Zero Emission Village" ist Weilerbachs Engagement für eine Lokale Agenda 21. Bewusst definiert die Verbandsgemeinde den Schwerpunkt ihrer Agenda-Arbeit zunächst verwaltungsintern: Zunächst sollen Gebäude in der öffentlichen Hand energieoptimiert werden. So kann die Gemeinde ihren BürgerInnen gegenüber glaubwürdig auftreten. Strategie ist, die Vorteile am praktischen Beispiel zu demonstrieren und über die gute Praxis Gewerbebetriebe und Privathaushalte zu ermuntern, sich ebenfalls am Energiesparen zu beteiligen. Um das Projekt zur Energieoptimierung der Bevölkerung zu vermitteln, stehen ein Ansprechpartner in der Gemeinde und eine projektgebundene Öffentlichkeitsarbeitsstelle zur Verfügung. Sie informieren über den Fortschritt bei der Umrüstung der öffentlichen Gebäude, beraten über Möglichkeiten zum Energiesparen und Einsatz von erneuerbaren Energien in Privathaushalten und geben Auskunft über Fördermöglichkeiten für Umrüstungsmaßnahmen. Eine Artikelserie im Amtsblatt stellte Produkte und Möglichkeiten zur energetischen Optimierung von Alt- und Neubauten vor. Weitere Maßnahmen sind öffentliche Informationsveranstaltungen zu verschiedenen erneuerbaren Energien und eine Broschüre, die über die Versorgung von Privathaushalten mit Solarstrom informiert. Ein Fokus des ZEV-Projekts liegt auch auf der Stärkung der lokalen Wirtschaft. Privatpersonen, die auf erneuerbare Energien umstellen wollen, werden angeregt, Einkaufsgemeinschaften zu bilden. Örtliche Firmen werden bei der Umsetzung der Projekte beteiligt. Ein eher langfristiges Ziel ist es, Arbeitsplätze im Bereich erneuerbare Energien zu schaffen. Dazu sollen Gesellschafterformen und Geschäftspläne für neue Firmen erarbeitet werden, die innovative Technologien vertreiben beziehungsweise Aktivitäten koordinieren könnten. Dabei soll möglichst auf lokale Ressourcen und Akteure zurückgegriffen werden.
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Eine Vielzahl von Flächenplanungen nimmt heutzutage Einfluss auf die Landschaft und weist dabei häufig konkurrierende Ziele aus, weil jeweils nur bestimmte Interessen berücksichtigt werden. In Olsbrücken sollen daher mehrere Planungswerkstätten die Perspektiven der Betroffenen sowie verschiedener Fachplanungen zusammenführen. Anhand von Szenarien und unter Einsatz verschiedener Visualisierungsmethoden sollen die Olsbrücker Bevölkerung und die zuständigen Behörden Zukunftsentwürfe für ihre Heimat gestalten, die durch den landwirtschaftlichen Strukturwandel mit Problemen konfrontiert ist: Verbuschung von Flächen, Verfall und Leerstand von Häusern, zurückgehende Einkommen. Jenseits eines formalisierten Planungsverfahrens sollen dabei flexible, umsetzungsorientierte Lösungen für einen Interessenausgleich gefunden werden. Fachleute der Universität Kaiserslautern begleiten den Prozess als Moderatoren und stellen vor- und nachbereitende wissenschaftliche Untersuchungen zu Landschaftsgeschichte und -potential an. Am Ende des auf zwei Jahre angelegten Projekts soll ein kreatives Umsetzungskonzept entstanden sein, das Grundlagen für politische Entscheidungen zur Verfügung stellt. Bereits vor Projektbeginn hatte eine Umfrage die EinwohnerInnen für das Thema Landschaftsplanung sensibilisiert: Was gefällt und was stört am Landschaftsbild, welche Vorstellungen über die Entwicklung der Landschaft gibt es? Die Fragebogenaktion zielte hauptsächlich darauf, eine intensive Diskussion im Ort über den Landschaftswandel und seine Wahrnehmung anzuregen. Auf der gut besuchten Auftaktveranstaltung zum Projekt wurden auf der Basis der Umfrage die wichtigsten aktuellen landschaftsplanerischen Themen in der Gemeinde diskutiert und Arbeitsgruppen für die Planungswerkstätten zum Bau einer Umgehungsstraße und zum Strukturwandel in der Landwirtschaft gebildet. Ein dritter Arbeitskreis wird zu den Möglichkeiten der Förderung des Fremdenverkehrs über den Ausbau eines Wanderwegenetzes arbeiten. Parallel dazu hat die Grundschule konkrete Projekte zu Artenschutz und Artenvielfalt begonnen. Auf die enge Vernetzung zwischen den verschiedenen Akteuren im Prozess wird Wert gelegt. Die lokale Verwaltung, zuständige (Kreis-)Behörden wie Kultur-, Kataster-, Wasserwirtschafts-, und