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Drei
Günter

Günter Schmidt, Landesinnungsmeister des Schornsteinfegerhandwerks Rheinland-Pfalz
 
Herr Schmidt, das Schornsteinfegerhandwerk ist seit vielen Jahren für den Umweltschutz tätig. Welche Tätigkeiten sind das konkret?
Das Schornsteinfegerhandwerk führt jährlich an Öl- und Gasfeuerungsanlagen über 11 kW Nennwärmeleistung wiederkehrend Emissionsmessungen nach der Kleinfeuerungsanlagenverordnung durch. Die Statistik für das Jahr 1998 hat ergeben, dass die ausgelösten Wartungen an den beanstandeten Anlagen ein Einsparungspotenzial bewirkten, womit man rund 6.000 Einfamilienhäuser ein Jahr lang beheizen könnte, und das nur auf das Bundesland Rheinland-Pfalz bezogen. Kohlenmonoxidmessungen an allen Gasfeuerstätten sowie Staubmessungen an Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe sind weitere Tätigkeiten, die dazu dienen, die Umwelt zu entlasten, aber auch die Ressourcen fossiler Brennstoffe zu schonen. 
 
Gibt es im häuslichen Bereich noch weitere Möglichkeiten, die zur Entlastung der Umwelt beitragen würden?
Die Möglichkeiten der Energieeinsparung im häuslichen Bereich sind bei weitem noch nicht erschöpft. Der Vollzug der jetzigen Wärmeschutz- und Heizungsanlagenverordnung, bzw. der zukünftigen Energiesparverordnung bei Gebäuden im Bestand, bedeutet weitere Schritte in die richtige Richtung. Einfache Maßnahmen, wie angepasste Nennwärmeleistung der Heizungsanlage an das Gebäude, Ausrüstung aller Heizkörper mit Thermostatventilen oder Dämmung des Verteilersystems der Heizungsanlage sind nur wenige Beispiele, wodurch zusätzlich Energie eingespart werden könnte und somit unsere Umwelt weiter entlastet würde.
 
Welche Rolle fällt Ihrem Handwerk in der Initiative des Umweltministeriums “Wie viel Wärme braucht der Mensch?” zu? 
Das Schornsteinfegerhandwerk wird die Initiative durch Anstoß-Energie-Beratungen unterstützen. An dieser Stelle sei aber gesagt, dass die Anstoß-Energie-Beratungen auch von anderen qualifizierten Gewerken durchgeführt werden. Wenn sich der erhoffte Erfolg einstellt, ist das nicht nur aktiver Umweltschutz, sondern durch die ausgelösten Investitionen auch eine Belebung der Wirtschaft.

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