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Agenda 21 und Kunst
Agenda 21 und Kunst

Eine künstlerische Ausdrucksform zu Themen der Agenda 21 zu suchen und zu finden, bildete im Fach Material, Form und Farbe des Fachbereiches Architektur an der Universität Kaiserslautern denThemenschwerpunkt für das vergangene Wintersemester 99/00. Die im Hinblick auf die Landesgartenschau entworfenen und jurierten Arbeiten wurden mit Unterstützung der Landeszentrale für Umweltaufklärung und der Stadt Kaiserslautern realisiert und sollten als optische und inhaltliche Blickpunkte den Besuchern einen "nachhaltigen" Eindruck der Agenda-Themen und des Agenda-Standesvermitteln.

Neben konkreten Stellungnahmen zum lokalen Agenda-Prozess in Kaiserslautern konnten die Architekturstudierenden sich allgemein mit Agenda-Themen auseinandersetzen. Aspekte der natürlichen und künstlich geschaffenen uns umgebenden Realitäten, Umgang mit verschiedenen Materialien und Stofflichkeiten, Energiegewinnung, Energiefluss, Bewegung und Zeit konnten dargestellt werden. Kunstobjekte, die mit Hilfe alternativer Energien bewegt werden können, Flugdrachen und Flugobjekte, Objekte aus "armen" oder recycelten Materialien konnten entworfen werden, aber auch zentrale Begriffe wie "Gleichgewicht" oder "Ausgewogenheit" in dreidimensionale Gestaltungenumgesetzt werden.

Im plastischen Bereich gab es außer den Seminaren "Wind und Klang - Mobile Skulptur" und "Die Welt im Gleichgewicht halten" unter Leitung von Professor Gernot Rumpf die Seminare "Architektonische Flugobjekte" von Klaus Hartmann sowie "Drachen, Windvögel und Luftbräute" von Karl Seiter. "Nachhaltige Frei(t)räume" unter Leitung von Eckart Fest forderte zu Reflexionen über den Agenda-Prozess und den Begriff "Nachhaltigkeit" auf, "Licht und Kunst" von Wolf Hoffmann setzte sich mit Licht als Medium in der Kunst auseinander, "Körperhüllen - Tragbare Kunst" von Jochen Maaß mit umfunktionalisierten Materialien und Gebrauchsgegenständen. Die Natur als unerschöpfliche Quelle der Inspiration war Thema von Karl Seiters Seminar "Naturansichten".

Entsprechend des Ausstellungskonzeptes von Diplomingenieur Wolf Hoffmann wurden die künstlerischen Arbeiten in den Agenda-Stand integriert, der überwiegende Teil der Objekte schwebend über der Ausstellungsfläche, einen Eindruck von luftiger, beweglicher und vielgestaltiger Lebendigkeit erzeugend. Auch wenn von den vielen Themen der Agenda 21 nur wenige künstlerisch umsetzbar erschienen, darüber hinaus innerhalb des gegebenen Zeitrahmens die konkreten Bezüge zur Lokalen Agenda Kaiserslautern nicht erarbeitet werden konnten, sensibilisierte das Thema und seine künstlerische Umsetzung die je individuellen Vorstellungen und Standpunkte. Der "wind of change" erfasste neben fest gefügten Denkweisen auch bestehende ästhetische Kriterien - ein Anstoß in viele Richtungen.

Barbara Rumpf

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