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Die Zusammenarbeit von LZU und ICLEI In Rheinland-Pfalz
hat sich seit Rio eine Menge bewegt. Aktiv und engagiert hat das Land
in den letzten Jahren nachhaltige Entwicklungsstrategien auf Landes-,
regionaler und kommunaler Ebene angestoßen, unterstützt und
gefördert. Ein besonderes Augenmerk der Landespolitik liegt dabei
auf den Kommunen: Ihre besondere Nähe zu den Menschen bietet die
besten Chancen, die Öffentlichkeit für zukunftsfähige Konzepte
zu sensibilisieren und mobilisieren. Die Lokale Agenda 21 spielt
daher - weltweit ebenso wie in Rheinland-Pfalz - eine entscheidende Rolle
als Instrument für Bürgerbeteiligung an kommunalen Planungen.
Der Einsatz lohnt sich. Gut ein Zehntel der bundesweiten lokalen Agenda-Prozesse sind in Rheinland-Pfalz zu Hause. Seit 1998 kann dabei auf eine starke Partnerschaft gebaut werden: die Landeszentrale für Umweltaufklärung (LZU) als zuständige Einrichtung des Landes und der Internationale Rat für kommunale Umweltinitiativen (ICLEI) arbeiten zusammen daran, die Anliegen, Methoden und Strategien der Lokalen Agenda zu verbreiten - und zwar dort, wo es drauf ankommt: direkt vor Ort. Nachhaltigkeit konkret machen Die LZU untersteht
unmittelbar der Umweltministerin und wird in ihrer Arbeit von einem wissenschaftlichen
Beirat fachlich unterstützt. Seit 1990 informiert die LZU die Menschen
in Rheinland-Pfalz über Belange der Umwelt und versucht sie für
einen umweltverträglichen Lebensstil zu motivieren. Die Förderung
einer Entwicklung, die an den Kriterien der Nachhaltigkeit ausgerichtet
ist, steht von Anfang an ganz oben auf dem Programm. Dialog und Kooperation
mit Umweltverbänden, Wissenschaft und anderen Interessengruppen sind
dabei Prinzip. In Sachen Lokale Agenda 21 fungiert die LZU als landesweite
Koordinationsstelle und Informationszentrale. Dazu betreibt sie Öffentlichkeitsarbeit,
ist Ansprechpartnerin für BürgerInnen, knüpft Partnerschaften
mit gesellschaftlichen Gruppen und gibt Impulse für Umweltbildung
für jung und alt.
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Modellregion in Europa Für ICLEI ist Rheinland-Pfalz eine europäische Modellregion geworden, denn hier konnten beispielhafte Methoden und Fortbildungsangebote entwickelt werden. Die Kommunen im Land behalten den Anschluss an aktuelle Erkenntnisse und politische Strategien aus einem internationalen Kontext, während gleichzeitig die Erfahrungen und Erfolge, die hier gemacht werden, in die weltweite Arbeit einfließen, beispielsweise auch in die Vorbereitungen für den Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg im August/September 2002. Zielgruppe Kommunen Zur Förderung der Lokalen Agenda werden Informationen und Hilfe vor Ort angeboten; denn dort wird die Unterstützung gebraucht. Dabei wird zweigleisig gefahren: Veranstaltungen in Kommunen informieren über Ziele, Prozesse und Chancen einer Lokalen Agenda - das Angebot reicht von informativen Vorträgen über die Mitgestaltung von Auftaktveranstaltungen bis zur individuellen Prozessberatung. Zum anderen werden dezentral Fortbildungen für Verantwortliche in Politik, Verwaltung und Bürgerschaft organisiert, um personelle Kapazitäten für ein erfolgreiches Management des Agenda-Prozesses vor Ort aufzubauen. Den Kommunen entstehen dabei nur geringe Kosten. Seit 1998 haben über 100 der insgesamt 236 rheinland-pfälzischen Kreise, Städte und Verbandsgemeinden von den Angeboten Gebrauch gemacht - viele davon mehrere Male.
