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Herr Otto-Zimmermann,
internationale Vernetzung in einer Zeit knapper Kassen, ist das nicht
aussichtslos?
Man sollte meinen, Kommunen zögen sich angesichts knapper Finanzen
und sinkender Priorität für den Umweltschutz auf ihre Pflichtaufgaben
zurück. In vielen Städten, Gemeinden und Kreisen gilt das Gegenteil:
Gerade in schwierigen Zeiten wollen sie durch Austausch über Grenzen
hinweg Anregungen gewinnen, neue Wege erkennen, innovative Lösungen
kennen lernen. Und gerade jetzt die Solidarität mit Städten
im Süden der Welt nicht aufgeben, die besonders im Zeitalter der
Globalisierung unserer Unterstützung bedürfen.
ICLEI-Kommunen
wollen innovativ sein haben Sie ein Beispiel?
Die kommunale Naturhaushaltswirtschaft, mit der Kommunen die natürlichen
Ressourcen ebenso haushälterisch bewirtschaften wie die Ressourcen
‚Geld' und ‚Personal'. Die Städte Bielefeld, Dresden, Heidelberg
und der Landkreis Nordhausen haben das Modell des ökoBUDGET über
einen vollen Naturhaushaltsplan-Zyklus getestet und für nützlich
befunden. Das jährliche ökoBUDGET macht die Lokale Agenda 21
durch klare Zielsetzungen und Erfolgskontrolle konkret, bindet die politischen
Entscheidungsträger ein und wird zum zentralen Steuerungsinstrument
für ökologische Nachhaltigkeit.
In diesem
Jahr wird ICLEI 10 Jahre alt: Was planen Sie für die Zukunft?
Wir werden versuchen, die Erfahrungen mit lokalen Agenda-Prozessen
für die Befriedung der Stadtbewohner in ehemaligen Kriegs- und Krisengebieten
nutzbar zu machen. Wir werden auch die Einführung der kommunalen
Naturhaushaltswirtschaft mit dem ökoBUDGET europaweit propagieren
und fachlich begleiten. Die Wasser-Kampagne wird in Fahrt kommen. Wir
setzen auch auf eine Ausweitung unserer Initiative zur umweltfreundlichen
Beschaffung: Die Umwelt schützen mit Geld, das sowieso ausgegeben
wird das sollte doch gelingen!

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