Katzenelnbogen

Verbandsgemeinde, LK Rhein-Lahn-Kreis

9846 Einwohner


Burgstraße 1
56368 Katzenelnbogen
Tel. 06486-91790
Fax 06486-917921
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Rhein-Lahn-Kreis

Ansprechpartner(in)

Bürgermeister Harald Gemmer

Verbandsgemeindeverwaltung
Burgstraße 1
56368 Katzenelnbogen
Tel. 06486-917914
Fax 06486-917921
E-Mail hgemmer@vg-katzenelnbogen.de

Ansprechpartner(in)

Manfred Diehm
Büroleiter
Verbandsgemeindeverwaltung
Burgstraße 1
56368 Katzenelnbogen
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Fax 06486-917950
E-Mail mdiehm@vg-katzenelnbogen.de

Wir beschäftigen uns
mit Lokaler Agenda 21
Die Aufstellung der
Lokalen Agenda 21
wurde beschlossen im Mai 2001
Die Lokale Agenda 21
wurde verabschiedet

Aktivitäten zur Lokalen Agenda 21

Wie ist der Agenda-Prozess organisiert/strukturiert? Historie?

In den Gremien der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen wurde nach der Rio-Konferenz über das Zustandekommen eines Agenda-Beschlusses diskutiert. Hier ist man von Seiten des Rates davon ausgegangen, dass ein politisches Gremium alleine diese Agenda nicht mit Leben erfüllen kann. Von daher sollte zunächst in einer Informationsveranstaltung, zu der alle BürgerInnen der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen eingeladen waren, deren Meinung erfragt werden.
Am 28. März 2001 fand in der Stadthalle in Katzenelnbogen eine Veranstaltung statt, von dem Unternehmen „CONAGENDA“ moderiert. An diesem Abend wurde vorgestellt, was der Begriff „Agenda“ bedeutet. Hinterfragt werden musste auch, ob die Verbandsgemeinde Katzenelnbogen geeignet ist, einen Agenda-Prozess einzuleiten.
Die Frage konnte ganz klar beantwortet werden: In der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen gibt es genügend bürgerschaftliches Engagement, welches eine Beschlussfassung rechtfertigt.
Der Verbandsgemeinderat bietet damit eine Plattform für BürgerInnen, sich für Dinge einzusetzen, die für sie wichtig sind, die für sie Priorität genießen.
Bereits am selben Abend bildeten sich mehrere Arbeitsgruppen, beispielsweise der Behindertenbeirat, der Seniorenbeirat mit einem neuen Aufgabenfeld, nämlich die Verbindung zwischen den Generationen Alt und Jung. Weiterhin das Forum für regenerative Energien, ein Arbeitskreis für unterstützende Jugendarbeit.

Die lokale Agenda lief gut an, viel bürgerschaftliches Engagement konnte hierdurch erreicht werden.
Bereits im ersten Jahr konnten die Gruppen Regenerative Energien und Energiesparschule große Erfolge erzielen. Der Bau einer Photovoltaikanlage im Schulzentrum, die Auszeichnung mit dem Umweltpreis, Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Dach der Grundschule, Ausrichtung von alternativen Frühschoppen, die sich ausschließlich mit Informationen über regenerativen Energien beschäftigten, sind zu nennen. Der Behindertenbeirat übernahm eine breit angelegte Arbeit für Behinderte, aber auch das Leben mit Behinderten. So wurden örtliche Gastronomiebetriebe und Schulklassen für besonders behindertenfreundliche Arbeit ausgezeichnet.

Wer ist beteiligt?

Beteiligt sind in erster Linie Privatpersonen, einige wenige Ratsmitglieder und Vertreter der Verwaltung.

Mit welchen Themen beschäftigen wir uns im Rahmen des Lokale Agenda 21-Prozesses?

Energie, Klima, Wirtschaft/Arbeit, Planen/Bauen, Jugend, Naturschutz, Soziales

Welche Projekte sind bisher aus dem Agenda-Prozess hervorgegangen?

