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Gaytaler Gespräche 2000: Die Zeit nutzen!
Gaytal

"Die Zeit arbeitet für uns, wenn wir die Eigenzeiten der Natur beachten und die richtigen Weichen stellen", so Umweltministerin Klaudia Martini in ihrem Gruß-wort zu den vierten Gaytaler Gesprächen. Ihr luxemburgischer Amtskollege Charles Goerens bekräftigte, die Zeit zu nutzen bedeute, sich konsequent für eine nachhaltige Entwicklung einzusetzen. "Die Zeit ist die beschränkteste aller Ressourcen, sie ist nicht erneuerbar". Die Gaytaler Gespräche, die von der Landeszentrale für Umweltaufklärung und dem Umweltminis- terium Luxemburg bereits zum vierten Mal veranstaltet wurden, sind ein Diskussionsforum für Ideen, Beispiele und Konzepte nachhaltiger Entwicklung in der Region. Die Lage der Veranstaltungsorte in Luxemburg und Rheinland-Pfalz unterstreicht den grenzübergreifenden Charakter der Tagung.

Drei Tage lang wurde in Vorträgen, Arbeitskreisen und anhand von Anschauungsobjekten in der Region über die Zeit und ihre Rolle für nachhaltige Entwicklung diskutiert. Der erste Veranstaltungstag stimmte die rund 130 Teilnehmer der Tagung mit einem abwechslungsreichen Vortragsprogramm namhafter Referenten in die Thematik ein. "Wir müssen uns dem Zeitdruck stellen", so Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Ehrfeld vom Institut für Mikrotechnik Mainz. Er stellte die Notwendigkeit eines effizienten Umgangs mit der Zeit aus Sicht eines Hightechunternehmens im Zeitalter der Globalisierung dar. Nur wer schnell ist, bleibe am Ball und könne Innovationen in marktfähige Produkte umsetzen, die ihre Entwicklungs-kosten wieder herein holen. Und nur durch innovative Produkte werde eine effizientere Ressourcennutzung als Beitrag zur Nachhaltigkeit möglich.

Einen anderen Ansatz wählte Prof. Dr. Karlheinz Geißler von der Hochschule der Bundeswehr in München. "Zeit muss man leben, nur so wird sie lebendige Zeit". Geißler verwies auf die Ökologie der Zeit: "Der Mensch ist an die Prozesse der Natur, die natürlichen Zeitrhythmen, gebunden". Deshalb müsse das menschliche Wirtschaften in das natürliche eingebunden werden.

Der Astrophysiker Dr. Harald Lesch, Universitätsprofessor in München, nahm das Publikum auf Schloss Vianden mit auf eine kosmische Reise zum Beginn der Zeit.

Im Anschluss an den Vortrag ehrte Umweltministerin Martini das "grenzenlose Engagement" von Dr. Raymond Frisch im Bereich Natur, Tourismus und Umwelt. Der langjährige Bürgermeister der Stadt Vianden und Wegbegleiter der Gaytaler Gespräche erhielt im Namen von Minis-terpräsident Kurt Beck aus den Händen der Ministerin die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz.

Die Tagungs-Reihe "Gaytaler Gespräche" nimmt das Leitbild nachhaltiger Entwicklung aus dem Aktionsprogramm Agenda 21 der Vereinten Nationen auf. Die Gespräche bieten Akteuren und Gruppen aus der Gegend ein Podium für grenzübergreifende Diskussionen über Projekte, Ideen und Wege zu einer zukunftsfähigen, nachhaltigen Regionalentwicklung. Die bisherigen Tagungen befassten sich mit der Rolle der Arbeit, des Bodens und des Geldes.

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