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Schule
Energiesparen

Sparen soll Spaß machen, und das auch noch in der Schule? Vielleicht interessiert es nicht jede und jeden, aber viele Schülerinnen und Schüler haben schon Spaß daran gefunden - am Energiesparen in der Schule. Dabei geht es nämlich nicht darum, ein paar Mark für das eigene Portemonnaie zu sparen, sondern es geht darum, weniger Energie zu verbrauchen, um die Belastung der Umwelt ein wenig zu verringern.

Egal, ob man zur Beleuchtung, zum Betrieb von Geräten oder für die Heizung Energie verbraucht, die Umwelt wird in jedem Fall belastet. Um 1.000 Kilowatt-Stunden (kWh) elektrische Energie zu erzeugen, werden - je nachdem, ob dafür Heizöl, Erdgas, Steinkohle oder Braunkohle verbrannt wird - zwischen 310 kg und 1.167 kg Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre geblasen. Handelt es sich um Strom aus einem Kernkraftwerk, werden 0,08g Plutonium erzeugt.

1.000 kWh sind in einer Schule schnell verbraucht. Angenommen ein Klassenraum ist mit 10 Lampen zu je 100 Watt ausgestattet, dann verbraucht dieser Klassenraum pro Beleuchtungsstunde eine Kilowatt-Stunde Energie. Bei 200 Schultagen im Jahr mit je fünf Beleuchtungsstunden ergibt das schon den Verbrauch von 1.000 kWh in nur einem Klassenraum.

1.000 kWh einzusparen, ist für eine Schule ebenfalls eine Kleinigkeit. Pro Schultag gibt es z.B. 45 Minuten Pause. Würde im Klassenraum grundsätzlich in den Pausen kein Licht brennen, wäre das pro Jahr eine Einsparung von 150 kWh. Schon mit sieben Klassenräumen würde die Einsparung etwa 1.000 kWh ausmachen.
Das ist nur eine von vielen Möglichkeiten. Darüber hinaus ist so manche überflüssige Lampe zu entdecken; vielleicht sollten einige Leuchten mal wieder gereinigt werden; Energiesparlampen sind zwar in der Anschaffung zunächst teurer als herkömmliche Glühbirnen, aber die Mehrausgabe rechnet sich. Im Durchschnitt setzt eine Schule 60 % der elektrischen Energie für Beleuchtung ein. An den übrigen 40 %, die von Computern, Druckern, Kopierern, Videoanlagen und anderen Geräten geschluckt werden, läßt sich sicher auch einiges reduzieren. Und dann gibt es noch die viel Energie verbrauchende Heizung mit Sparpotentialen.

Um zum Stichwort "Spaß" zurückzukehren: Für den Umweltschutz aktiv zu sein, ist ja nicht das Schlechteste; dazu den Kopf anzustrengen und neue Ideen zu entwickeln, kann ganz schön aufregend sein. Zusätzlich gibt es aber noch die Chance, für die Schule Geld zu verdienen. Energie zu sparen, bedeutet ja auch, Kosten einzusparen, und einen Teil des nicht benötigten Geldes kann man seiner Schule zukommen lassen. Dazu braucht man zwar eine Vereinbarung mit dem Schulträger, aber das dürfte in der Regel nicht schwierig sein.

Eine solche Vereinbarung könnte beispielsweise beinhalten, ein Teil des eingesparten Geldes wird der Schule zur freien Verfügung gestellt, ein weiterer Teil wird für weitergehende energiesparende Investitionen an Schulen, vorzugsweise an der betroffenen Schule, bereitgestellt, der Rest verbleibt dem Schulträger.

An vielen Schulen im Land werden in Absprache mit den Schulträgern bereits Energiesparprojekte durchgeführt. Um noch mehr Schulen zum Energiesparen anzuregen, haben die Landeszentrale für Umweltaufklärung und das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung gemeinsam eine Broschüre herausgegeben. Unter dem Titel "Energie sparen? Ich bin doch kein Öko!" ist auf 20 Seiten das Wichtigste zusammengefaßt, das Lernende, Lehrende, Eltern sowie die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt- und Kreisverwaltungen über das Thema wissen sollten.

Das Heft ist kostenlos zu beziehen bei der Landeszentrale für Umweltaufklärung, Postfach 3160, 55021 Mainz.

Weitere info: www.uni-mainz.de/~necos

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