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Was is(s)t der Mensch
Wieviel ist genug?

"Ich trinke nicht jeden Tag Wein, sondern oft nur Wasser. Wenn ich aber Wein trinke, dann muss es ein guter sein." Vincent Klink, (Fernseh-)Koch und Gastronom, brachte seine Einstellung von Essen und Trinken beim sechsten Symposion der Reihe "Wie viel ist genug?" der Landeszentrale für Umweltaufklärung auf den Punkt: Bei der Beantwortung der Titelfrage " Was is(s)t der Mensch?" kommt es nicht nur darauf an, was wir essen, sondern auch, mit welchem Bewusstsein wir essen. Unter der Moderation von Umweltministerin Klaudia Martini diskutierten drei Podiumsreferenten über Ernährungsverhalten, Verbraucherbewusstsein sowie Potenziale ökologischer und konventioneller Landwirtschaft. Die konventionelle Landwirtschaft ernähre die Bevölkerung in Deutschland zu fast 100%, so Landwirt Albert Klein. Die ökologische Landwirtschaft sei auf Nischenmärkte beschränkt. Öko-Landwirt Hans Pfeffer hielt dagegen. Die Ernährung der Weltbevölkerung erfordere einen schonenden Umgang mit dem Naturhaushalt. Absatzzahlen aus der Schweiz und Österreich zeigten, dass Produkte aus ökologischer Landwirtschaft größeres Marktgewicht erlangen könnten.

Er nannte die fehlenden Absatzwege als Hauptgrund für den geringen Marktanteil in Deutschland und forderte: "Wir brauchen Vermarktungszuschüsse, keine Anbauzuschüsse". Ministerin Martini betonte vor dem Hintergrund hoher Umweltstandards auch der konventionellen Landwirtschaft, ökologische wie konventionelle Bewirtschaftung hätten ihre Berechtigung. In Deutschland stünden beide Bewirtschaftungsweisen für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. Die Ministerin bekräftigte: "Ökologische wie konventionelle Landwirte müssen für ihre Produkte mehr Geld erhalten". Wie die qualifizierten Diskussionsbeiträge des Publikums zeigten, hatten auch viele Fachleute den Weg in die Mainzer Staatskanzlei gefunden.

Die Leitfrage der Symposion-Reihe "Wie viel ist genug ?" steht als Synonym für "Nachhaltigkeit". In den Vorjahren ging es unter anderem um die Verantwortung für die Schöpfung und den ökologischen Umbau der Industriegesellschaft.

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