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Waldjugendherberge
Waldjugendherberge

Im lzu-journal Nr. 18-19 wurde die erste rheinland-pfälzische Waldjugendherberge vorgestellt. Schon nach einem Jahr gibt es nun eine zweite Einrichtung dieser Art in unserem Bundesland. Am 8. Dezember 1998 eröffnete Staatssekretär Roland Härtel vom Ministerium für Umwelt und Forsten Rheinland-Pfalz im Rahmen eines Festaktes die Waldjugendherberge Hochspeyer.

Die neue Waldjugendherberge ist ein Kooperationsprojekt des Deutschen Jugendherbergswerkes und der Landesforstverwaltung Rheinland-Pfalz und damit die erste forstliche Bildungseinrichtung im Biospährenreservat Naturpark Pfälzerwald. Die Waldjugendherberge bringt ihr Know-how sowie Unterkunft und Verpflegung der Gästegruppen und die Bereitstellung von geeigneten Räumlichkeiten, zum Beispiel eines Werkraumes, in die neue Partnerschaft ein. Das Team des Forstamtes Hochspeyer zeichnet für das waldbezogene Bildungsprogramm verantwortlich, das ab sofort gebucht werden kann.

Das neue Programmangebot der Waldjugendherberge richtet sich insbesondere an interessierte Schulklassen. Mit Kopf, Herz und Hand soll unter Einbeziehung aller Sinne der Pfälzerwald erlebt und erfahren werden. Hierfür sollten sich die Gruppen mindestens 3 Tage Zeit nehmen. Der Themenkatalog für das Waldprogramm reicht dabei von naturkundlichen Themen wie "Tierisch Tierisches; Jäger und Gejagte im Biosphärenreservat" über waldbezogene Themen wie "Vom Baum zum Holz; ein nachhaltig-faszinierender Rohstoff". Auch regionale Bezüge werden beispielsweise im Programm "Roter Fels und grüner Wald; Buntsandstein - ein Fels gestaltet Landschaft" thematisiert. Auf Wunsch kann auch ein waldbezogenes Abendprogramm pro Aufenthalt wahrgenommen werden.

Eine Informationsbroschüre über das komplette waldbezogene Bildungsangebot ist erhältlich bei der Waldjugendherberge Hochspeyer, Trippstadter Straße 150, 67691 Hochspeyer.

Staatssekretär Härtel betonte in seiner Eröffnungsansprache, die Waldjugendherberge sei in idealer Weise geeignet, "Mensch und Natur zusammenzuführen" sowie die Gäste der Waldjugendherberge für die Natur zu sensibilisieren. Dies sei ein Beitrag zur Umsetzung der Sevilla-Strategie, die für das weltumspannende Netz von derzeit rund 350 Biosphärenreservaten Entwicklung, Forschung und Bildung als Hauptziele nennt. Härtel bezeichnete die im wegen seiner Einzigartigkeit durch die UNESCO als Biospährenreservat ausgewiesenen Naturpark Pfälzerwald gelegene Waldjugendherberge Hochspeyer als wichtigen Mosaikstein für die geforderte Bildungsarbeit. Im Übrigen sei eine ganzheitliche Bildungsarbeit notwendig, um im Sinne der Agenda 21 weltweit eine nachhaltige, zukunftsfähige Entwicklung aller Lebensbereiche zu erreichen. Diese könne in Einrichtungen wie der Waldjugendherberge in hervorragender Weise geleistet werden.

Detlef Bojak, Vorsitzender des DJH-Landesverbandes, wies in seiner Rede auf die seit einem Jahr mit der ersten Waldjugendherberge in Sargenroth bei Simmern im Hunsrück gesammelten Erfahrungen hin. Die positiven Erfahrungen mit der Piloteinrichtung sowie die überaus hohe Nachfrage ermutigten dazu, die zweite rheinland-pfälzische Waldjugendherberge in der Pfalz zu eröffnen.

Dank dem Sponsoring von Dr. Helmut Reichling aus Zweibrücken konnte eine vom Pfälzer HolzArt-Künstler Erwin Würth geschaffene Skulpturengruppe aus heimischen Hölzern mit dem Titel "Lebensgemeinschaft" im Foyer der Waldjugendherberge enthüllt werden.

Sehenswert ist ebenfalls die 13 Meter (!) lange Bank vor der Eingangstür der Herberge, welche Forstwirte des Forstamtes unter Leitung von Anton Öttl aus einem einzigen Baumstamm gesägt haben. Diese kapitale Fichtenbank hat einen Durchmesser von weit über einem Meter und könnte vielleicht ins Guinessbuch der Rekorde eingetragen werden. Selbstverständlich stammt das Baumaterial aus dem heimischen Pfälzerwald und wurde im Forstamtsbereich geerntet.

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