Morbach

Verbandsfreie Gemeinde, LK Bernkastel-Wittlich

11500 Einwohner


Bahnhofstraße 19
54497 Morbach
Tel. 06533-710
Fax 06533-71166
http://www.morbach.de

Bernkastel-Wittlich

Ansprechpartner(in)

Ralf Becker
Moderator für ländliche Entwicklung
Gemeindeverwaltung
Bahnhofstraße 19
54497 Morbach
Tel. 06533-71114
Fax 06533-95997114
E-Mail rBecker@morbach.de

Wir beschäftigen uns
mit Lokaler Agenda 21
Die Aufstellung der
Lokalen Agenda 21
wurde beschlossen
Die Lokale Agenda 21
wurde verabschiedet

Aktivitäten zur Lokalen Agenda 21

Hauptziele eines Prozesses im Sinne einer Lokalen Agenda 21 in der Einheitsgemeinde Morbach:

Zukunftsbeständige Entwicklung eines strukturschwachen Raumes; Entwicklungsschwerpunkt Hochwald

Ziele:

  • Sicherung und Entwicklung landwirtschaftlicher Unternehmen im Haupt- und Nebenerwerb
  • Sicherung und Verbesserung des Lebensraumes für die Tier- und Pflanzenwelt und Entwicklung der Talräume als Vernetzungsachsen
  • Sicherung der Nutz-, Schutz- und Erholungsgebiete der Wälder
  • Schutz der Wassersicherungsräume und Wiederherstellung der Gewässer als leistungsfähige Lebensräume
  • Stützung der Fremdenbeherberbung insbesondere des sanften Tourismus
  • Unterstützung der positiven Bevölkerungsentwicklung durch angepasste Siedlungsentwicklung
  • Verbesserung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Funktionen der Dörfer durch Dorferneuerung
  • Sicherung von wohnstättennahen Arbeitsplätzen und Förderung der gewerblichen Entwicklung
Wie ist der Agenda-Prozess organisiert? Wer ist am Prozess beteiligt?

Zur Koordination der Ziele und Maßnahmen ist ein Arbeitskreis eingerichtet.
Die Konstituierung des Arbeitskreises erfolgte im November 1995. Mitglieder des Arbeitskreises sind die Gemeinde Morbach mit 19 Ortsteilen, die VG Thalfang am Erbeskopf mit 22 Ortsgemeinden, die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich, die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier - Referat "Ländliche Entwicklung" (ehemals Bezirksregierung Trier), die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord - Regionalstelle für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Bodenschutz Trier (ehemals Staatliches Amt für Wasser- und Abfallwirtschaft Trier), die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt Trier sowie das Kulturamt Bernkastel-Kues.

Welche Maßnahmen wurden bereits durchgeführt?

  • Flurbereinigungsverfahren in verschiedenen Ortsbezirken
  • Nahe-Hunsrück-Mosel-Radweg
  • Fortsetzung Dorferneuerungskonzept (AK Dorferneuerung)
  • Modellprojekt „Landschaftsplan zum Anfassen“ (Beteiligung der BürgerInnen)
  • Verwaltungsmodernisierung
  • Agrarstrukturelle Entwicklungsplanung
  • Ausweisung des interkommunalen Gewerbegebietes Hunsrück-Mosel
  • Energiesparmaßnahmen in öffentlichen Gebäuden

Einige bereits realisierte Projekte:

  • Pilotprojekt „Wie soll unser Dorf aussehen – Schüler planen mit“:

    Die Gemeinde Morbach und die Sophie-Scholl-Realschule Morbach haben mit Unterstützung des Dorferneuerungsbeauftragten des Landeskreises Bernkastel-Wittlich ein Pilotprojekt im Rahmen der Dorferneuerung unter dem Arbeitstitel „Wie soll unser Dorf aussehen – Schüler planen mit“ gestartet.
    Es handelt sich hierbei um ein „AGENDA 21-Projekt“ der Klasse 8d, das von der Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz gefördert wird. Unter den Projektpartnern ist man sich einig, dass vor allem Kinder und Jugendliche in den Prozess einer ganzheitlichen Dorferneuerungsplanung integriert werden sollen, damit die Dörfer sich zu kinderfreundlichen Wohn- und Lebensräumen weiterentwickeln. Als Untersuchungsziel wurde der Ortsbezirk Gutenthal (ca. 500 Einwohner) in der Gemeinde Morbach ausgewählt.
    Die SchülerInnen der Klasse 8d der Sophie-Scholl-Realschule haben mit ihrem Klassenleiter einen Fragebogen mit insgesamt 18 Fragen erstellt und diesen an alle Gutenthaler Haushalte verteilt. Über 75% der Haushalte haben sich an der Fragebogenaktion beteiligt. Auch die Jugendlichen im Ort wurden befragt.
    Des Weiteren waren im April 2003 Gastschüler aus Geraberg, der Partnergemeinde in Thüringen, in der Gemeinde Morbach. Im Rahmen einer Projektwoche wurde Gutenthal unter die Lupe genommen. Die SchülerInnen haben die Bausubstanz in Gutenthal untersucht und sich Gedanken gemacht, wie man die privaten und öffentlichen Vorflächen und Plätze gestalten kann.

