LZU-Logo 34/35/2002
Die Lokale Agenda 21 zum Thema machen
 

Öffentlichkeitsarbeit der LZU

Nachhaltige Entwicklung ist auf die lokale Ebene angewiesen, aber nachhaltige Entwicklung vor Ort geschieht nicht von selbst: Ein sperriger, weil unkonkreter Begriff und ein komplexes Konzept müssen verständlich und gleichzeitig attraktiv gemacht, Kommunen für das anspruchsvolle Unternehmen motiviert, Unterstützungsangebote für die Umsetzung entwickelt werden. Damit die Lokale Agenda zum kommunalen Thema wird, bildet die Öffentlichkeitsarbeit ein wesentliches Element der Lokale-Agenda-Kampagne der LZU. Die Öffentlichkeitsarbeit erfüllt dabei mehrere Funktionen.

Information:

Die LZU informiert über Inhalte, Hintergründe und landesweite Aktivitäten, schafft Bewusstsein über nationale und globale Zusammenhänge, bewirbt Fortbildungs- und Förderangebote - ist also eine Art "Clearinghouse".

Motivation:

Zum anderen sollen die Kommunen motiviert werden, sich in das "Abenteuer Lokale Agenda 21" zu stürzen.

Inspiration:

Drittens gibt die landesweite Öffentlichkeitsarbeit Hilfestellungen und Anregungen, wie auch vor Ort die Lokale Agenda zum Thema auf der öffentlichen Agenda werden kann. Dazu stellt die LZU den Kommunen Materialien für ihre eigene Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung. Zusätzlich stärken Workshops mit Experten und Fördermittel für die Öffentlichkeitsarbeit in Kommunen die Kompetenz vor Ort.

Dabei gilt das Motto: Vielfalt erhöht Wirksamkeit. Mit unterschiedlichen Medien kann man unterschiedliche Zielgruppen erreichen: Die Broschüre wird am Agenda-Stand auf dem Gemeindefest ausgelegt, das große Plakat ziert die Werbetafel am Ortseingang, das Infopaket geht als Erstinformation an den engagierten Verwaltungsmitarbeiter, die Bürgermeisterin informiert sich in der Datenbank über die Aktivitäten der Nachbarkommune und leitet Seminarangebote an geeignete Personen weiter. Auch Veranstaltungen wie der jährliche Informationsaustausch, die vorrangig der Vernetzung von Agenda-Aktiven dienen, halten das Interesse von Kommunen und Medien am Thema Lokale Agenda wach.

Ein Verteiler, der sämtliche rheinland-pfälzischen Kommunen umfasst, garantiert, dass Informationen vor Ort ankommen - und an Zuständige und Interessierte weitergeleitet werden können. Die grundsätzlich kostenlose Bereitstellung von Materialien und Informationen ist wichtig für die oft mit nur geringen Finanzmitteln ausgestatteten Agenda-Gruppen.

In ihrer Öffentlichkeitsarbeit bedient die LZU sich des Internets ebenso wie traditioneller Printmedien. Auch eher ungewöhnliche "Marketing"-Aktionen mit Großplakaten, Lese- und Telefonkarten werden genutzt. Umdenken kann und soll nicht von oben verordnet werden, aber von der Landesebene aus wird versucht, den Start in Richtung Nachhaltigkeit zu erleichtern.

www.umdenken.de - Der Name ist Programm

Die Gesellschaft zum Umdenken zu bewegen ist Ziel und Aufgabe der LZU, was auch in ihrem Logo zum Ausdruck kommt. Konsequenterweise sicherte sie sich für ihren Internetauftritt die Adresse www.umdenken.de.

Die Homepage bietet Information, Partizipation und Vernetzung. So gibt umdenken.de im Bereich "Netzwerk" sämtlichen Umweltorganisationen in Rheinland-Pfalz die Möglichkeit einer Selbstdarstellung. Im Sektor "Service" stellt die LZU ihre Publikationen vor und zur Bestellung beziehungsweise zum Download bereit. Seit 1997 ist umdenken.de online und wird fortlaufend aktualisiert und erweitert.

