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Hans-Heiner
Heuser, Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen
Herr Heuser,
gibt es eine pädagogische Leitlinie, der die Evangelische Landjugendakademie
Altenkirchen in ihrer Entwicklung treu geblieben ist?
Bei
den Kursen zur Umstellung auf den ökologischen Land-, Garten- und Weinbau
war es uns wichtig zu verdeutlichen, dass die Umstellung nicht nur eine
technologische oder ökonomische Herausforderung ist, sondern eine andere
Wahrnehmung und eine ethisch begründete Haltung zu Boden, Pflanzen und
Mitmenschen einschließt. Die ökopädagogischen Fortbildungen waren nicht
als Methodenkurse zur Umwelterziehung konzipiert, sondern sollten einen
Frage-, Erfahrungs- und Reflexionsraum für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
anbieten, die neue Wege des ökologischen Lernens entwickeln wollten. Die
Bildungsarbeit im Sinne der Agenda 21 zielt auf die Entwicklung von an
der Nachhaltigkeit orientierten Werten und Einstellungen, Fähigkeiten
und Verhaltensweisen. Es ist eine Bildungsarbeit, deren Kern die Reflexivität
ist und die versucht, die Zukunft zu öffnen, die in Frage stellt und sich
in Frage stellen lässt. Der notwendige Wandel in gesellschaftlichen Strukturen,
in Werten und Lebensstilen braucht eine reflexive Bildungsarbeit, damit
Menschen selbst ihre Zukunft in die Hand nehmen und Wege zum nachhaltigen
Handeln entwickeln..
Stößt
Ihr Bildungsangebot auf starke Nachfrage?
Die
Erlebnisgesellschaft verlangt nach "events" und in Zeiten knapper werdender
Kassen wird reflexive Bildung zur Luxusware. Trotz abnehmenden Umweltbewusstseins
und der Erkenntnis, dass Umweltwissen nicht unmittelbar zum positiven
Umwelthandeln und dann zum konkreten Umweltverhalten führt, ist verarbeitetes
Umweltwissen, d.h. vor allem Orientierungswissen, im Kontext von beruflicher
Qualifizierung und Weiterbildung gefragt. Qualifizierende Fort und Weiterbildungsangebote,
z.B. zur Umweltberaterin / zum Umweltberater, zur Umweltpädagogin / zum
Umweltpädagogen für den Primarbereich oder zur Moderatorin / zum Moderator
für den Agenda-Prozess finden Interesse..
Welche
Perspektiven sehen Sie für die Bildungsarbeit?
Die Agenda 21 weist den Weg für eine umfassende Bildungsarbeit, die auch
die Aspekte Entwicklung, Internationalität, Globalisierung, Gerechtigkeit,
Partizipation und Soziales mit aufgreift. In diesem Rahmen ist es ein
besonderes Anliegen der . Evangelischen Landjugendakademie, die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter in der außerschulischen Jugendarbeit zu befähigen, Kinder
und Jugendliche an das Agendathema heranzuführen, ihnen Projekt- und Handlungsmöglichkeiten
aufzuzeigen. Zukunftsfähigkeit kann es nur geben, wenn Kinder und Jugendliche
rechtzeitig die Möglichkeit erlangen, ihre Zukunft mitzugestalten.

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