    Das Projekt dient der nachhaltigen Regionalentwicklung im Hunsrück und steht in Verbindung mit der Regionaltagung im Hunsrückhaus am Erbeskopf „Zukunftsfähiger Hunsrück – Was wird aus unseren Dörfern“, die sich bereits erfolgreich in der Hunsrückregion etabliert hat. Gemeinsame Veranstalter sind die Landeszentrale für Umweltaufklärung, das Hunsrückhaus am Erbeskopf und der Entwicklungsschwerpunkt Hochwald. Auf der Tagung am 12./13.04.2002 wurde das Konzept bereits vorgestellt. Die Ergebnisse wurden auf der Tagung 2003 präsentiert.

    Zur Dokumentation wurde in Abstimmung mit der Landeszentrale für Umweltaufklärung eine Broschüre mit dem Titel „Gutenthal startet durch“ erstellt, bei der die SchülerInnen der Klasse 8d aktiv mit einbezogen werden.

  • Modellprojekt „Morbacher Energielandschaft“:

    Das ehemalige Munitionsdepot Morbach–Wenigerath war seit 1957 das größte Munitionslager der US-Streitkräfte in Zentraleuropa. Nach 38 Jahren, im Jahre 1995, zogen die US-Streitkräfte ab; die Fläche fiel wieder zurück an die Gemeinde Morbach.
    Die US-Streitkräfte hinterließen die 145 ha große Fläche stark verändert: ca. 19 Kilometer asphaltierte Straße, 144 betonierte ehemalige Bombenlagerplätze, starke Reliefveränderungen durch bis zu 10 m hohe Splitterschutzwälle haben die Landschaft geprägt.
    Seit 1995 ist man bemüht, dieses riesige Konversionsgelände einer geeigneten Nutzung zuzuführen. Durchaus konkrete Planungen gingen in Richtung Ferien- und Freizeitpark, Sporthotel mit Themenpark, Western-Park. Die Eignung des Geländes für diese Projekte wurde vielfach bestätigt, ein seriöser und geeigneter Investor fand sich letztlich aber nicht.

    Im Frühjahr des Jahres 2001 entstand aus der Verwaltung heraus die Idee, das Gelände für die Gewinnung von Wind- und Sonnenenergie zu nutzen. Vor allem die erste Biomassetagung im November 2001 an der FH Birkenfeld gab den Anstoß, über mehr als Wind- und Sonnenenergie nachzudenken; die Idee der „Morbacher Energielandschaft“ entstand.
    Die angestrebte Nutzung und Kombination von Windenergie, Sonnenenergie und Biomasse kann in der geplanten Größenordnung zu einem einzigartigen, umweltfreundlichen Energieprojekt in Europa und einem innovativen Themenpark mit Forschungstätigkeiten werden.

    Besondere Merkmale der Morbacher Energielandschaft sollen sein:

    • Energiesparende, unternehmens- und funktionsübergreifende Verkettung energiewirtschaftlicher Prozesse (Nutzung von Brauchwasser, Prozesswärme, Reststoffen etc.)
    • Technologietransfer und Entwicklung innovativer Umwelttechnologien und Prozessoptimierungen
    • Reale und virtuelle Erlebbarkeit und Vermittlung energiewirtschaftlicher, ökologischer und umwelttechnischer Zusammenhänge von der Planung, der Produktion bis zur Verwertung der Reststoffe
    • Langfristige Projektsteuerung und –koordination

    Die Planung und Realisierung der Morbacher Energielandschaft wurde in zwei Schritte aufgeteilt:

    Der erste Schritt, der bereits realisiert ist, bezieht sich auf die Nutzung von Wind- und Sonnenenergie. Insgesamt wurden 14 Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von jeweils 2 MW gebaut. Sie haben alle eine Nabenhöhe von 100 m und 40 m lange Rotorblätter, jede Anlage hat also eine Gesamthöhe von 140 m.
    Weiterhin wurden bislang mehrere Photovoltaikanlagen mit insgesamt 5.000 m² Modulfläche und einer Gesamtleistung von 500 kwp errichtet. Die Photovoltaikanlagen wurden im Bereich von bereits versiegelten Flächen installiert, um Eingriffe in Natur und Landschaft zu minimieren. So wurde auch ein Teil der bereits genannten, ehemaligen Bombenlagerplätze einer sinnvollen Folgenutzung zugeführt.
    Die Einheitsgemeinde Morbach mit 19 Orten hat insgesamt ca. 3.700 Haushalte. Mit dem prognostizierten Stromertrag der 14 Windräder und der Photovoltaik können nach Angaben der Betreiberfirma ca. 13.000 Haushalte mit Energie versorgt werden. Somit ist die Einheitsgemeinde bereits jetzt ein Stromexporteur von umweltfreundlicher Energie.
    Weitere, drehbare Photovoltaikanlagen mit Modulflächen von jeweils etwa 1.200 m², die sich in Richtung und Neigung nach der Sonne richten, sind in Planung. Der Investor strebt an, die ersten Prototypen dieser Anlagen noch dieses Jahr in der MEL am Netz zu haben.

