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Fledermaus
Kinder

Von "I, Vampire!" bis "Oh, Fledermäuse!" reichten die Spontanreaktionen am Stand der Landeszentrale für Umweltaufklärung bei der diesjährigen Rheinland-Pfalz-Ausstellung in Mainz. Freilich war kein einziger Vampir zu entdecken; hier wurde ja schließlich keine Märchenstunde veranstaltet. Stattdessen gab es umfassende Informationen über Fledermäuse. Dass einige Besucher die Fledermäuse als Vampire ansahen oder zumindest beim Stichwort "Fledermaus" zunächst an irgendwo gehörte oder gelesene Gruselgeschichten dachten, bestätigte, wie wichtig das Anliegen der Ausstellung ist: Sie will über die Situation der Fledermäuse aufklären und um Verständnis dafür werben, dass die fliegenden Säugetiere auf die Hilfe von Menschen angewiesen sind, um überleben zu können.

Alle in Deutschland vorkommenden Fledermausarten sind in ihrem Bestand gefährdet, teilweise sogar vom Aussterben bedroht. Schuld daran sind wir Menschen. Wir haben ihre Lebensbedingungen verschlechtert, vor allem, weil wir ihnen nicht die nötige Tagruhe gönnen. Wir haben ihnen viele Unterschlupfmöglichkeiten genommen oder den Zugang dahin versperrt. Jetzt ist es an uns, den Schaden so weit wie möglich wieder gutzumachen.

Das sollte uns eigentlich nicht schwerfallen, denn mit den blutsaugenden Märchengestalten, den Vampiren, haben Fledermäuse nichts gemein. Die zierlichen Tierchen ernähren sich ausschließlich von - aus unserer Sicht oft schädlichen - Insekten, sind also ausgesprochen nützlich. Wenn wir ihnen einen Nistkasten im Garten anbieten oder den Weg zu einem Quartier auf dem Dachboden öffnen, können wir daher nicht nur ihnen, sondern auch uns selbst helfen.

Die Ausstellung "Fledermausschutz = Umweltschutz" besteht aus 21 doppelseitigen Schautafeln, einem Haus-Modell, an dem gezeigt wird, wo Fledermäuse Unterschlupf finden können, und einigen Nistkästen. Die Ausstellung wurde von Schülerinnen des Kurfürst-Balduin-Gymnasiums in Münstermaifeld erstellt, die sich mehrere Jahre mit dem Thema "Fledermäuse" beschäftigt und damit auch am Wettbewerb "Jugend forscht" teilgenommen haben.

Das Ergebnis hat selbst Fachleute begeistert. Die Landeszentrale für Umweltaufklärung hat die Ausstellung aufgrund des großen Interesses beim Publikum in den Verleih übernommen.

Die Ausstellung "Fledermausschutz = Umweltschutz" kann ab sofort bei der Landeszentrale für Umweltaufklärung ausgeliehen werden. Insgesamt bietet die Landeszentrale für Umweltaufklärung jetzt fünf Ausstellungen zum Verleih an. Neben der Fledermausausstellung sind es:
"Konsum - das globale Kaufhaus", "Denkmal Auto - Spuren unserer Mobilität", "Natur begreifen" und "Der Rhein gestern, heute, morgen - 1947 - 1997"

Nähere Informationen sind zu erhalten bei der Landeszentrale für Umweltaufklärung, Kaiser-Friedrich-Str. 1, 55116 Mainz, Telefon 06131/162527, Fax 164629. .

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