Kernstück des Webauftritts ist die "Virtuelle Akademie für nachhaltige Entwicklung". Sie präsentiert eine Fülle von bequem navigierbaren Informationen und Serviceangeboten. Texte und Links eröffnen Zugänge zum Thema "Nachhaltige Entwicklung" in Deutschland, Europa und der Welt, Aktionsbeispiele regen zum Umdenken an, Informationen über weltweite Aktivitäten setzen globale Bezüge und sprechen die Verantwortung jedes Einzelnen an.

Ein Schwerpunkt liegt selbstverständlich auf den Aktivitäten des Landes Rheinland-Pfalz. Neben der Landes- und regionalen Ebene findet man unter der Rubrik "Kommune" beziehungsweise über den direkten Link "Lokale Agenda 21" das gesamte Informations- und Unterstützungsangebot der LZU für die Lokale Agenda. Texte, Links und Literatur zur Lokalen Agenda richten sich an Agenda-Aktive und solche, die es werden wollen. Auf einer eigenen Seite wird das gesamte Angebotspaket der LZU für Kommunen vorgestellt. Besonders hilfreich sind zwei Datenbanken, die über kommunale Aktivitäten Auskunft geben, und die auf praktische Arbeitshilfe ausgelegten "Bausteine für die Agenda-Arbeit".

 

 
"Wir wollen die elektronischen Werkzeuge unter anderem dazu nutzen, Wege zu einer dauerhaft zukunftsfähigen Entwicklung zu suchen. Deshalb laden wir ein, zum Mitmachen, zur Kommunikation, zum Austausch von Informationen und Meinungen, Emotionen, Überzeugungen aus Theorie und Praxis."
Die LZU zum Start der Webseite im lzu-journal 16-17, 1997, S. 3.
   
 
"Für mich ist die Webseite eine wichtige Informationsquelle: regelmäßig gibt es Hinweise auf neue Veröffentlichungen; ich kann mich schnell und nach Bedarf umschauen, was in anderen Kommunen läuft, gegebenenfalls habe ich gleich einen Ansprechpartner zur Hand. Die Projektdatenbank könnte allerdings etwas aktueller sein - und ich wünsche mir eine spezielle Rubrik, in der häufig gestellte Fragen beantwortet werden (sog. FAQ-Seite) - das würde mir die Arbeit mit Anfragen der BürgerInnen erleichtern!"
Gerhard Schaa, Agenda-Beauftragter VG Dannstadt-Schauernheim
 

 

Datenbank Lokale Agenda in Rheinland-Pfalz

Diese Datenbank präsentiert die Ergebnisse der jährlich aktualisierten Umfrage zum Stand der Lokalen Agenda in Rheinland-Pfalz. Dargestellt als interaktive Karte oder Liste, lässt sich - nach Gebietskörperschaftstypen getrennt - recherchieren, wo es Beschlüsse zur Aufstellung einer Lokalen Agenda gibt, welche Kommunen aktiv und in welchen Projekten daran arbeiten und wer bereits eine Agenda verabschiedet hat.

Während eine zusammenfassende Interpretation generelle Trends aufzeigt, können je nach individuellen Wünschen quantitative, aber auch qualitative Abfragen an die Datenbank gestellt werden. So erfährt man zum Beispiel, dass sämtliche Kreise und kreisfreien Städte und immerhin 40 Prozent der Verbandsgemeinden im Jahre 2001 an Agenda-Themen arbeiteten - die meisten davon gemäß Ratsbeschluss. Oder man kann vergleichen, welche Themen die Agenda-Arbeitskreise in Koblenz oder Haßloch beschäftigen, und sich über die angegebene Kontaktadresse und gegebenenfalls Website mit den KollegInnen austauschen.

 

 

Lokale Agenda - wer, wo, was?
Seit 1998 wertet die LZU eine jährliche Umfrage zum Stand der Lokalen Agenda in Rheinland-Pfalz aus. Abgefragt werden neben Aktivitäten, Beschluss, und Verabschiedung einer Agenda die organisatorischen Strukturen, die beteiligten Gruppen, die Themen, die momentanen Aktivitäten sowie Mechanismen zur Erfolgskontrolle. Während die Umfrage eine wichtige Rückmeldung für die LZU über die Effekte ihrer Unterstützungsaktivitäten darstellt, halten solche Zwischenstandsmeldungen auch das öffentliche Interesse wach. Die Ergebnisse der Umfrage sind in der Datenbank aufbereitet, aber auch als Download und in ausgedruckter Form erhältlich.

