Mayen-Koblenz

Landkreis

213667 Einwohner


Bahnhofstraße 9
56068 Koblenz
Tel. 0261-1080
Fax 0261-35860
http://www.mayen-koblenz.de

Mayen-Koblenz

Ansprechpartner(in)

Dr. Rüdiger Kape
Koordinator Integrierte Umweltberatung (IUB)
Kreisverwaltung
Bahnhofstraße 9
56068 Koblenz
Tel. 0261-108420
Fax 0261-108484
E-Mail Ruediger.Kape@kvmyk.de

Wir beschäftigen uns
mit Lokaler Agenda 21
Die Aufstellung der
Lokalen Agenda 21
wurde beschlossen im März 1995
Die Lokale Agenda 21
wurde verabschiedet

Aktivitäten zur Lokalen Agenda 21

Wie ist der Agenda-Prozess organisiert? Wer ist am Prozess beteiligt?

Der Landkreis Mayen-Koblenz koordiniert die Integrierte Umweltberatung (IUB), die sich als wichtiger Baustein für eine Lokale Agenda 21 auf Kreisebene versteht. Die IUB ist aus einem bundesweiten Projekt hervorgegangen, welches in den Jahren 1997-2000 in zehn Landkreisen bundesweit stattfand. Seit Juli 2000 wird die IUB in Regie des Landkreises Mayen-Koblenz durchgeführt. Der Schwerpunkt der Themenstellung liegt im Umweltbereich, wenngleich soziale und ökonomische Themen immer stärker in den Mittelpunkt des Interesses rücken.

Der Teilnehmerkreis ist sehr heterogen. Die Teilnehmer entstammen aus:
Firmen, Innungen, Kammern, Ingenieur- und Architekturbüros, Umwelt- und anderen Verbänden, Vereinen, Behörden, Verwaltungen (neben der Kreisverwaltung zahlreiche Landesämter und kommunale Verwaltungen), Wissenschaft, Schulen und Bildungseinrichtungen. Ebenfalls vertreten sind interessierte Einzelpersonen.

Die thematischen Schwerpunkte liegen im "Energie- und Klimaschutz" sowie der "ökologischen Landschaftsentwicklung".

Der Beirat der IUB ist das "oberste" Gremium der IUB. Er gibt Empfehlungen an die politischen Gremien des Landkreises ab. Im Beirat sind die Kreistagsfraktionen, Vertreter der Kommunen im Landkreis und die IUB vertreten.

Mit welchen Themen beschäftigen wir uns im Rahmen des Lokale Agenda 21-Prozesses?

  • Ökologisch orientiertes Bauen und Planen
  • Öffentlichkeitsarbeit für regenerative Energien
  • Energetische Altbausanierung
  • Aufbau eines ökumenischen Umweltnetzwerkes in Zusammenarbeit mit der evangelischen und katholischen Kirche
  • Naturnahe Spielangebote:
    Informationsveranstaltungen zu naturnahen Spielräumen und zur naturnahen Gestaltung von Schul- und Kindergartenfreigeländen
  • Spielleitplanung
  • Pomologische Aspekte von Streuobstwiesen
  • Erhalt und Nutzung von Streuobstwiesen
  • Schaffung eines landkreisübergreifenden Naturparkes Vulkaneifel
  • Regionale Vermarktung

Welche Projekte waren/sind besonders erfolgreich?

