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Susdeed

Auf den “Weg nach Europa” haben sich in Landau das Naturwissenschaftliche Technikum Dr. Künkele, das Otto-Hahn-Gymnasium und das Private Maria-Ward-Gymnasium gemeinsam begeben. Sie beteiligten sich an dem europäischen Umweltprojekt SUSDEED, das von Schulen in Finnland ins Leben gerufen wurde und Partner in Frankreich, Großbritannien, Schweden und Spanien hat. SUSDEED (Sustainable Development in Education = Nachhaltige Entwicklung in der Erziehung) fördert den Austausch und die Zusammenarbeit von Schulen innerhalb der Europäischen Union und angrenzender Nachbarstaaten. Neben den drei Landauer Schulen nahmen in Deutschland das Gymnasium am Römerkastell in Alzey, die Berufsbildende Schule Naturwissenschaften in Ludwigshafen und das Gymnasium in Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) teil.

Ziel dieses Projektes war die Erarbeitung von Unterrichtskonzepten, die sich mit konkret vor Ort gegebenen Möglichkeiten für umweltverträgliche Entwicklungen auseinandersetzen, wie sie 1992 auf der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung (UNCED) in der AGENDA 21 beschlossen wurden. Wegweisend an diesem Projekt war nicht nur die Länder übergreifende Zusammenarbeit sondern auch die von Beginn an so vorgesehene und praktizierte Zusammenarbeit von Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe II aus dem allgemein bildenden und dem berufsbildenden Bereich. 

Das regionalspezifische Thema für die drei Landauer Schulen war schnell gefunden. Drei Winzer in Siebeldingen, von denen jeder eine andere Anbauweise repräsentiert (ökologisch, kontrolliert-umweltschonend und konventionell), stellten freundlicherweise jeweils eine Riesling-Parzelle für biologische und chemische Untersuchungen zur Verfügung. Jede der drei beteiligten Schulen hatte ein eigenes Untersuchungsprogramm, wobei gute Ideen aus den Gymnasien teilweise an der naturgemäß besseren apparativen Ausstattung des Technikums umgesetzt wurden. 
 
Zu einem ersten internationalen Treffen, bei dem die einzelnen Projekte vorgestellt wurden und bei dem auch die Vielfalt der regionalspezifischen Ansätze deutlich wurde, kamen bereits im März 1998 die Projektkoordinatorinnen und -koordinatoren der beteiligten Schulen in Helsinki zusammen. Dass dabei die Schulen der Südlichen Weinstraße mit ihrem Weinbauprojekt große Beachtung fanden und die Pfalz als Tagungsort für das Abschlusstreffen ausgewählt wurde, ergab sich sicher nicht zuletzt aus dem Untersuchungsgegenstand. 

Die anderen Teilnehmer befassten sich mit Themen wie “Ökosystem des Waldes”, “Feuchtbiotope und Tourismus”, “Stadtentwicklung unter dem Gesichtspunkt der Erhaltung von Kulturdenkmälern”, “Ökosystem der Meere”, “Schutz und Erhaltung des alpinen Ökosystems”, “Mikrobiologie”, “Energieeinsparung”, “Recycling” und “Ökologischer Tourismus”. Aus dieser Vielfalt der Themen wird bereits deutlich, dass es bei SUSDEED nicht darum ging, fertige Unterrichtseinheiten zu entwickeln, die von den Schulen der anderen Länder übernommen werden können. Es ging um mögliche Methoden der Zusammenarbeit, um geeignete Methoden für die Umwelterziehung und um den Aufbau eines internationalen Informationsnetzes zwischen den Schulen. Bei der Entwicklung von Bewertungskriterien für nachhaltige Entwicklung in der Region leistete die Universität Helsinki unter Dr. Jussi Raumolin wertvolle Unterstützungsarbeit. Beim Abschlusstreffen im September 1999 in St. Martin wurde deutlich, dass den beteiligten Landauer Schulen eine Vorreiterrolle bei der Schulart übergreifenden Zusammenarbeit zukommt. Nur an den vier finnischen Standorten und hier konnte die ursprüngliche Idee optimal in der vorgesehenen Weise verwirklicht werden.

SUSDEED ist mittlerweile beendet. Nicht alle angestrebten Ziele wurden erreicht, aber das Informationsnetz zwischen den Teilnehmern funktioniert. Es wird auch weiter ausgebaut werden, denn man vereinbarte, weitere Kooperationsprojekte angehen zu wollen, und zusätzliche neue Partner haben bereits ihr Interesse bekundet.

Dr. Rainer Tempel, Pädagogisches Zentrum Rheinland-Pfalz

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