"Die Datenbanken sind ein praktisches Instrument zum Erfahrungsaustausch: Ich kann die Aktivitäten unserer Stadt präsentieren und mich gleichzeitig über Projekte in anderen Kommunen informieren."
Sandra Kern, Agenda-Büro Bingen

 

 

Projektdatenbank

Eine weitere Datenbank stellt beispielhafte Aktivitäten von Kommunen im Steckbriefformat und mit geographischer Verortung vor. Die "best practices" aus 14 Themenfeldern - die von Abfall über Lokale Ökonomie bis zu Spaß und Erholung reichen und damit alle Dimensionen von nachhaltiger Entwicklung abdecken - zeigen, wie viel Kreativität lokale Agenda-21-Prozesse in den Kommunen freisetzen. Die Vorstellung erfolgreicher Agenda-Arbeit soll die direkt Beteiligten motivieren, aber auch anstecken und Ideen für Agenda-Aktive anderswo präsentieren.

Um als "gute Praxis der Nachhaltigkeit" aufgenommen zu werden, müssen die Projekte gewisse Ansprüche erfüllen: Sie sollten mehrere Bereiche der Nachhaltigkeit verknüpfen, unter breiter (Bürger-)Beteiligung umgesetzt werden und möglichst in einen Agenda-Prozess eingebunden sein.

So zum Beispiel in der Rubrik "Vom Wissen zum Handeln": Da finden sich Projekte in Neuwied, der Verbandsgemeinde Rengsdorf und Göllheim, in denen ein in der Gruppe erarbeitetes theoretisches Verständnis von Nachhaltiger Entwicklung in konkrete Projekte umgesetzt wird.

Ob es um die Seminare der Volkshochschule in Neuwied, die Arbeitskreise zum Leitmotiv "Freu dich auf dein Dorf - arbeite mit" in Rengsdorf, oder den Göllheimer Agenda-Weg (s. Fallbeispiel) geht - der Nutzer kann auswählen: Eine knappe Einführung, eine ausführliche Beschreibung der Aktivitäten und die Kontaktadresse stehen zur Verfügung. Abgerundet wird das Ganze mit weiterführenden Links zum Thema.

Die Datenbank wird ständig erweitert. Sie lebt natürlich - ebenso wie die Datenbank zum Stand der Lokalen Agenda - vom Input aus den Kommunen. Die Mitarbeiter der LZU sind daher auf Hinweise aus den Kommunen angewiesen.

 

Titelbild Reparaturführer für Mainz

Zum Beispiel Themenfeld Lokale Ökonomie

Hier findet sich unter anderem der Mainzer Reparaturführer, der im Rahmen der Lokalen Agenda von Verwaltung und Handwerkskammer zusammengestellt wurde. Ein Branchenverzeichnis von Betrieben, die kostengünstig alles Mögliche reparieren, umarbeiten, aufpolieren: Koffer und Zelte, Bücher und Kopierer, Fahrräder und Videorecorder, Hörgeräte und Computer und und und. Der Eintrag in der Projektdatenbank erläutert die nicht nur finanziellen Vorteile der Initiative: "Reparieren statt wegwerfen, lautet die Devise, und zwar in möglichst vielen Lebensbereichen. Das spart Geld und entlastet die Umwelt ... Und es werden auch Arbeitsplätze gesichert, denn Reparaturen können nur von Menschen gemacht werden." Nicht nur Reparaturen, sondern auch Second-Hand-Verkauf, Verleih, Entsorgung und Wiederverwertung haben viele der Firmen im Angebot. Ein vorbildliches Win-Win-Projekt also, das den Geldbeutel und die Umwelt schont und nebenbei auch noch ortsansässige Betriebe fördert. Anzusehen ist der Reparaturführer auch im Internet.