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Lokale Agenda 21 - gemeinsam für die Zukunft der Kommune
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Im August/September 2002 treffen sich Staatschefs und Regierungsvertreter, Nichtregierungsorganistionen und Interessenverbände in Johannesburg zum Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung (World Summit on Sustainable Development). Zehn Jahre nach der "Konferenz über Umwelt und Entwicklung" 1992 in Rio de Janeiro soll Bilanz gezogen werden über den Stand in Sachen nachhaltiger Entwicklung - darüber, wie die damals in der "Agenda 21" formulierten Ziele umgesetzt wurden. Die Lokale Agenda 21 wird dabei eine der (wenigen) Erfolgsstories sein, denn die Kommunen haben sich mehr als jede andere Akteursgruppe für die Umsetzung der Agenda 21 engagiert. Um die vielen Aufgaben anzugehen, die sich vor Ort stellten, hatten sie in Rio den Auftrag erhalten, jeweils eine eigene, eine kommunale Agenda 21 zu erarbeiten - im Dialog mit den BürgerInnen. Etwa 6.500 Kommunen weltweit haben begonnen, langfristige Aktionspläne für die nachhaltige Entwicklung des eigenen Lebensumfeldes aufzustellen, haben Projekte initiiert, neue Impulse in kommunale Politik- und Verwaltungsstrukturen gebracht. Gut zwei Drittel dieser Kommunen liegen in Europa, etwa 2.000 in Deutschland. Lokale Agenda - Plan und Methode Woher dieser Erfolg? Die Forderung nach einer nachhaltigen Entwicklung bedeutet, sich mit einer komplexen Frage auseinander zu setzen: "Wie können wir uns die Lebensqualität, die wir für die Zukunft sicherstellen möchten, leisten und dabei gleichzeitig natürliche Ressourcen schonen?" Das erfordert Umdenken und Kompromissbereitschaft. Der direkte Dialog über den Ausgleich von verschiedenen Interessen kann am ehesten auf der kommunalen Ebene erreicht werden - und das ist der Vorteil der Lokalen Agenda. Eine Lokale Agenda 21 engagiert Politik und Verwaltung, (Interessen-)Gruppen und einzelne Bürger einer Kommune in einem gemeinsamen, langfristig angelegten Prozess. Ein Aktionsplan für die nachhaltige Stadt- oder Gemeindeentwicklung soll entstehen, der in gemeinsam getragenen Projekten umgesetzt wird. Und so steht der Begriff "Lokale Agenda" heute für zweierlei: Zum einen wird damit das Ergebnis des Dialogprozesses bezeichnet, ein Aktionsplan, der festhält, was in der Kommune zu tun ist, um das Leben im 21. Jahrhundert nachhaltiger zu gestalten. Zum anderen hat sich die Lokale Agenda auch als neue Methode der Bürgerbeteiligung und der integrierten Planung etabliert - nicht zuletzt wegen der Erkenntnis, dass die verbesserte Kommunikationskultur eine der wichtigsten Errungenschaften von Agenda-Prozessen ist. Erfolgsfaktoren Wesentliche
Elemente eines lokalen Agenda-Prozesses sind unterschiedliche Angebote
zur Beteiligung wie regelmäßig tagende Arbeitsgruppen, punktuelle
Formen wie Zukunftswerkstätten und Zukunftskonferenzen, und die Mitarbeit
an konkreten Projekten.
