In Rheinland-Pfalz verlief die Entwicklung zur Lokalen Agenda 21 in den letzten zwei bis drei Jahren recht stürmisch. Viele Kommunen haben die Bedeutung der partizipativen Elemente für eine Nachhaltige Entwicklung erkannt und versuchen die ökonomischen, sozialen und ökologischen Aspekte in ihrer Entwicklungsplanung gleichwertig zu berücksichtigen.
Da es keinen Königsweg zu einer Lokalen Agenda 21 gibt, ist sehr viel Kreativität und Experimentierfreude gefragt. Um so schwieriger ist es, den Stand aller Lokalen Agenda 21-Prozesse in einer Umfrage quantitativ zu erfassen. Die Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz hat deshalb nur statistisch erfasst, ob es in einer Kommune Aktivitäten zur Lokalen Agenda 21 gibt und ob hierzu ein parlamentarischer Beschluss vorliegt. Welche konkreten Aktion vor Ort laufen und wie der Agenda-Prozess im Detail strukturiert ist, kann in den Angaben der einzelnen Kommunen nachgelesen werden.
Wie die aktiven Kommunen in Rheinland-Pfalz verteilt sind, gibt die Karte wieder.

Den Stand der Lokalen Agenda 21 in Rheinland-Pfalz gibt die folgende Tabelle wieder:

Art der Gebietskörperschaft Anzahl gesamt Anzahl/% mit LA21 Agenda verabschiedet Anzahl/% mit LA21 Beschluß Anzahl/% ohne Beschluß aber mit LA21 Aktivitäten
Kreise 24
6 25.00%
10 41.67%
8 33.33%
Kreisfreie Städte 12
4 33.33%
7 58.33%
1 08.33%
Verbandsfreie Gemeinden 37
9 24.32%
12 32.43%
5 13.51%
Verbandsgemeinden 163
6 03.68%
44 26.99%
28 17.18%
 
Summe 236
25 10.59%
73 30.93%
42 17.80%
 
Ortsgemeinden 2256
3 00.13%
40 01.77%
37 01.64%

Die Landkreise und Städte in Rheinland-Pfalz sind hier vollständig erfasst, für die Verbandgemeinden und vor allem für die vielen Ortsgemeinden ist eine komplette Erhebung noch nicht vorhanden.
Für Nicht-Rheinland-Pfälzer sei an dieser Stelle die zu anderen Bundesländer abweichende kommunale Verwaltungsstruktur erläutert: In Rheinland-Pfalz liegen viele Kompetenzen der kommunalen Selbstverwaltung (Bebauungspläne, Kindergärten u.a.) bei den Ortsgemeinden. Dennoch sind viele zu klein, als dass formalisierte Agenda Prozesse stattfinden könnten. Mehrere (das geht von zwei bis 50) Ortsgemeinden bilden eine Verbandsgemeinde. Auf dieser Verwaltungsebene sind die Zuständigkeiten für Bauleitplanung, Schulen, Wasser- und Abwasserversorgung u.a. angesiedelt. Auf dieser Ebene finden sinnvoller Weise formalisierte Agenda Prozesse statt, die ohnehin aufgrund des engen direkten Kontaktes mit den Ortsgemeinden in diese hineinwirken. Deshalb ist es wichtig, sich bei der Abschätzung der Verbreitung von Agenda-Aktivitäten im Land Reinland-Pfalz auf die Verbandsgemeindeebene zu beziehen.