 

 

Das umweltjournal

Regelmäßige Berichterstattung über aktuelle Agenda-Aktivitäten in Rheinland-Pfalz findet sich auch in einem traditionellen Printmedium: Das vom Umweltministerium herausgegebene und von der LZU redaktionell betreute umweltjournal stellt seit 1999 im "Forum: Agenda 21" Projekte zur nachhaltigen Entwicklung im Land vor, berichtet beispielsweise über Kongresse und informiert über neue Publikationen und Vernetzungsangebote. Das Forum versteht sich als Plattform für den Austausch zwischen engagierten Akteuren und lädt sie ein, von ihren Initiativen, Erfahrungen und Ideen zu berichten. Die kontinuierliche Berichterstattung in vierteljährlichem Rhythmus trägt dazu bei, das öffentliche Interesse wach zu halten. Erfolgsmeldungen über erreichte Ziele und realisierte Projekte aus verschiedensten Gemeinden motivieren und liefern Ideen für andere.

Speziell von der LZU betreute Projekte, Aktionen und Veranstaltungen werden im beigehefteten lzu-journal vorgestellt. Hier berichtet die Landeszentrale über thematische Schwerpunkte ihrer Arbeit - zum Beispiel Lokale Agenda 21 - und macht auf sinnvolle Initiativen anderswo aufmerksam. Die Kolumne "3 Fragen zur Sache" wirft in Kurzinterviews ein Schlaglicht darauf, wie verschiedene Institutionen und Gruppen - vom Landfrauenverband bis zur Schornsteinfegerinnung - Prinzipien einer umweltverträglichen Entwicklung in ihre Arbeit integrieren. Im Übrigen kann man das lzu-journal auch virtuell auf www.umdenken.de durchblättern und dabei die eingebauten Links zu Webseiten mit weiteren Informationen zum Thema nutzen.

Bausteine für die Agenda-Arbeit

Auf der Webseite www.umdenken.de ist ein umfangreiches Service-Paket zu finden, das die Prozessorganisation unterstützt und bei der Öffentlichkeitsarbeit vor Ort hilft. Das Paket ist besonders hilfreich für kleinere Kommunen, die oft nicht genug Zeit und Geld in die Agenda-"Kleinarbeit" stecken können.

Die Bausteine stellen unter anderem beispielhafte Formulierungen von Dokumenten und Arbeitshilfen für die Koordination eines Agenda-Prozesses bereit:

  • Beschlusstexte zur Aufstellung einer Lokalen Agenda 21
  • Dialogvereinbarungen
  • Beispielhafte Organigramme der Lokalen Agenda 21 in anderen Kommunen
  • Sloganserie und Beispiellogos aus diversen Kommunen
  • Formulare und Checklisten für die organisatorische Vorbereitung von Arbeitsgruppen, Protokolle und Projektbeschreibungen sowie einen Nachhaltigkeitscheck für Projekte.

Zudem stehen Bausteine für die Medienarbeit zur Verfügung:

  • Ideen und Textvorschläge für die Pressearbeit sowie grafische Vorlagen für Plakate, Faltblätter oder zur Auflockerung von Artikeln
  • Pressetexte zum Hintergrund der Lokalen Agenda 21 und zur Ankündigung von Veranstaltungen (Vorträge, Auftakt, Zwischenbilanz), Texte zur Motivation bestimmter Zielgruppen
  • Cartoons, Illustrationen und Fotoserien mit Motiven zur Lokalen Agenda 21
  • Ideen und Anregungen zu einer kreativen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Die Vorlagen sind so gestaltet, dass sie mit geringem Aufwand für die eigene Arbeit genutzt werden können und ein örtlicher Bezug hergestellt werden kann. Das Medien- und Servicepaket steht nicht nur den rheinland-pfälzischen Kommunen zur Verfügung: www.umdenken.de.

Informationspaket Lokale Agenda 21

Grundlegendes zum Thema "Nachhaltigkeit" findet sich in einem Informationspaket, das die LZU zum Thema "Lokale Agenda" geschnürt hat: Diese Zusammenstellung von Grundlagenliteratur und eine stets aktuelle Auswahl an weiterführenden Texten wird interessierten Kommunen und Einzelpersonen auf Wunsch zugeschickt. Darin finden sich neben Publikationen der LZU zum Beispiel auch der Wortlaut der Agenda 21, das vom Umweltbundesamt herausgegebene "Handbuch Lokale Agenda 21" und Tagungsdokumentationen.