Forstamt, Landwirtschaftsschule und auch ganz "normale" BürgerInnen engagieren sich in den Arbeitskreisen. Im Arbeitskreis Landwirtschaft wurde in weiteren öffentlichen Veranstaltungen am Beispiel des Olsbrücker Hausbergs demonstriert, was Kulturlandschaftsveränderung heißt. Die ehemals landwirtschaftlich genutzte Fläche wird heute kaum noch bewirtschaftet, eine Verbuschung der offenen Flächen droht. Drei alternative Szenarien (Verbuschung, Erhaltung, Siedlungsausbau) wurden durchdiskutiert um schließlich den gemeinsamen Wunsch nach einer parkähnlichen Landschaft mit sinnvollen Flächengrößen für eine Bewirtschaftung festzuschreiben. Möglichkeiten für eine kostenneutrale Bodenordnung werden geprüft. "Wie würde sich Olsbrücken entwickeln, wenn die Umgehungsstraße da wäre?" Unter dieser Überschrift wurden auch im zweiten Arbeitskreis Szenarien zur Zukunft von Olsbrücken entwickelt. Eine mögliche Vision: Das Dorf wird wieder lebenswerter, landwirtschaftliche Gebäude werden verstärkt umgenutzt oder Investitionen in die Bausubstanz getätigt kurz: Der Ortskern bleibt lebendig. Eine Bestandsaufnahme landwirtschaftlicher Gehöfte liefert konkrete Ansatzpunkte. Durch Aufnahme in die Bauleitplanung kann die Gemeinde so den Flächenverbrauch für Bauland reduzieren und wertvolle Flächenressourcen für die Zukunft freihalten. Das Beratungsangebot für Umnutzungswillige soll verbessert werden. Unter anderem wird dazu eine Broschüre mit Positivbeispielen erstellt. Die Dienststellen in Ortsgemeinde- und Kreisverwaltung, die für das Thema Dorferneuerung relevant sind, sollen vernetzt werden. Eine Dokumentation wird schließlich die Ergebnisse aller Arbeitskreise öffentlich präsentieren. Die Olsbrücker Verwaltung hat die Erfahrung gemacht, dass sich die von der Lokalen Agenda erzeugte Dynamik auch in anderen Planungsbereichen nutzen lässt. So nutzte man die neu entstandene Dialogkultur, um eine vorgezogene Bürgerbeteiligung bei der Erstellung eines Bebauungsplans für ein Neubaugebiet erfolgreich durchzuführen.
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Jugendliche,
die in der Welt von morgen leben werden, geht das Thema "Nachhaltige
Entwicklung" in besonderem Maße an. Ihnen Gestaltungskompetenz
für ihre Zukunft anzueignen, ist Anliegen eines bundesweiten Projekts
der Bund-Länder-Kommission für Bildung, an dem die LZU für
das Land Rheinland-Pfalz mitwirkt.
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In dem zunächst
auf 5 Jahre ausgelegten Projekt (1999-2004) arbeiten derzeit bundesweit
etwa 180 Schulen in 27 Verbünden. Die Verbünde befassen sich
jeweils mit den gleichen Programmpunkten und tauschen sich aus. Eine Koordinationsstelle
ist im Arbeitsbereich Umweltbildung der FU Berlin angesiedelt. Ausführliche
Informationen gibt es unter www.blk21.de. In Rheinland-Pfalz gibt es inzwischen sechs Schulen, die Nachhaltigkeit zum Thema in den Lehrplänen machen. Sie werden von der LZU mit finanziellen Zuschüssen aus dem Fördertopf für Agendaprojekte (zum Beispiel für die Anschaffung von Unterrichtsmaterialien) und in ihrer Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. Themen waren bisher zum Beispiel die Untersuchung von Biosphärenreservaten oder traditionellen landwirtschaftlichen Methoden. Eines der Hauptziele des Programms in Rheinland-Pfalz ist jedoch die Beteiligung von SchülerInnen an örtlichen Agenda-Prozessen. So sind alle sechs Schulen am Verbund "Partizipation an der Lokalen Agenda 21" beteiligt, der Wege für die Beteiligung von Schulen als Gesamtes, aber auch von einzelnen SchülerInnen an der Lokalen Agenda 21 aufzeigen soll. Die Auseinandersetzung von Jugendlichen mit in der Gemeinde existierenden Problemfeldern und die Profilierung der Schule im Themenfeld "Nachhaltigkeit" gehen Hand in Hand. Die ausdrücklich auf Partizipation angelegte Methode der Lokalen Agenda ermöglicht realitätsnah den "Erwerb von Gestaltungskompetenz". SchülerInnen und andere lokale Akteure wirken dabei als gegenseitige Impulsgeber. Hier liegt auch das Interesse der LZU: Sie erhofft sich eine breitere Verankerung der Lokalen Agenda und sieht das Programm als Chance, eine wichtige Akteursgruppe für Agenda-Prozesse zu gewinnen.
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