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Agenda 21 und Eishockeysport
Agenda 21 und Eishockeysport

Zukunftsorientierte Vereinsarbeit

"Eishockey made in Neuwied". Ein Begriff der sich seit der ersten Vereinsgründung 1979, zu einer festen Größe im rheinland-pfälzischen Sportgeschehen entwickelt hat. Die Umbenennung in BÄREN vor Beginn der Saison 1988/89, der Gewinn der Landesliga-Meisterschaft, verbunden mit dem Regionalliga-Aufstieg, waren die entscheidenen Ereignisse, die den Weg in eine erfolgreiche Zukunft ebneten. Diese Entwicklung gipfelte im bis dato größten Vereinserfolg, den Aufstieg in die Oberliga Nord 1993.

Von herausragender Bedeutung waren dann jeweils die Erfolge 1996/97 und 1997/98 mit dem Titel "Deutscher DEB-Meister". 1998/99 schaffte man den Verbleib in der zweiten Bundesliga. 1999/2000 kämpfte sich die Mannschaft, mit internationaler Starbesetzung, von Sieg zu Sieg. Leider zwangen finanzielle Verluste den Verein zur Aufgabe.

Damit im Neuwieder Icehouse die Lichter nicht für immer ausgingen, trafen sich einige Eishockeybegeisterte, unter dem Motto: "Die Bären sind tot - es leben die Bären", zur Gründung eines neuen Schlittschuhclubs am Mittelrhein. Mit dem Ausstieg aus dem professionellen Einhockeysport wurde gleichzeitig im Januar 2000 eines neues Kapitel mit dem SC Mittelrhein "Bären" aufgeschlagen.

Es gilt inzwischen, rund 360 Mitgliedern im neuen Verein, 187 aktiven Eishockeyspielern in allen Altersklassen, 15 Fanclubs und bis zu 2000 Zuschauern pro Heimspiel, die Möglichkeit zu geben, Ihren Sport zu erleben. Neben vielen Zuschauern sind pro Saison bis zu 100.000 Schlittschuhläufer auf dem Eis.

Inzwischen zählen zu den sportlichen Erfolgen des jungen SCM zum einen, die Regionalligameisterschaft Rheinland- Pfalz und die Meisterschaft der Aufstiegsrunde zur Oberliga. Mittelfristig wird der Wiederaufstieg in die Zweite Bundeliga angepeilt.

Mit Gründung des SCM wurden alle Kräfte auf die Rettung der Nachwuchsarbeit konzentriert und so ist es nicht verwunderlich, dass auch die Jugend auf eine erfolgreiche Saison 2000/01 zurück blicken kann. Beispielsweise wurden die Kleinschüler Rheinland-Pfalz-Meister.

Unter dem sozialen Aspekt geht es darum, Kindern ein vernünftiges Freizeitangebot zu unterbreiten; ebenso wollen wir einer sozialpolitischen Aufgabe gerecht werden, indem wir eine große Zahl von Kindern ausländischer Mitbürger in unserer Jugendabteilung integrieren.

Die Verantwortlichen im SCM bekennen sich aber auch zur dauerhaft umweltverträglichen und wirtschaftlich nachhaltigen Entwicklung des Vereins. So sollen letztlich die Wertevorstellungen von Rio de Janeiro zur Agenda 21 beim SC Mittelrhein gelebt und erlebt werden und insbesondere in die Jugendarbeit einfließen. Zur Umsetzung der noch zu definierenden Einzelmaßnahmen, möchte der Verein eng mit der Stadtverwaltung Neuwied und deren Lokalen Agendaprozessen kooperieren und abgestimmt handeln. Auch die Landeszentrale für Umweltaufklärung hat ihre Unterstützung und freundliche Begleitung zugesagt.

Die gesamte Sportstätte soll in diesen langfristigen Prozess eingebunden werden. Die Botschaft soll auch die Zuschauer erreichen und in kleinen Schritten zum Mitmachen anhalten.

Der Verein, insbesondere die Jugendabteilung, sucht letztlich noch Partner in Politik und Wirtschaft, die diese Arbeit ideell, aber auch materiell zu unterstützen bereit sind. So hat der Verein fünf Jugendmannschaften, die viele Auswärtsspiele zu bestreiten haben. Oft werden diese Fahrten mit Privatfahrzeugen durchgeführt. Ein kleiner Mannschaftsbus - der deutlich weniger Treibstoff braucht und viel CO2 vermeidet - könnte viele Pkw-Kilometer sparen.

Wie wir vernommen haben, soll es in 2002 eine durch die Landesregierung unterstütze Maßnahme geben: "Öko-Check im Sportverein". Hieran würde sich der SC Mittelrhein gern beteiligen und ist auch bereit, beispielhaft quasi als Modellversuch die Icehouse-Türen zu öffnen.

Peter Liebeskind,
Vater eines Kleinbären, Mitglied im Beirat des SCM,
Umweltreferent der IHK zu Koblenz

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