 

Bürgerbroschüre zur Lokalen Agenda 21

Bürgerbroschüre zur Lokalen Agenda 21

Während "Nachhaltigkeit" in Fachkreisen inzwischen ein etablierter Begriff ist, hat die Mehrheit der Bevölkerung kaum eine Vorstellung davon, was eigentlich mit "nachhaltiger Entwicklung" und "Lokale Agenda 21" gemeint ist. Um das zu ändern und um persönliche Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, hat die LZU eine Broschüre herausgegeben. Auf wenigen Seiten werden zentrale Fragestellungen der (Lokalen) Agenda 21 angesprochen:
Was ist die Agenda 21 und was heißt nachhaltige Entwicklung?
Was kann mit einer Lokalen Agenda besser werden?
Warum betrifft mich das, was kann ich tun?
Neben Hintergründen zu Entstehung und Anliegen der Lokalen Agenda ist in der Broschüre die ganz konkrete Vision einer nachhaltigen Gemeinde entworfen. Das Heft stellt den Bezug zur Kommunalpolitik her und beschreibt mögliche Arbeitsstrukturen einer Lokalen Agenda. Eine begleitende FotoStory erklärt am konkreten Fall, worum es bei einer nachhaltigen Entwicklung vor Ort geht: Es geht um die Umwelt, um die Kinder, um die Gemeinde, um die Zukunft und - es geht nur gemeinsam. Nicht vergessen wurden eine Adress- und Literaturliste sowie Hinweise auf die Internetangebote der LZU.

Die Broschüre wurde allen rheinland-pfälzischen Kommunen zur Verfügung gestellt - mehr als 150.000 Exemplare sind verteilt. Weitere Bestellungen sind möglich. Gemeinden könnten beispielsweise ein Faltblatt mit den Terminen und Treffpunkten der örtlichen Agendakreise beilegen und die Broschüre sämtlichen Haushalten zukommen lassen - etwa zusammen mit der jährlichen Abrechnung der Müllgebühren. Vielleicht lassen sich auf diese Weise neue MitstreiterInnen gewinnen.

 

 
"Die Broschüre ist sehr gut geeignet, um auf Veranstaltungen über die Idee der Lokalen Agenda zu informieren. Wenn sich Leute für unsere Arbeit interessieren, haben sie oft keine Zeit oder Lust, viel zu lesen - da sind solche kurz gehaltenen Texte genau richtig. Schade nur, dass die Zielgruppe Frauen nicht sichtbar angesprochen wird."
Monika Lieth, Agenda-Beauftragte der Verbandsgemeinde Kirchen
 

 

Video: Lokale Agenda 21 in Rheinland-Pfalz

Beiträge einer Serie der SWR-Landesschau über die Lokale Agenda 21 wurden per Video festgehalten. Kurze Filme zeigen Agenda-Projekte in vier rheinland-pfälzischen Kommunen. Nach einem Spaziergang auf dem Göllheimer Agenda-Weg (s. Fallbeispiel) erläutern Firmen aus dem Mainzer Öko-Profit-Projekt, wie in ihren Betrieben Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit Hand in Hand gehen können. Die Tagespflegebörse des Frauenforums im Rhein-Hunsrück-Kreis und die Agenda-Schule in Boppard stellen ihre Arbeit vor. Agenda-Fachmann Dirk Kron berichtet von unterwegs in Rheinland-Pfalz (s. Interview). Der Moderationstrainingskurs an der Evangelischen Landjugendakademie in Altenkirchen gewährt Einblick in den Lehrplan. Das Video ist bei der LZU kostenlos ausleihbar.

Ein Logo für die Agenda

Das Logo ziert nicht nur sämtliche Publikationen der LZU zum Thema "Agenda 21", es kann auch von der Webseite heruntergeladen und für die Öffentlichkeitsarbeit vor Ort verwendet beziehungsweise den örtlichen Erfordernissen entsprechend umgestaltet werden. So sorgt es für einen Wiedererkennungseffekt im öffentlichen Bewusstsein und bündelt die rheinland-pfälzischen Agenda-Aktivitäten in der Präsentation nach außen.

