LZU-Logo 32/2002
Öko-Check in Sportvereinen
Öko-Check in Sportvereinen
Öko-Check in Sportvereinen

 

 

 

50 rheinland-pfälzische Sportvereine mit eigenen Anlagen können sich kostenlos wissenschaftlich untersuchen lassen. Welche Vereine diese Möglichkeit erhalten, wird in einer landesweiten Ausschreibung ermittelt. Fest steht bereits, dass es 20 Vereine in der Pfalz, 20 im Rheinland und 10 in Rheinhessen sein werden. "Öko-Check" heißt die Untersuchung, sie zielt darauf, den Vereinen durch Überprüfung ihres Energie- und Umweltmanagements konkrete Hinweise zu geben, was sie im Sinne der Nachhaltigkeit ändern können und sollten. Damit der Analyse möglichst Taten folgen, bleibt es nicht beim "Check", sondern die Vereine werden auch entsprechend beraten.

Im Einzelnen geht es darum

  • die Betriebskosten der Sportstätten zu reduzieren,
    die Emissionen von Schadstoffen, vor allem von Kohlendioxid zu verringern,
  • die Sportler und ihre Angehörigen für eine nachhaltige Entwicklung im Rahmen der Agenda 21 zu sensibilisieren,
  • Modellprojekte in den Bereichen Energie, Wasser, Abfall und Landschaftspflege zu schaffen, die über
  • die Sportvereine hinaus eine breite Öffentlichkeit ansprechen,
  • Kooperationen zwischen dem lokalen Handwerk, dem Handel und dem Sport zu erreichen,
  • die Attraktivität der Sportvereine für junge Menschen zu erhöhen,
  • eine Plattform für Sport-Förderung durch die Industrie zu schaffen
  • und Multiplikatoren für einen nachhaltigen Sport zu gewinnen.

Für den wissenschaftlichen Teil des Vorhabens zeichnet Dr. Peter Heck, Professor am Umweltcampus Birkenfeld der Fachhochschule Trier, verantwortlich. Insgesamt handelt es sich um ein Kooperations-Projekt, an dem außer dem Umweltcampus der Landessportbund Rheinland-Pfalz, die Sportbünde Pfalz, Rheinland und Rheinhessen, das Ministerium für Umwelt und Forsten, das Ministerium des Innern und für Sport, die Stiftung Natur und Umwelt sowie die Landeszentrale für Umweltaufklärung beteiligt sind. Die Kosten werden je zur Hälfte vom Landessportbund und von der Stiftung Natur und Umwelt getragen.

Mit einem detaillierten Fragebogen wird der Öko-Check eingeleitet. Wissenschaftliche Mitarbeiter des Umweltcampus werden die Vereine, die den Fragebogen ausgefüllt haben, vor Ort besuchen. Für einen Besuch sind bis zu sechs Stunden eingeplant. In dieser Zeit werden die auf dem Fragebogen eingetragenen Angaben hinterfragt, erste Maßnahmenvorschläge besprochen und weitere Daten erhoben. Die Wissenschaftler wollen einen Eindruck von Bausubstanz, Logistik, Energieanlagen und Umfeld der Sportstätten gewinnen. Mit den Vereinsvertretern wollen sie dann über ökologische Verbesserungen diskutieren

Die Beratung wird in zwei Paketen angeboten. Im Paket A geht es um Wasser- und Energieverbrauch, Wärmedämmung, Abfallentsorgung und allgemeines Umweltmanagement. Das Paket B beinhaltet Investitionsberatung. Hierzu werden auch Wirtschaftsunternehmen und ­verbände in das Netzwerk von Ministerien und Sportverbänden einbezogen.

Der Öko-Check bei 50 Vereinen hat Pilotfunktion für das weitere Vorgehen und soll bis zum Ende des Jahres 2002 abgeschlossen sein. Die LZU wird die Ergebnisse der Analysen und Beratungen dokumentieren. Allen betroffenen Vereinen wird die Dokumentation zur Verfügung gestellt.

Dem Umweltschutz im Sportbereich Geltung zu verschaffen, hat im rheinland-pfälzischen Umweltministerium und in der Landeszentrale für Umweltaufklärung bereits Tradition. So hat die LZU mit dem 1. FC Kaiserslautern und mit dem 1. FSV Mainz 05 Vereinbarungen getroffen, Sportveranstaltungen und ­einrichtungen möglichst umweltfreundlich zu organisieren. In diesem Zusammenhang wurden die 05-Eintrittskarten mit Slogans wie "Wer gegen die Umwelt spielt, schießt Eigentore", "Die Umwelt steigt nur einmal ab" oder "Die Umwelt hat keine Ersatzbank" bedruckt. Umweltministerium und Landessportbund haben eine Kooperation zwischen Sportlern und Naturschützern organisiert und dabei unter anderem "goldene Regeln" für drei Sportbereiche aufgestellt. Das Handbuch "Agenda 21 im Sportverein", das der Landessportbund und die LZU mitherausgegeben haben, appelliert an die 6.200 Sportvereine in Rheinland-Pfalz, mit ihrem Engagement für die Agenda 21 eine Vorbildfunktion zu übernehmen.

 

zum Heftindex