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3 Fragen zur Sache
Anton

an Anton Anton Jung, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Weilerbach

Herr Jung, das Pilotprojekt "Zero-Emission-Village" ist auf zwei Jahre angelegt. Wie sieht die Halbzeit-Bilanz aus?
Die Grundlagenerhebungen (Groberfassung von Energieverbräuchen und Stoffmengen) sind fast abgeschlossen. Als Zielgröße wurde der Gesamtenergieverbrauch in der Verbandsgemeinde ermittelt, wovon auf die Stromversorgung etwa 40 Millionen Kilowattstunden pro Jahr entfallen. Das Einsparpotential wird auf circa 30 Prozent geschätzt. Als mögliche erneuerbare Energieträger in der Region kommen Solar-, Windkraft- und Biogasanlagen in Frage. Die Zwischenergebnisse lassen erkennen, dass das Ziel technisch erreichbar ist, die Umsetzung jedoch von der Wirtschaftlichkeit gegenüber konventionellen Energieträgern im Einzelfall und der Akzeptanz in der Bevölkerung abhängig ist.

Ist es nicht ein utopisches Ziel, Emissionsneutralität erreichen zu wollen; wäre eine bestimmte Prozent-Vorgabe nicht realistischer?
ZEV ist als Pilotprojekt angelegt, das unter anderem zum Ziel hat herauszufinden, ob sich eine Verwaltungseinheit CO2-neutral mit Energie versorgen lässt. Insofern wäre es nicht sinnvoll, dieses Ziel von vornherein einzuschränken. Vielmehr könnte das Ergebnis einer solchen Studie die Angabe eines prozentualen Anteils sein, der sich verwirklichen lässt.

Wer profitiert voraussichtlich von dem Pilotprojekt?
Von dem Pilotprojekt werden Firmen, Bürger, öffentliche Institutionen und nicht zuletzt unsere Umwelt profitieren. Der Einsatz von regenerativen Energieträgern wird zu einer Reduktion der Emissionen, insbesondere von CO2 führen. Ein weiterer Aspekt ist die Verbesserung von Stoffkreisläufen, beispielsweise die energetische Verwertung von Altholz und Grünschnitt. Durch deren Einsatz entstehen nicht nur lokale Stoffströme, sondern auch lokale Finanzströme. Dies bedeutet, dass auch die regionale Wertschöpfung gesteigert wird, woran Firmen, die mit diesen Technologien zu tun haben, teilhaben werden. Mittel- bis langfristig sind insbesondere bei steigenden Preiserhöhungen im Energiesektor finanzielle Einsparungen durch Reduzierung der Verbräuche und Kostensenkung beim Einsatz von erneuerbaren Energien zu erwarten, was auch zur finanziellen Entlastung der Bürger beitragen wird. Bei Behörden und sonstigen öffentlichen Institutionen ist darüber hinaus ein Prestigegewinn durch die Vorbildfunktion zu verzeichnen. Durch die ZEV-Vorhaben werden fossile Energieressourcen und unsere Umwelt geschont. Diese Maßnahmen werden einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der Lebensqualität und Zukunftsvorsorge für unsere nachfolgenden Generationen leisten.

 

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