  • Projekt Regenerative Energien:
    • Planung einer Solaranlage zur Stromerzeugung auf einem Gebäude der Grundschule
    • Konzeption einer Holzhackschnitzel-Fernwärmeversorgung
    • Formulierung eines Leitbildes und eines Forderungskatalogs mit Kontaktadressen und Terminen
  • Projekt Streuobstroute Nassauer Land:
    • Erfassung von Streuobstflächen
    • Herausgabe einer Streuobstkarte
  • Projekt Einkaufen im Einrich/Stadtmarketing
  • Projekt Jugendarbeit:
    • Übernahme eines Teils der Jugendarbeit durch die Verbandsgemeinde
    • Initiativen zur Einbindung von Kindern und Jugendlichen in die kommunale Arbeit
  • Projekt Senioren und Jugend
  • Recycling gebrauchter Tintenpatronen und Unterstützung der Kindergärten
  • Internetauftritt als Informations- und Kommunikationsforum
Welche Projekte waren/sind besonders erfolgreich?
  • Projektgruppe Streuobstroute:
    Sehr gut weiterentwickelt hat die Streuobstgemeinschaft das Projekt, im ländlichen Bereich Streuobstwiesen anzulegen. Es steht im Mittelpunkt der Arbeit. Hier gilt der Grundsatz, den heimischen Produkten wieder einen Markt zu bieten. Die neue Wanderkarte „Streuobstroute Nassauer Land“ - Katzenelnbogen und Umgebung -, beinhaltet alle Streuobstbestände. Sie ist eine Fortsetzungsarbeit aus dem hessischen Bereich, wo bereits Streuobstrouten in Karten festgehalten sind.
    Die Produkte aus der Streuobstwiese werden wieder mehr vermarktet. Getränkebetriebe und Gastronomen verkaufen heimischen Apfelsaft und Apfelwein. Somit hat das ländliche Produkt wieder einen Marktwert erhalten. Dies hat dazu geführt, dass die Streuobstbestände wieder wachsen.
  • Bachpatenschaften:
    Drei Jahre dauerten die Vorbereitung und die Ausarbeitung der Verträge, bis im Rahmen der Agenda 21 das Projekt Bachpatenschaften zum Abschluss kam. Mitte März 2003 konnte der Vertrag über die Bachpatenschaften des Fischerei-Vereins Laurenburg für die Rupbach und ihre Nebenbäche unterschrieben werden.
    Die Verbandsgemeinde Katzenelnbogen setzte bei dem Agenda-Beschluss im Jahre 2001 auch die Pflege der Gewässer auf die Tagesordnung. Ziel der Bachpatenschaften ist es, naturnahe Lebensräume für die gewässertypische Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten oder wieder herzustellen, damit sie sich eigenständig erhalten kann (Begriff der Nachhaltigkeit). Dazu ist es für die Tierwelt im Bach notwendig, sich aufwärts zu ihren Fortpflanzungsgebieten bewegen zu können. Wehre und künstliche Wasserfälle versperren die Laichgründe.
    Aus den Untersuchungen am Bach werden gemeinsam mit den Unterhaltspflichtigen Vorschläge entwickelt, die zu einem Pflegeplan führen und nach diesem Plan sukzessive umgesetzt werden.
    Nicht zuletzt wird so auch die Selbstreinigungskraft des Gewässers gesteigert und das Landschaftsbild erfährt eine deutliche Verbesserung. Hier sollen auch SchülerInnen der Schulen in Katzenelnbogen mitwirken, eine gute Möglichkeit, die Jugendlichen mit dem Agenda-Prozess vertraut zu machen. Jürgen Steinborn von der VG Katzenelnbogen betonte, dass diese Bachpatenschaft für das gesamte Gewässer und deren Nebenbäche bisher einzigartig in der Region ist. Bisher gab es nur Bachpatenschaften für einzelne Abschnitte eines Baches.
  • Am 10. November 2002 fand als Veranstaltung des Behindertenbeirates der "Yin & Yang Gesundheitstag" in der Stadthalle Katzenelnbogen statt.
    „Wer etwas zum Positiven verändern will, muss sich Neuem öffnen!“ - dies war der Leitgedanke bei der Initiierung des Yin & Yang Gesundheitstages - einem Projekt der lokalen Agenda 21 - durch den Behindertenbeirat der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen unter der Schirmherrschaft des Staatssekretärs Dr. Richard Auernheimer vom Ministeriums für Arbeit, Soziales und Gesundheit.
    Viele Besucher waren neugierig und aufgeschlossen für das, was die Region in den Bereichen Gesundheit, Pflege, Harmonie und Lebensqualität zu bieten hat.
    Eine Vielzahl von Gewerbetreibenden, Gesundheits- und Sozialdiensten sowie Vereinen nutzten das Forum, um ihr Angebot zu präsentieren, Informationen weiterzugeben und sich damit ihren Kunden auf eine besondere Weise vorzustellen.
