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Dr. Ulrich
Leinhos-Heinke, unter anderem für den Arbeitsbereich "Umwelt,
Gesundheit, Nachhaltigkeit" zuständiger Referatsleiter im Ministerium
für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung
Herr Dr.
Leinhos-Heinke, die Umwelt· und Nachhaltigkeitserziehung stellt
nur einen kleinen Ausschnitt aus Ihrem vielfältigen Zuständigkeitsbereich
dar. Warum engagieren Sie sich für dieses Thema besonders?
Das hat mehrere Gründe: Zum einen erscheint mir als interdisziplinär
ausgebildetem Naturwissenschaftler nachhaltiges ökologisches, das
heißt: hochgradig vernetzendes Denken für die Bewältigung
der vielfältigen Probleme der modernen Welt unverzichtbar.
Zum Zweiten
sehe ich als Pädagoge in diesem Themenbereich ein exponiertes Beispiel
für fachübergreifendes Lernen, auf das nach meiner Überzeugung
die moderne Schule in Überwindung überholter Abgrenzungen zwischen
den "Fächern" nicht mehr verzichten kann (und das übrigens
auch von den "Abnehmern" in Wirtschaft und Wissenschaft immer
massiver gefordert wird).
Liegt
Ihnen das Thema auch persönlich am Herzen?
So
ist es: Wir sind selbst als Familie Mitglied in einem der großen
Umwelt- und Naturschutzverbände, unsere Kinder wachsen mit großer
Begeisterung für die Phänomene der Natur (die jedes Fernsehprogramm
in den Schatten stellen können) und der Einsicht in die Schutzwürdigkeit
der natürlichen Lebensgrundlagen auf und wir engagieren uns "privat"
im Agenda-21-Prozess unserer kleinen in ihrem Charakter bedrohten Dorfgemeinde.
Wie sehen
Sie die Zukunft?
Zur
Zeit haben Ökologie und Umweltschutz nicht mehr den Mobilisierungscharakter
wie noch vor einigen Jahren. Wir befinden uns eher in einer "unpolitischen"
Stabilisierungsphase. Für die Wirtschaft ist ökologisches Denken
längst zu einem ökonomischen Faktor geworden. Bei den Jugendlichen
dagegen haben wieder andere, konsumorientiertere Trends die Oberhand und
das Thema Umweltschutz wird eher als "gesellschaftlich selbstverständlich"
(und damit persönlich unattraktiv) denn als "individuell wichtig"
empfunden.
Ich bin aber
sicher, dass es auch hierzu wieder in absehbarer Zeit eine Trendumkehr
geben wird, veranlasst durch die nun offensichtlich doch massiv zunehmenden
globalen ökologischen und sozialen Probleme, die irgendwann auch
für den Einzelnen in Mitteleuropa Relevanz erlangen und in Leben
und Arbeit "Nachhaltigkeitskompetenz" erfordern werden (ich
nenne nur BSE, Klima, Afrika ...). Dann werden wir, Bildungspolitik und
Gesellschaft, froh sein, an den Schulen auf ein bereits etabliertes pädagogisches
Fundament für die Nachhaltigkeitsbildung und ·erziehung zurückgreifen
zu können.
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