  • Die Integrierte Umweltberatung als Gesamtprozess
    Die Integrierte Umweltberatung als Ganzes ist als überaus erfolgreich anzusehen. Seit 10 Jahren arbeitet die Integrierte Umweltberatung mit permanenter intensiver Bürgerbeteiligung. Zahlreiche Projekte wurden initiiert, begleitet und zum Teil in Vereinen, die weiterhin zum Netzwerk Integrierte Umweltberatung zählen, verselbstständigt. Neue Strukturen für Kontinuität und Erfolg wurden begründet. Um die politische Unterstützung der IUB und die Umsetzung von Projekten zu gewährleisten, wurde der Beirat „Integrierte Umweltberatung“ geschaffen. In ihm ist neben Vertretern der IUB und aller Kreistagsfraktionen auch ein Vertreter der Kommunen des Landkreises vertreten. Hier erfolgt eine regelmäßige Information. Projekte der IUB und deren Umsetzung werden erörtert. Die Integrierte Umweltberatung bzw. Ihre Teilprojekte haben Anerkennung seitens des Landes, aber auch verschiedener anderer Organisation erhalten: Im Jahr 2005 war BEN-Mittelrhein Preisträger der bundesweiten Aktion „Bürger initiieren Nachhaltigkeit“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Im Juni 2007 erhielt der Landkreis Mayen-Koblenz für die Durchführung der IUB den Umweltpreis des Landes Rheinland-Pfalz. Im Juli 2007 wurde das Bau- & EnergieNetzwerk Mittelrhein e.V. zusammen mit der IUB als Projekt des Sommers seitens des BUND Rheinland-Pfalz für seine Leistung vor allem im Bereich der vorbildlichen und nachhaltigen Informations- und Vernetzungsarbeit ausgezeichnet. Weiterhin erhielt BEN-Mittelrhein im September 2007 im Rahmen des 10. Energietags Rheinland-Pfalz in Bingen einen Anerkennungs- und Förderpreis "Zukunft der Energie" der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP).
  • Bau- & EnergieNetzwerk Mittelrhein e.V. Public-Private-Partnership für mehr Klimaschutz
    Die Integrierte Umweltberatung arbeitet mit finanzieller Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz (Finanzministerium) seit Jahren intensiv am Thema Energie sparendes Bauen. Aus diesem Projekt heraus ist der gemeinnützige Verein Bau- & EnergieNetzwerk Mittelrhein e.V. im Jahre 2005 hervorgegangen. Der Verein Bau- & EnergieNetzwerk Mittelrhein e.V. will Energie sparendes Bauen und Sanieren fördern, um zu einer nachhaltigen Entwicklung in der Region Koblenz beizutragen. Als zentraler Ansprechpartner zum Thema nachhaltiges Bauen will er als bedeutende Initiative zum lokalen Klimaschutz in der Region Koblenz zur Verringerung von CO2-Emissionen beitragen. Handlungsfelder sind Neubauten, Altbauten (Sanierung), regenerative Energien und nachhaltiges Bauen. Wirtschaftliche, gesellschaftliche und öffentliche Akteure übernehmen im Verein gemeinsam Ver¬antwortung für die Umsetzung von Energieeinsparzielen. Der Verein hat knapp 40 Mitglieder. Öffentliche Mitglieder sind u.a. die Stadt Kob¬lenz und der Landkreis Mayen-Koblenz. Weitere Mitglieder sind: Planer, Architekten, Handwerker, Baustoffproduktion und -handel, Vereine (u.a. BUND und Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz) und ebenso die De¬beka Bausparkasse. Intensiv wird BEN vom Zentrum für Umwelt und Arbeitssicherheit (ZUA) der Handwerks¬kammer Koblenz unterstützt. Allein im Jahr 2006 hat BEN-Mittelrhein insgesamt 23 Veranstaltungen wie Seminare, Vorträge, Workshops, Exkursionen, Praxisdemonstrationen, Tage der offenen Tür, ... durch¬geführt und mit diesen über 1.000 Teilnehmer erreicht. Die Anzahl der Informationsveranstaltungen und deren Teilnehmer werden im Jahr 2007 noch einmal deutlich erhöht. Mehr Informationen gibt es auf der Homepage: www.ben-mittelrhein.de.
  • Umweltnetzwerk Kirche Rhein-Mosel – Ökumene und Ökologie
    Neue Partnerschaft zum Erhalt der Schöpfung
    Seit dem Jahr 2004 wird mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Um¬welt, Forsten und Verbraucherschutz und in enger Kooperation mit der Lokalen Agenda der Stadt Koblenz sowie der katholischen und evangelischen Kirche vor Ort das Projekt "Umweltnetzwerk Kirche Rhein-Mosel" durchgeführt. Es ist einmalig in Rheinland-Pfalz. Folgende Ziele stehen im Mittelpunkt:

    1. Vernetzung von kirchlichen Gemeinden und Institutionen zu einem ökumenischen Netzwerk
    2. Sensibilisierung von Kirchengemeinden in Fragen der nachhaltigen Entwicklung
    3. Motivierung und praktische Unterstützung zur Umsetzung von Maßnahmen im Be¬reich der nachhaltigen Entwicklung mit einem Schwerpunkt im Umweltschutz.

    Seit dem Start des Umweltnetzwerkes hat dieses 24 Veranstaltungen mit ca. 500 Teil¬nehmern durchgeführt. Das weite Spektrum beleuchtete die verschiedensten Facetten einer nachhaltigen Entwicklung: Kirchenheizungen, Fotovoltaik auf kirchlichen Lie¬genschaften, Kirchtürme als Lebensraum für Fledermäuse, Streuobstwiesen auf kirchlichen Flächen, nachhaltige Beschaffung, Umweltmanagement in Kirchengemeinden, energetische und baubiologische Sanierung von kirchlichen Liegenschaften, Finanzierung von Umwelt¬schutzmaßnahmen und vieles mehr. Darüber hinaus initiiert und begleitet das Umweltnetzwerk Kirche Projekte für mehr Nach¬haltigkeit, z.B. die Sanierung des Pfarrhauses der evangelischen Kirchen¬gemeinde Mendig, der Aufbau eines Umweltmanagementsystems im Jugendhilfezentrum Bernardshof, Mayen. Mehr Informationen gibt es auf der Homepage: www.umweltnetzwerkkircherheinmosel.de.

