Projekt: Ökoprofit Mainz


Dass Umweltbewusstsein und Gewinnstreben kein Widerspruch sein müssen, verspricht schon der Name dieses Projekts. Ökoprofit, das „ökologische Projekt für integrierte Umwelttechnik“, soll Mainzer Unternehmen dabei unterstützen, gleichzeitig umweltbewusst und effektiv zu wirtschaften.

Mainz

Wo kluge Kaufleute ökologisch rechnen


Dass Umweltbewusstsein und Gewinnstreben kein Widerspruch sein müssen, verspricht schon der Name dieses Projekts. Ökoprofit, das „ökologische Projekt für integrierte Umwelttechnik“, soll Unternehmen dabei unterstützen, gleichzeitig umweltbewusst und effektiv zu wirtschaften. In Mainz haben seit 2001 gut drei Dutzend Betriebe an der einjährigen Ökoprofit-Runde teilgenommen und dabei teilweise Erstaunliches über ökologische Einsparmaßnahmen im eigenen Haus herausgefunden.


Ditsch-Brezeln kennt und mag fast jeder. Mit 170 Zweigstellen im ganzen Land ist die Ur-Mainzer Brezelbäckerei Ditsch, gegründet 1919, zu einem führenden Unternehmen ihrer Branche avanciert. Eine halbe Million Teiglinge werden täglich im Hechtsheimer Industriegebiet hergestellt. Da bleibt kein Band sauber. Beim Reinigen der Produktionsanlagen lässt sich einiges sparen – runde 15 000 Euro im Jahr, wie man bei Ditsch ausgerechnet hat. Der Einsatz von umweltverträglichem Schaumreiniger und eine verbesserte Düsen-Reinigung hat neben der ökologischen auch die wirtschaftliche Bilanz verbessert. Auf solche Effekte hatte die Geschäftsführung gehofft, als sie sich 2003 für das Projekt Ökoprofit Mainz anmeldete. „Für uns lohnt sich die Teilnahme“, sagt Stefan Schek-Becker, als Assistent der Betriebsleitung für Ökoprofit zuständig. „Wir sind mit den Erkenntnissen, die durch das Projekt gewonnen werden, zufrieden.“ So zufrieden, dass die Firma Ditsch nach der einjährigen „Einsteiger-Runde“ dem Ökoprofit-Klub beigetreten ist, in dem zehn Unternehmen mit fortgeschrittenem Umwelt-Management in Workshops und Vor-Ort-Terminen ihre Erfahrungen und Ideen austauschen.


Ökoprofit ist eine österreichische Erfindung, die in Deutschland und anderen Ländern etliche Nachahmer gefunden hat. Seit 2001 ist die Stadt Mainz im Rahmen ihres Lokale Agenda 21-Prozesses dabei. Teilnehmende Firmen, darunter so unterschiedliche Unternehmen wie die Dresdner Bank, die Schott Glaswerke oder das St. Vincenz-Krankenhaus, werden in acht Workshops zu Themen wie Abfallmanagement, Energieanalyse oder Umwelt-freundlicher Einkauf beim Aufbau einer innerbetrieblichen Umweltvorsorge beraten und unterstützt. Durchgeführt werden die Workshops von der Frankfurter Arqum, der „Gesellschaft für Arbeitssicherheits-, Qualitäts- und Umweltmanagement“, die zusätzlich vier Beratungstermine vor Ort anbietet, um den jeweils spezifischen Bedingungen gerecht zu werden. Am Ende der ersten Runde gibt´s ein Zertifikat und die Auszeichnung als „Ökoprofit-Betrieb Mainz“. Eva-Maria Dauth, die sich bei Arqum um das Mainzer Projekt kümmert, stellt zufrieden fest: „Keiner beschäftigt sich als Alibi mit Ökoprofit, dafür sind schon die zeitlichen Ressourcen in den Betrieben zu knapp.“ Allerdings muss die Firmenphilosophie offen sein für ökologisches Denken und Handeln: „Die Wichtigkeit des Projekts muss der Chef erkennen“, sagt Eva-Maria Dauth, „die Betriebe, die es am nötigsten hätten, beteiligen sich eher nicht.“


Im Caritas-Altenzentrum Maria Königin in Mainz-Drais ist der Chef stolz auf das ökologische Engagement. Doch das war Heimleiter Uwe Filz schon, bevor er von Ökoprofit hörte: „Wir haben auf diesem Gebiet schon länger gut dagestanden, zum Beispiel in Sachen Energieverbrauch und fortschrittliche Technologie.“ Deshalb war Filz zunächst skeptisch, als das Amt für Stadtentwicklung sein Altenheim für die Ökoprofit-Einsteigerrunde einlud. Doch auch ihm brachte die Teilnahme an den Workshops neue Erkenntnisse, „über umweltfreundliche Büroartikel beispielsweise“.


Immer wieder aktuell ist die Rechtsberatung, beispielsweise über die neue Gefahrstoffverordnung, die seit Jahresbeginn 2005 gilt. „Nicht jede Firma kann sich ja eine eigene Rechtsabteilung leisten“, sagt Ditsch-Mann Schek-Becker. „Auch für uns ist die rechtliche Beratung sehr wichtig.“ Und Altenheim-Leiter Uwe Filz kann etliche Informationen weitergeben: „Vieles von dem ist auch für andere Einrichtrungen der Caritas interessant.“


Beim Vor-Ort-Termin im Draiser Altenheim konnte Uwe Filz den Kollegen dann auch was zeigen: „Unser Blockheizkraftwerk hat viele beeindruckt.“ Seit 1992 sichert das mit Gas betriebene Kraftwerk die Stromversorgung des Heims, fängt die Spitzen des Stromverbrauchs ab und liefert nebenbei die Abwärme, um das Wasser für die Spülmaschine aufzuheizen. Die nächste profitable Öko-Idee ist Uwe Filz im Energie-Workshop gekommen: „Auf unseren großen Dachflächen zur Südseite könnte man prima Sonnenkollektoren installieren.“ Nun sucht er einen potenten Partner für die geplante Photo-Voltaik-Anlage.

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Projektträger:
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Ansprechpartner:
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