Projekt: Abenteuer-Saft im Supermarkt


Landschaftspflege taugt nicht fürs stille Kämmerlein, sondern verlangt engagierte Menschen. An der Oberen Nahe verfolgt der Landschaftspflegeverband Birkenfeld den Gedanken, dass Naturschutz durch Nutzung möglich ist und startete die Initiative "Apfelsaft aus heimischen Streuobstwiesen". Das rechnet sich.

Veitsrodt

Abenteuer-Saft im Supermarkt


Die ökologisch so wichtige Streuobstwiese erlebt in den letzten Jahren eine wahre Renaissance. Zum einen liegt es daran, dass Landwirte finanzielle Anreize erhalten, Flächen still zu legen und Obstbäumen darauf die Herrschaft zu überlassen. Zum anderen hat sich eine große Fangemeinde entwickelt, die sich aktiv für den Erhalt des Biotops einsetzt. Ein beispielhaftes Projekt ist die Streuobstinitiative des Landschaftspflegeverbandes Birkenfeld, mit der deutlich wird, dass Ökologie kommerziellen Erfolg bringen kann.


Wenn sich Zwei- und Vierbeiner samt Piepmätzen gleichermaßen über reife Früchte freuen, dann gedeihen diese Früchte meist auf naturbelassenem Grund. In den Streuobstwiesen geht es nicht um die Maximierung des Ertrags am Ast, sondern um den Erhalt und die Pflege der gewachsenen Kulturlandschaft und um die Bewahrung regional typischer alter Obstsorten. Der Landschaftspflegeverband Birkenfeld startete im Juli 1998 an der Oberen Nahe das Projekt „Naturschutz durch Nutzung“. Die Äpfel werden nicht zu Fallobst, sondern geerntet, ausgepresst und als Saft verkauft.

Fingen die Initiatoren zunächst bescheiden an, und vermarkteten im ersten Jahr 1500 Liter, so erreichte die Menge schon zwei Jahre später satte 50 000 Liter. „Davon haben wir höchstens zu träumen gewagt“, sagte Verbandsgeschäftsführer Andreas Schäfer bei einem Pressetermin.

Zu verdanken haben die Landschaftspfleger den Erfolg aber auch der Tatsache, dass sie sich nicht nur aufs Direktvermarkten konzentriert haben. Der „Apfelsaft aus heimischen Streuobstwiesen“ steht im Regal eines Supermarktes und ist im Sortiment zweier Getränkeverlage. Da fällt es den Bürgen leicht, zu überzeugten Apfelsafttrinkern zu werden. Außerdem sind ein Kindererholungsheim und einige Betriebe der gehobenen Gastronomie auf den Geschmack gekommen. Auf diese Weise wurde der Absatz mittel- und langfristig sicher gestellt. Die Einnahmen fließen natürlich direkt zurück und werden in Streuobstwiesen investiert.

Die Initiatoren hatten noch eine clevere Idee: Die Tauschbörsen „Äpfel gegen Saft“ in Veitsrodt, Sonnschied, Heimbach und Abentheuer erfreuen sich wachsender Beliebtheit und tragen mit dazu bei, dass sich die Bürger aktiv an der Verbesserung von Natur und Umwelt beteiligen. Dies wird von den Landschaftspflegern als eines der Projektziele genannt. Bei einem Streuobst-Aktionstag rücken die interessierten Bürger dem Apfel an die Schale.

Eine gelungene Maßnahme der Öffentlichkeitsarbeit ist der Streuobstwiesen-Erlebnisweg in Mackenrodt. Er sorgt ebenfalls dafür, dass die Fangemeinde stetig wächst. Den Informationsbedarf stillt die Wissenschaft. Das Taurus-Institut in Trier begleitet die Initiative wissenschaftlich im Rahmen eines Forschungsprojektes des Bundesforschungsministeriums. Es will herausfinden, wie das Projekt funktioniert und bindet die Kunden über Fragebogenaktionen in die Untersuchung mit ein.

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Projektträger:
Wappen
Landschaftspflegeverband Birkenfeld
Spitzgarten 11
55758 Veitsrodt
Telefon: 06782/15708
Telefax: 06782/15489

Ansprechpartner:
Andreas Schäfer
Geschäftsführer
Spitzgarten 11 Veitsrodt
Telefon: 06782/15708
Telefax: 06782/15489
E-Mail: a.schaefer@landkreis-birkenfeld.de