  • „Heimat schmeckt!" e. V. – Näher ist besser
    Am 26. April 2004 gründete sich auf Initiative der Integrierten Umweltberatung der Verein "Heimat schmeckt!" e.V.. Im Verein sind 30 landwirtschaftliche, direktvermarktende Betriebe sowie gastro¬nomische Betriebe und Lebensmittelverarbeiter Mitglied. Die landwirtschaftlichen Betriebe umfas¬sen verschiedenste Produk¬tions¬zweige und verbinden sowohl kon¬ventio¬nell als auch biologisch wirtschaftende Betriebe. Dieser umfassende Ansatz über Produktionsrichtungen und über Veredlungsstufen hinweg, der sich aus einem basisorientierten Prozess entwickelt hat, stellt eine Besonderheit dar. Die Förderung der regionalen Vermarktung, die Erhöhung der regionalen Wertschöpfung und die Transparenz gegenüber dem Kunden sind wichtige Ziele des Vereins. "Heimat schmeckt!" e.V. ist im Internet unter www.heimat-schmeckt.de präsent.
  • Streuobstwiesen – Jung und alt auf die Bäume
    Eine Projektgruppe der Integrierten Umweltberatung hat sich das Ziel gesetzt, Streuobstwie¬sen im Raum Mayen-Koblenz zu erhalten und zu entwickeln. Ein wichtiger Baustein hierzu ist die Nutzung der Streuobstwiesen. Im Rahmen der Projektgruppe arbeiten Obst- und Gartenbauvereine, Umweltverbände und Initiativen sehr eng mit Keltereien der Region zusammen. Gemeinden unterstützen die Ar¬beit. Beispielhafte Aktivitäten sind: Kurse für Schnitt und Pflege, Streuobstsammlung und Nutzung, Schulpatenschaften für Streuobstwiesen, Lehrerfortbildung „Streuobstwiesen“, Streuobsttage, Aufbau eines stabiles Netzwerkes zum Thema Streuobst. Als weiterer neuer Schwerpunkt wird die Bildung eines pomologischen Arbeitskreises im nördlichen Rheinland-Pfalz angegangen, der sich um die Erfassung und Erhaltung des Sortenspektrums vorrangig auf Streuobstwiesen kümmern will.
Welche Öffentlichkeitsarbeit betreiben wir?

Die IUB gibt ein weites Spektrum an Publikationen, zum Teil in enger Kooperation mit anderen, heraus:

  • Broschüre „Energie sparendes Bauen und Sanieren“
  • Infoblatt „Förderprogramme im Bereich von Energie sparendem Bauen und Sanieren sowie beim Einsatz regenerativer Energie für den privaten Haushalt“
  • Faltblatt „Solarthermie – Solare Warmwasserbereitung“
  • Faltblatt „Fotovoltaik – Solare Stromversorgung“
  • Faltblatt „Wärmepumpen“
  • Faltblatt „Heizen mit Holz“
  • Faltblatt „Regenwassernutzung“
  • Broschüre "Heimat schmeckt"
    (Mitgliedsbroschüre des Vereins "Heimat schmeckt!")
  • Faltblatt "Bau- und Energie- Netzwerk Mittelrhein"
  • Faltblatt "Naturnahe Spielangebote"
  • Faltblatt "Spielleitplanung"
  • Faltblatt "Integrierte Umweltberatung"
Weiterhin erfolgt regelmäßige Pressearbeit seitens der IUB.

Was planen wir für die nähere Zukunft?

Ein Projekt ist leichter gestartet als dauerhaft am Leben gehalten: Am Anfang besteht noch der volle Elan und der Reiz des Neuen. Junge Projekte erhalten leichter eine Förderung als bereits bestehende Projekte. Aber nur wenn es gelingt Themen der Integrierten Umweltberatung dauerhaft zu verankern und diese aktiv zu bearbeiten, kann hiervon eine Wirkung im Sinne einer Nachhaltigkeit ausgehen.

Der Fokus der weiteren Arbeit muss deshalb auf einer Verfestigung und Weiterentwicklung der bestehenden Themen liegen. Die ausgegliederten Vereine gilt es zu unterstützen und im Fortbestand zu sichern. Die bestehenden Kooperationen im Netzwerk Integrierte Umweltberatung zur Stadt Koblenz und zu Kommunen im Landkreis sollen weiter ausgebaut werden.

Das Umweltnetzwerk Kirche Rhein-Mosel, welches noch bis Sommer 2008 eine finanzielle Förderung des Landes Rheinland-Pfalz erhält, gilt es zu verankern und auf Dauer zu sichern.

Gibt es eine Erfolgskontrolle bei der Umsetzung der Lokalen Agenda 21?

Die Projekte der IUB werden stets von Projektgruppen oder Steuerungsgruppen begleitet, in der Teilnehmer der IUB vertreten sein. Diese sind Mahner und Promotoren einer Umsetzung von beschlossenen Projekten. Auf diese Weise erfolgt eine praxisnahe Erfolgskontrolle.

Für einzelne Themenbereiche, die innerhalb der IUB bzw. in den hieraus entstandenen Vereinen bearbeitet werden, besteht eine externe Evaluation. Dies trifft vor allem für das Bau- und Energie Netzwerke Mittelrhein zu, welche seitens des Finanzministeriums Rheinland- Pfalz gefördert wird. Eine weitere Kontrolle der Arbeit erfolgt durch den Beirat "Integrierte Umweltberatung" und die Kreisgremien, in denen regelmäßig Bericht erstattet wird.

Website zum Agendaprozeß:

Letzte Änderung: 2007-10-16