 

"In Ober-Olm ist das Plakat gut angekommen - als Ergänzung zur Broschüre. Wir vom Initiativkreis haben festgestellt, dass es auf die Mischung ankommt: unterschiedliche Medien in der Öffentlichkeitsarbeit, die verschiedene Zielgruppen im Blick haben, helfen, eine möglichst große Bandbreite von Menschen für die Lokale Agenda 21 zu interessieren."
R.Wiedenhöft, Initiativkreis Lokale Agenda 21 in Ober-Olm

 

 

Außerirdische werden kommen, um die Welt zu retten? Plakat(ive) Kampagne der LZU

Im Sommer 2000 startete die LZU eine Offensive besonderer Art: "Außerirdische werden kommen, um die Welt zu retten", kündigte die LZU auf großflächigen Plakaten an - um dann doch die realistischere Devise "Handeln statt hoffen" zu propagieren. Auch Poster, Post-, Lese- und Telefonkarten sowie Mousepads warben dafür, die Zukunft in die eigenen Hände zu nehmen statt auf Hilfe aus dem Weltall zu warten.

Das außergewöhnliche Motiv sollte als "Hingucker" vor allem neugierig machen und Interesse wecken. Humor statt großer Erklärungen sollte im Mittelpunkt stehen. Da kam das Bild von der Sonnenfinsternis gerade recht - ruft es doch ein markantes Ereignis in Erinnerung, an das fast jeder persönliche Erinnerungen knüpft. Über 1700 Groß-Plakate wurden in ganz Rheinland-Pfalz gezeigt.

Lesen - Wissen - Handeln

Büchereien als öffentliche Orte der Bildung und Information bieten eine bisher kaum genutzte Möglichkeit, mehr Menschen für die Anliegen der Agenda 21 zu interessieren. Anfang 2002 schickte die LZU deshalb in Zusammenarbeit mit der Landesbüchereistelle Rheinland-Pfalz in Koblenz und der Staatlichen Büchereistelle Rheinhessen-Pfalz in Neustadt 100 umfangreiche Bücherpakete an öffentliche Büchereien im Land. Die Pakete enthalten Literatur zur Agenda 21, Bücher, Zeitschriften und CD-ROMs zu den Themen "Lokale Agenda 21", "Umweltschutz" und "Nachhaltigkeit".

Unter den Titeln finden sich Hilfestellungen für die Prozessorganisation vor Ort ebenso wie Aufschlussreiches über globale Aspekte - zum Beispiel ein Handbuch zum Fundraising, eine allgemeinverständliche Einführung in die Klimapolitik und der praktische Ratgeber zur Organisation von Festen. Auch dabei: mehrere Bildbände, ausgewählte Hefte der Zeitschrift "Politische Ökologie" und eine CD-basierte Umweltdatenbank.

Einen thematischen Schwerpunkt bildet die Frage, wie Kinder und Jugendliche Agenda-aktiv werden können. Dazu sind Kinder- und Jugendbücher sowie Computerspiele Bestandteile des Pakets. Hinzu kommen Handreichungen für Eltern und andere Erwachsene mit Anregungen für die Einbindung des Nachwuchses in Agenda-Prozesse.

 

Der Ullrichsturm vor der Renovierung

Zum Beispiel Göllheim: Die Agenda auf den Weg gebracht

Öffentlichkeitsarbeit ist ebenso wie auf Landesebene auch in den Kommunen wichtig. Wer gelungene Beispiele sucht, wie die Lokale Agenda zum Teil des Alltags in der Gemeinde werden kann, wird in der Projektdatenbank der LZU fündig. In Göllheim beispielsweise verbindet ein "Agenda-Weg" Orte, die Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit als Prinzipien der Ortsentwicklung illustrieren.

Aufmerksamen NutzerInnen der Medienarbeit der LZU ist die Orts- und Verbandsgemeinde Göllheim wohlbekannt: Die aktive Gemeinde hat ihr Engagement - vor allem im Rahmen der Ökokonto-Regelung - bereits mehrfach im Agenda-Forum des umweltournals präsentiert und war zum selben Thema Gastgeberin in der Veranstaltungsreihe "Nachhaltigkeit vor Ort und konkret".