    In einer zweiten Stufe werden regenerative Energien aus Biomasse (Holz, Gras, Gülle, Ölsaaten etc.) dazu kommen.
    Hier ist es der Gemeinde vor allem wichtig, der Landwirtschaft und der Forstwirtschaft in der Region ein zweites Standbein zu ermöglichen und diese durch langfristige Abnahmeverträge zu sichern. Die Unterstützung der Land- und Forstwirtschaft ist auch ein Beitrag, die schöne Hunsrücklandschaft langfristig zu erhalten.

    Durchgeführt werden soll eine Stoffstromanalyse in der Region für folgende Anlagen:

    • Holzfeuerungsanlagen
    • Biogasanlagen
    • Grasraffinerie
    • Holzpelletierung
    • Trocknungsanlage für Holz/Klärschlamm
    • sowie für eine Pflanzenölpresse
    Und 2. eine Machbarkeitsstudie für Anlagen, zu denen geeignete Stoffströme bestehen:
    • Ermitteln von Synergieeffekten
    • Kosten
    • Logistik
    • Ökobilanz
    • Abstimmung von Wärmeproduzenten und –abnehmern

    Die Morbacher Energielandschaft soll nicht nur umweltfreundlich und CO²-neutral Energie liefern, auch der Tourismus und die Wissensvermittlung in Sachen Umweltschutz und umweltfreundliche Energien sind Bestandteil des Konzeptes:
    So wird z.B. ein 60 m hoher Aussichtsturm (eine umgebaute Windkraftanlage) errichtet.
    Auch die Planungen zu einem Informationszentrum wurden eingeleitet, in dem Themen rund um erneuerbare Energien und Energieeinsparung dargestellt werden. Auch soll hier die Geschichte und Entwicklung der Fläche vom größten zentraleuropäischen Munitionslager der Nachkriegszeit zu einem Themenpark für umweltfreundliche Energien verdeutlicht werden.
    Führungen für Bürger, Touristen, Schulklassen und Fachleute werden derzeit bereits durchgeführt.

Öffentlichkeitsarbeit:

Tagung: „Zukunftsfähiger Hunsrück – Was wird aus unseren Dörfern“
Mit der mehrjährigen Veranstaltungsreihe „Zukunft Hunsrück“ (fand 2003 schon zum dritten Mal statt) wollen das Hunsrückhaus am Erbeskopf, die Landeszentrale für Umweltaufklärung und der Entwicklungsschwerpunkt Hochwald in Kooperation mit vielen Akteuren in der Region Anstöße zur zukunftsfähigen Gestaltung des Hunsrücks geben.
Die erste Tagung im Jahre 2001 behandelte das Thema „Regionaltypisches Bauen“ mit all seinen Facetten. Die Tagung 2002 fokussierte sich auf den Dorfkern und 2003 lautete das Motto „Dorf im Dialog“. Dabei ging es vor allem darum, die BürgerInnen aktiv an der Gestaltung unserer Dörfer zu beteiligen.
Die Tagungen mit begleitenden Exkursionen fanden bislang einen guten Zuspruch und haben einen vielfältigen Meinungs- und Erfahrungsaustausch zwischen BürgerInnen, der Politik, der Verwaltung, Architekten und Planern, Fachfirmen u.a. angeregt.

Öffentlichkeitsarbeit zum Entwicklungsschwerpunkt Hochwald:

  • Anlässlich der Morbacher Gewerbeschau wurde der Bevölkerung der Gemeinde Morbach in einer Ausstellung das erfolgreiche Zusammenwirken verschiedener Fachbehörden zur Entwicklung des strukturschwachen ländlichen Raumes in der Region Hunsrück anhand von übersichtlichen Schaubildern näher gebracht.
  • Erste Zwischenergebnisse über das erfolgreiche Arbeiten im Entwicklungsschwerpunkt wurden im Mai 1998 in einer Pressekonferenz präsentiert.
  • Pressemitteilungen zu Maßnahmen der einzelnen Aktionsbereiche
  • „Arbeitskreise“ mit Einwohnern (z.B. in der Dorferneuerung)
  • Beteiligung von SchülerInnen (u.a. an Landespflegeprojekten und Bachpatenschaften)
  • Erarbeitung von gemarkungsbezogenen Landnutzungskonzepten zur Vorbereitung eines Bodenordnungsverfahrens mit den lokalen Akteuren.
  • Moderation vor Ort (z.B. mit Landnutzern zur Umsetzung von Gewässerrenaturierungsprojekten im Dorferneuerungsprozess)
  • Informationsveranstaltungen zu verschiedenen Themenschwerpunkten (AEP, integrierter Pflanzenschutz, u.a.)
  • Gezielte Beratungsgespräche (z.B. bei Landwirten zu Themen wie Direktvermarktung, betriebliche Entwicklung, Förderprogramme, usw.)


Website zum Agendaprozeß:

Letzte Änderung: 2003-07-15