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50 rheinland-pfälzische
Sportvereine mit eigenen Anlagen können sich kostenlos wissenschaftlich
untersuchen lassen. Welche Vereine diese Möglichkeit erhalten, wird
in einer landesweiten Ausschreibung ermittelt. Fest steht bereits, dass
es 20 Vereine in der Pfalz, 20 im Rheinland und 10 in Rheinhessen sein
werden. "Öko-Check" heißt die Untersuchung, sie zielt
darauf, den Vereinen durch Überprüfung ihres Energie- und Umweltmanagements
konkrete Hinweise zu geben, was sie im Sinne der Nachhaltigkeit ändern
können und sollten. Damit der Analyse möglichst Taten folgen,
bleibt es nicht beim "Check", sondern die Vereine werden auch
entsprechend beraten.
Im Einzelnen
geht es darum
- die Betriebskosten
der Sportstätten zu reduzieren,
die Emissionen von Schadstoffen, vor allem von Kohlendioxid zu verringern,
- die Sportler
und ihre Angehörigen für eine nachhaltige Entwicklung im Rahmen
der Agenda 21 zu sensibilisieren,
- Modellprojekte
in den Bereichen Energie, Wasser, Abfall und Landschaftspflege zu schaffen,
die über
- die Sportvereine
hinaus eine breite Öffentlichkeit ansprechen,
- Kooperationen
zwischen dem lokalen Handwerk, dem Handel und dem Sport zu erreichen,
- die Attraktivität
der Sportvereine für junge Menschen zu erhöhen,
- eine Plattform
für Sport-Förderung durch die Industrie zu schaffen
- und Multiplikatoren
für einen nachhaltigen Sport zu gewinnen.
Für
den wissenschaftlichen Teil des Vorhabens zeichnet Dr. Peter Heck, Professor
am Umweltcampus Birkenfeld der Fachhochschule Trier, verantwortlich. Insgesamt
handelt es sich um ein Kooperations-Projekt, an dem außer dem Umweltcampus
der Landessportbund Rheinland-Pfalz, die Sportbünde Pfalz, Rheinland
und Rheinhessen, das Ministerium für Umwelt und Forsten, das Ministerium
des Innern und für Sport, die Stiftung Natur und Umwelt sowie die
Landeszentrale für Umweltaufklärung beteiligt sind. Die Kosten
werden je zur Hälfte vom Landessportbund und von der Stiftung Natur
und Umwelt getragen.
Mit einem
detaillierten Fragebogen wird der Öko-Check eingeleitet. Wissenschaftliche
Mitarbeiter des Umweltcampus werden die Vereine, die den Fragebogen ausgefüllt
haben, vor Ort besuchen. Für einen Besuch sind bis zu sechs Stunden
eingeplant. In dieser Zeit werden die auf dem Fragebogen eingetragenen
Angaben hinterfragt, erste Maßnahmenvorschläge besprochen und
weitere Daten erhoben. Die Wissenschaftler wollen einen Eindruck von Bausubstanz,
Logistik, Energieanlagen und Umfeld der Sportstätten gewinnen. Mit
den Vereinsvertretern wollen sie dann über ökologische Verbesserungen
diskutieren
Die Beratung
wird in zwei Paketen angeboten. Im Paket A geht es um Wasser- und Energieverbrauch,
Wärmedämmung, Abfallentsorgung und allgemeines Umweltmanagement.
Das Paket B beinhaltet Investitionsberatung. Hierzu werden auch Wirtschaftsunternehmen
und verbände in das Netzwerk von Ministerien und Sportverbänden
einbezogen.
Der Öko-Check
bei 50 Vereinen hat Pilotfunktion für das weitere Vorgehen und soll
bis zum Ende des Jahres 2002 abgeschlossen sein. Die LZU wird die Ergebnisse
der Analysen und Beratungen dokumentieren. Allen betroffenen Vereinen
wird die Dokumentation zur Verfügung gestellt.
Dem Umweltschutz
im Sportbereich Geltung zu verschaffen, hat im rheinland-pfälzischen
Umweltministerium und in der Landeszentrale für Umweltaufklärung
bereits Tradition. So hat die LZU mit dem 1. FC Kaiserslautern und mit
dem 1. FSV Mainz 05 Vereinbarungen getroffen, Sportveranstaltungen und
einrichtungen möglichst umweltfreundlich zu organisieren. In
diesem Zusammenhang wurden die 05-Eintrittskarten mit Slogans wie "Wer
gegen die Umwelt spielt, schießt Eigentore", "Die Umwelt
steigt nur einmal ab" oder "Die Umwelt hat keine Ersatzbank"
bedruckt. Umweltministerium und Landessportbund haben eine Kooperation
zwischen Sportlern und Naturschützern organisiert und dabei unter
anderem "goldene Regeln" für drei Sportbereiche aufgestellt.
Das Handbuch "Agenda 21 im Sportverein", das der Landessportbund
und die LZU mitherausgegeben haben, appelliert an die 6.200 Sportvereine
in Rheinland-Pfalz, mit ihrem Engagement für die Agenda 21 eine Vorbildfunktion
zu übernehmen.

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