Von Anfang an war in Göllheim die Schaffung von Öffentlichkeit für die Anliegen der Agenda 21 ein wichtiger Ansatzpunkt der Lokalen Agenda 21. Ein Team von SchülerInnen aus drei Schulen machte sich Gedanken, wie Anliegen und Ziele einer breiteren Öffentlichkeit über den Kreis der Agenda-Aktiven hinaus erfahrbar gemacht werden könnten: Die Idee für einen Lehrpfad zur Dorfentwicklung entstand.

Im Erdkundeunterricht schaute man sich in der Gemeinde um: Wo gibt es Schlüsselstationen der jüngeren und älteren Dorfgeschichte, wo lassen sich die Auswirkungen der Entwicklung von Siedlungs- und Wirtschaftsflächen auf die natürliche Umwelt gut darstellen, welche Standorte stehen für eine gelungene, nachhaltige Dorfentwicklung? Aus einer Vielzahl von Vorschlägen trafen die SchülerInnen eine Auswahl und erstellten ein detailliertes Konzept für den Agenda-Lehrpfad. Engagierte Unterstützung bekamen sie von Bürgermeister und Verwaltung aus Orts- und Verbandsgemeinde, örtlichen Unternehmen sowie dem Revierförster. So wurde die Ausarbeitung von Schautafeln fachlich begleitet. Im Sommer 2000 war es schließlich soweit: Umweltministerin Klaudia Martini eröffnete den Agenda-Weg mit einem ersten Spaziergang.

An zwölf Stationen werden historische Entwicklungen und Zukunftsperspektiven in ihren ökologischen und sozial-ökonomischen Dimensionen dargestellt. So geht es von einem Aussichtspunkt am Ortsrand - Schnittpunkt von Siedlungs- und Freiflächen - über das renaturierte Abbaugelände einer Zementfirma, als praktisches Beispiel für den notwendigen Ausgleich von ökonomischen und ökologischen Interessen, zum Synagogenplatz, einem Mahnmal für Toleranz, und einem Projekt für altengerechtes Wohnen mitten in der Göllheimer Ortsmitte. Jede Station bezieht sich auf die Prinzipien der Agenda 21 und macht so das Konzept Nachhaltigkeit ganz konkret und vor Ort erlebbar.

Wer den Agenda-Weg besuchen will, kann einen Gesamtüberblick auf einer Tafel gegenüber dem Rathaus in Göllheim finden und sich mit Hilfe eines Flyers und einer Broschüre über die einzelnen Stationen informieren. Übrigens: Für Beschilderung und Broschüre gab es einen Zuschuss aus der Projektförderung der LZU.

Der Agenda-Weg ist für die Göllheimer heute Teil des alltäglichen Ortsbilds und Ziel von Wochenendausflügen. Als freizeitorientierter Lernort für alle Altersgruppen vermittelt er Wissen - über die Geschichte des eigenen Ortes ebenso wie zu den Prinzipien und Umsetzungsmöglichkeiten einer nachhaltigen Entwicklung. Nicht zuletzt lässt sich der Agenda-Weg auch zum Ortsmarketing einsetzen: Er vermittelt in anschaulicher Weise Handlungsschwerpunkte der kommunalen Verwaltung und Politik.

Ansonsten ist man in Göllheim auf Verbandsgemeindeebene Agenda-aktiv: Mehrere Arbeitskreise haben für die Beschlussgremien Projektvorschläge erarbeitet, die in Handlungsempfehlungen an die Verwaltung umgesetzt wurden - unter anderem in den Bereichen "Ökologisches Bauen" und "Bürgerfreundlichkeit". Ein Agenda-Aktionstag im Herbst 2001 gab der Öffentlichkeit Einblicke in die Arbeit dieser Arbeitskreise.

Der Agenda-Weg ist heute für die Göllheimer Teil des alltäglichen Ortsbilds und Ziel von Wochenendausflügen. Als freizeitorientierter Lernort für alle Altersgruppen vermittelt er Wissen über die Geschichte des eigenen Ortes ebenso wie zu den Prinzipien und Umsetzungsmöglichkeiten einer nachhaltigen Entwicklung. Nicht zuletzt lässt sich der Agenda-Weg auch zum Ortsmarketing einsetzen. Er informiert in anschaulicher Weise über Handlungsschwerpunkte der kommunalen Verwaltung und Politik.

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