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Ankerpfad
Ankerpfad

"Die Schlehe und der Weißdorn bieten jeweils mehr als 100, die Eiche sogar fast 300 verschiedenen heimischen Insekten Nahrung und 'Heimstatt'. Exoten dagegen, wie z.B. die Forsythie, die aus China stammt, keinem einzigen! Das heißt, die Forsythie kann im zeitigen Frühjahr zwar mit ihrer reichen gelben Blütenpracht das menschliche Auge erfreuen, ist aber für unsere Tierwelt völlig wertlos. Für die chinesische gilt dies jedoch nicht, für sie wäre umgekehrt ein Anpflanzen von Schlehe, Weißdorn und Eiche ökologisch sinnlos. "Mit diesem Beispiel plädiert die Diplom-Biologin Dagmar Vogt für die Erhaltung heimischer Wildpflanzen. Wenn wir uns am Gesang der Vögel erfreuen wollen, brauchen wir Insekten - so ihre Begründung. Und Insekten brauchen heimische Wildpflanzen. Das Zitat ist der Einführung einer 60 DIN-A-4-Seiten umfassenden Broschüre mit dem Titel "Naturerlebnis Ankerpfad Koblenz-Lay - Geschichte, Landschaft, Pflanzen, Tiere" entnommen. Das Heft lädt zu einer Wanderung bzw. zu einem "Naturerlebnis" auf dem zwischen Koblenz-Moselweiß und -Lay gelegenen Ankerpfad ein. Damit wirbt es beispielhaft für eine von vielen ähnlichen Möglichkeiten in Rheinland-Pfalz, Natur zu erleben. Die Stadt Koblenz als Herausgeberin will damit ohne Zweifel zur Förderung des Fremdenverkehrs beitragen. Darüber hinaus erfüllt die Broschüre aber eine weitere Funktion: Indem sie auf die "alltäglichen" Schätze der Natur aufmerksam macht, fordert sie zum Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten auf. Auch dies gilt nicht nur für den Ankerpfad, sondern beispielhaft für die ganze Natur. Das Heft "Naturerlebnis Ankerpfad Koblenz-Lay" ist zum Preis von 10 Mark bei der Stadtverwaltung Koblenz zu beziehen.

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