    Zahlreiche Vorträge und Workshops befassten sich ebenfalls mit dem Leben in Balance, der ganzheitlichen Medizin, der Sensibilisierung der Sinne und dem Wohlbefinden durch Harmonie.
    Nach dem großen Erfolg soll der Yin & Yang Gesundheitstag alle zwei Jahre in Katzenelnbogen stattfinden.
  • 2003 fand zur Präsentation des bisher Geleisteten - aber auch gedacht als Keimzelle „Entwicklungen für weiteres bürgerschaftliches Engagement“ und für weitere gute Ideen, die sich in unserer Heimat ansiedeln sollen, ein Agendatag im Schulzentrum Katzenelnbogen statt.
    Die Kreisverwaltung, die im gleichen Jahr diese Initiative gestartet hatte, begleitete den Agenda-Prozess in der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen.
    Bei ihren Ausführungen zu Beginn des Agendatages am 6. April 2003 in Katzenelnbogen ging Andrea Kleinmann, seit 5 Jahren für den Agenda-Prozess bei der Kreisverwaltung des Rhein-Lahn-Kreises zuständig, auf die Bedeutung der Arbeit ein. Sie nutzte die Gelegenheit, Anmerkungen zum Thema „Lokale Agenda 21„ zu machen.
    Sie beleuchtete noch einmal die Frage: Wozu der ganze Aufwand, was ist oder war denn eigentlich das Neue und das Faszinierende an dem Gedanken der Agenda 21?
    Für Andrea Kleinmann sind es drei Punkte: Zum einen die ganzheitliche Sichtweise, des weiteren die Vernetzung und zum dritten der Dialog mit den BürgerInnen.
    Die Besucher des Agendatages nahmen die Möglichkeit wahr, sich die vielfältigen Ausstellungsobjekte und Darbietungen anzuschauen. Stellwände informierten über Dämmtechnik, regenerative Energietechniken, Photovoltaik- und Holzheizanlagen. In diesem Rahmen fehlte auch die Ausstellung des Schornsteinfegergewerbes nicht. Naturnahe Gartengestaltung und Gartenbau, Ökologische Baustoffe, das elektrisch betriebene Auto, die Ausstellung der Energiesparschule, all dies fand Beachtung.
    Das Jugendforum Rhein-Lahn gegen Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus warb für mehr Toleranz, der Seniorenbeirat für die Möglichkeit, sich in den verschiedenen Generationen näher kennen zu lernen. Jeder kann von jedem lernen, denn oft können ältere Menschen Erfahrungen und Fähigkeiten an jüngere Menschen weitergeben. Damit werden auch oft verloren gegangene Sozialstrukturen belebt.
    Der Eine Welt Laden in Katzenelnbogen präsentierte sich unter seinem Leitmotiv des fairen Handels. Ein wichtiger Baustein in der Agenda 21. Wichtige Ziele sind die internationale Zusammenarbeit, die Armutsbekämpfung und die Veränderung der Konsumgewohnheiten.
    Der Behindertenbeirat gab Beispiele zur Hilfe aus der Praxis am Beispiel eines Sprachcomputers für Sehbehinderte und Tipps für zu pflegende Personen wurden neben den Informationen zu der bisher geleisteten Arbeit vorgestellt.
    Willi Gemmer und Volker Strack informierten an ihrem Stand über die Beschaffung von Bäumen, Pflanzungen und den Baumschnitt. Eine Verkostung der Produkte aus dem heimischen Obstanbau durfte nicht fehlen. Landschaftspflege ist ein weiteres Thema, das sich die beiden Naturmenschen für die weitere Arbeit auf ihre Fahne schreiben wollen.
    Zum Thema Natur stellte Anja Grimm, Leiterin des Forstrevieres Katzenelnbogen, den geplanten Walderlebnispfad mit Beispielen aus der Waldpädagogik vor. Anja Grimm konnte dies mit der praktischen Arbeit in Kindergärten und Schulen belegen. Die Brennholznutzung war ein weiteres Thema.
    Sehr informativ reihte sich hier eine Ausstellung über Bachpatenschaften mit Infotafeln über Fließwasserökologie und Schäden „vor der Haustür“ ein. Sie zeigte auch eine Leiste der vorgesehenen Arbeiten am Rupbach. Der Gewässerwart des Fischereivereins Laurenburg, Jürgen Steinborn, hatte die Präsentation vorbereitet.
    Der Lehrwart für Bachpatenschaften im Rhein-Lahn-Kreis, Friedrich Martini, sorgte bei den Kindern dafür, dass sie praktische Erkenntnisse durch das Betrachten der Tierwelt eines Baches mit einem entsprechenden Binokular gewinnen konnten.