Die Angebote zur Unterstützung bei Moderation und Prozessmanagement haben viele Kommunen in Rheinland-Pfalz auf ihrem Weg zu einer eigenen Lokalen Agenda genutzt. Im Ergebnis haben sich vielerorts die Menschen in Verwaltung und Bürgerschaft, die Ortsgemeinden einer Verbandsgemeinde besser kennen gelernt, haben BürgermeisterInnen und Privatpersonen sich gemeinsam mit dem Image der Kommune auseinandergesetzt und sich darauf besonnen, was das Leben in ihrem Ort besonders macht, haben Arbeitkreise und Verwaltungen konzertierte Aktionen zu ökologischen Energieinitiativen gestartet, Radwegenetze geplant, Bürgertreffs und Biomärkte etabliert, Reparaturführer geschrieben, fair gehandelten Kaffee beworben... - kurz: Rheinland-Pfalz auf dem Weg zur Nachhaltigkeit ein gutes Stück vorangebracht. Das Konzept der nachhaltigen Entwicklung - was ist Lebensqualität? Die Tasse
Kaffee und ein Glas Orangensaft zum Frühstück, ein Laptop für
die Arbeit, der Flug in den Urlaub; die wöchentliche Müllabfuhr,
ein Kindergarten in der Nähe, die Pflegekraft für den Opa; Tomaten
aus Spanien, Blumen aus Senegal und Äpfel vom Bodensee; ein Haus
im Grünen, der Job für's Leben, ein attraktives Kulturangebot
- Lebensstile und die damit verbundenen Vorstellungen von Lebensqualität
sind heute vielfältig. Eins ist ihnen gemeinsam: Sie lassen sich
nur verwirklichen, indem täglich natürliche Ressourcen wie Wasser,
Boden oder Luft, Rohstoffe und Energie - aus dem eigenen Garten oder vom
anderen Ende der Welt - genutzt und verbraucht werden. Durch die wirtschaftliche
Aktivität des Menschen werden sie zu Konsumgütern. Lebensqualität mit Umweltqualität Die Nachhaltigkeit einer Entwicklung wird bestimmt von dem Verhältnis zwischen menschlichem Wirtschaften, der dadurch erreichten Lebensqualität und dem dafür erforderlichen Verbrauch an natürlichen Ressourcen. Dieses Verhältnis können wir an zwei Angelpunkten beeinflussen:
Nachhaltigkeit - der Mensch macht's Der limitierende Faktor für Entwicklung ist der endliche Vorrat an natürlichen Ressourcen. "Wirtschaften" muss jenseits von marktorientierter Gewinnmaximierung als zentrale Tätigkeit zur Erfüllung menschlicher Bedürfnisse verstanden werden. Im Zentrum steht der Mensch als handelndes Subjekt, das Vorstellungen über die gewünschte Lebensqualität entwickelt und über Wirtschaftsweisen entscheidet. Jeder Mensch kann in seinem Verantwortungsbereich zwischen Alternativen mit unterschiedlich hohem Ressourcenverbrauch auswählen und Entscheidungen treffen, die zu mehr oder weniger Nachhaltigkeit beitragen: Solarstrom oder Atomenergie, Kaffee direkt vom Kleinbauern oder vom Weltkonzern, Einfamilienhäuser oder Mietwohnungen in der Planung für's Neubaugebiet, zur Arbeit mit dem Auto oder der U-Bahn, Pappteller oder Mehrweggeschirr auf dem Gemeindefest.
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Lokale Agenda in Rheinland-Pfalz - eine Erfolgsbilanz 80 kommunale Gebietskörperschaften in Rheinland-Pfalz - von der Verbandsgemeinde bis zum Landkreis - haben inzwischen einen Ratsbeschluss zur Aufstellung einer Lokalen Agenda 21 gefasst, weitere 41 engagieren sich ohne formelle Entscheidung im Sinne der Lokalen Agenda 21. In neun Kommunen ist bereits ein Aktionsplan verabschiedet worden (Stand: Juli 2002). Damit ist Rheinland-Pfalz auf nationaler und europäischer Ebene in guter Gesellschaft.
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Unterstützung
von oben für die Arbeit von unten Kommunen
im Blick - die LZU und die Lokale Agenda 21 ... die Funktion als Koordinationsstelle für Lokale Agenda 21 in Rheinland-Pfalz:
... sowie die direkte finanzielle Unterstützung für Agenda-Arbeit:
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