Projekt: Nachhaltigkeitsmanagement an Schulen


Zwei rheinland-pfälzische Schulen haben in einem auf zwei Jahre angelegten Modellprojekt das für den Bereich der Schulen noch relativ neue Instrument „Öko-Audit“ erprobt und dieses schließlich zu einem „Nachhaltigkeitsaudit“ ausgeweitet.

Trier

Nachhaltigkeitsaudit an Schulen

In der Agenda 21 heißt es in Kapitel 36: „Bildung ist eine unerlässliche Voraussetzung für die Förderung der nachhaltigen Entwicklung und die bessere Befähigung der Menschen, sich mit Umwelt- und Entwicklungsfragen auseinanderzusetzen.“ Der Trierer Verein Lokale Agenda 21 e.V. fördert daher ganz bewusst Projekte im Bildungsbereich. Eines davon nennt sich „Nachhaltigkeits-Audit an Schulen“ und befasst sich mit der Suche nach neuen Wegen, den Nachhaltigkeitsgedanken an Schulen zu installieren.

An diesem Pilotprojekt für Rheinland-Pfalz, welches vom Ministerium für Umwelt und Forsten und der Stiftung Natur und Umwelt gefördert wurde, haben zwei Schulen aus dem „Netzwerk ökologisch profilierter Schulen in Rheinland-Pfalz“ – die Grund- und Hauptschule Kyllburg sowie das Peter-Wust-Gymnasium Wittlich - teilgenommen. Projektträger war der Verein Lokale Agenda 21 Trier e.V., bearbeitet wurde das Projekt vom Büro Stadt + Natur (Koblenz/Suderburg).
Doch zunächst stellt sich die Frage, warum braucht man an einer Schule überhaupt ein Öko- bzw. Nachhaltigkeitsaudit? Die Antwort ist einfach: die heutigen SchülerInnen werden in Zukunft die gesellschaftliche Entwicklung (mit-)bestimmen und sind dabei vor schwierige Aufgaben gestellt. Wie werden sie zukünftig mit den Herausforderungen der Globalisierung, des Klimawandels, der sozialen Spannungen vor der eigenen Haustür oder aber mit der Armut in den Ländern des Südens umgehen? Eine Antwort bietet die Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. Mittels dieser werden die SchülerInnen auf neue Art und Weise, d.h. mit Orientierung der Bildung am Leitbild der Nachhaltigkeit, auf das Leben im 21. Jahrhundert vorbereitet.
Umsetzen lässt sich ein solch zukunftsfähiges Lernen im Schulalltag am besten mit der Einführung eines Nachhaltigkeitsaudits. Womit nun die nächste Frage zu klären ist: Was genau ist ein Öko- bzw. Nachhaltigkeitsaudit?
Ein Ökoaudit ist die gründliche Untersuchung und anschließende Verbesserung eines Betriebes bzw. im Falle des Pilotprojektes zweier Schulen unter Umweltgesichtspunkten. Dazu gehören die Aufstellung von selbst gesetzten Umweltzielen und Verbesserungsmaßnahmen sowie die Festlegung von Verantwortlichkeit und bestimmten Abläufen im schulischen Umweltschutz. Ziel ist es, durch regelmäßige Überprüfungen und neue Maßnahmen das Umweltniveau ständig anzuheben.
Das Audit-Verfahren lässt sich auch auf andere, nicht-ökologische Bereiche ausweiten. Ein Nachhaltigkeitsaudit orientiert sich am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung der Agenda 21, d.h. hier werden dann Themen wie die Integration von SchülerInnen mit Körperbehinderungen etc. in das Audit mit einbezogen.

Doch zurück zum Modellprojekt: Im Kontext des im Jahr 2004 auslaufenden BLK-Programms "21" (Förderprogramm der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung mit dem Ziel, Modelle zu entwickeln, wie „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ in Schulen realisiert werden kann), dem daran anschließenden Folgeprojekt „Transfer 21“ (in welchem die im BLK 21-Programm entwickelten Modelle in den Schulalltag möglichst vieler Schulen implementiert werden soll) und der zeitgleich startenden UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2005-2014) war das Ziel des rheinland-pfälzischen Modellprojektes, innerhalb von zwei Schuljahren (2004-2006) beispielhaft an zwei Schulen ein Nachhaltigkeitsmanagement aufzubauen. Des Weiteren sollten durch die fachliche Begleitung und Beobachtung des Prozesses folgende Fragen geklärt werden:

  • Unterstützt Nachhaltigkeitsmanagement den Weg zur „nachhaltigen Schule“?
  • Lässt sich „Nachhaltigkeit“ in die Qualitätsarbeit von Schulen integrieren?
  • Welche Probleme treten auf und welche Lösungsansätze gibt es?
  • Welche Empfehlungen kann man anderen Schulen geben, die ein Nachhaltigkeitsmanagement einführen möchten?
Nach intensiven Vorbereitungen (Sicherung der Förderung, Gewinnung von Schulen, Installierung eines Projektbeirates u.v.m.) startete das Projekt zum Schuljahresbeginn 2004/2005. Projektauftakt war nach verschiedenen Vorbereitungstreffen in Trier der gemeinsame Besuch (des Projektträgers LA 21 e.V., dem Büroverbund Stadt und Natur sowie den beiden beteiligten Schulen) einer Fortbildungsveranstaltung in Osnabrück.
Es folgten weitere Veranstaltungen in den Schulen, um die für das Projekt erforderlichen Arbeitsschritte mit der von Seiten der Landesregierung vorgeschriebenen Qualitätsentwicklung zu verknüpfen. Im Rahmen verschiedener Arbeitsgruppen wurden konkrete Handlungsfelder identifiziert, Projekte initiiert, Indikatoren erarbeitet etc.
Die Projektleitung und der –beirat hatten schließlich zu bewerten, ob die Schulen die Anforderungen an ein Nachhaltigkeitsmanagement erfüllt hatten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass beide Schulen auf unterschiedlichen Wegen erfolgreich waren. Zwar waren am Ende des Projektes noch einige Defizite festzustellen, was aber aufgrund der knapp bemessenen Zeitspanne von zwei Schuljahren auch nicht anders zu erwarten war. Trotz alledem wurde vieles erreicht und umgesetzt und somit in beiden Fällen ein erster Schritt hin zu einer „nachhaltigen Schule“ gemacht.
Fazit der beiden teilnehmenden Schulen ist, dass sie im Verlauf des Projektes eine auf vielen Ebenen attraktivere und lebenswertere Schule geschaffen haben.

Nähere Informationen zum genauen Ablauf, den Ergebnissen und Erfahrungen finden sich zum einen auf der website des Trierer Agenda-Vereins. Des Weiteren widmete sich eine Ausgabe (Ausgabe 15/2006) der Reihe PZ-Informationen (des Pädagogischen Zentrums RLP) dem Projekt.

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Projektträger:
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Palaststraße 13
54290 Trier
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