    Viele Zuhörer fanden sich ein bei den Referaten und Vorträgen zu verschiedenen Themen und als Ergänzung zu den Ausstellungsobjekten. Hans-Gerhard Kitzerow hielt einen Vortrag zu Photovoltaik- und solarthermischen Anlagen, Michael Chita referierte über Mineralien und Erzfunde der Heimat, Astronomie und unternahm eine Reise in den Makrokosmos, alles rund um den Baum erfuhren die Besucher von Willi Gemmer und von Nicole Lieber kamen die Informationen zum ökologischen Bauen.
    Um die künstlerische Ergänzung der Ausstellung kümmerte sich die „Palette Einrich“ mit sehr schönen Exponaten. Die Skulpturen und Solarobjekte von Wolfgang Steinke fanden viel Bewunderung.
    Die Kinder und Jugendlichen der Schulen in Katzenelnbogen brachten sich mit beachtenswerten Projekten in die Ausstellung ein. Die Redakteure der Schülerzeitung „Pfiff“ der Grundschule nahmen die Gelegenheit wahr, dem Publikum Fragen zu stellen und damit neue Themen und Informationen für ihre Schülerzeitung zu finden.
    Die Klassen 5a, 9a und 9b der Hauptschule hatten sich im Rahmen des Physikunterrichts sehr gut auf den Agendatag vorbereitet. Während bei der Umfrage unter den Schülern der Realschule der Eindruck entstand, dass die Jugendlichen mit dem Thema Agenda nicht so viel anfangen können, gab die praktische Arbeit an den einzelnen Projekten das Gegenteil wieder. Der Klassenraum auf der Sonnenseite der Schule war ideal. Die Experimente beeindruckten die zahlreichen Besucher. Zum Beispiel gab es eine Kiste, in der durch Sonnenenergie Speisen gegart werden können, eine Destille, mit deren Hilfe aus Schmutzwasser sauberes Wasser gewonnen werden kann, ein Sonnenkollektor aus einem Schlauch, leeren PET-Flaschen und Styropor-Platten.
    Die SchülerInnen führten an praktischen Beispielen vor, wie durch Energiesparlampen deutlich weniger Strom verbraucht wird oder wie man richtig lüftet.
    Dass bei der Begeisterung über das Vorgefundene den Besuchern nicht der Magen knurrte oder Durst nicht zu stillen war, dafür sorgten die Mitglieder des Jugendforums, der Kinder- und Jugendchor „Einricher Sterne“ und ihre fleißigen Eltern. Trotz großem Andrang war immer ein Plätzchen an den gedeckten Tischen zu finden. So war Gelegenheit gegeben, einen rundum informativen Tag zu verbringen.

Gibt es eine Erfolgskontrolle bei der Umsetzung der Lokalen Agenda 21?

Nein, bislang noch nicht.


Website zum Agendaprozeß:

Letzte Änderung: 2009-01-28