Projekt: Erdmobil


Agenda 21 ist ein Weltprogramm und überall auf der Erde arbeiten Menschen an dessen Umsetzung. Eine Brücke zwischen der lokalen Agenda des Nordens und des Südens ist das "Erdmobil", das im Donnersbergkreis nachhaltig Eindruck macht.

Finkenbach

Unsere Welt „be-greifen“


Wenn man Kindern und anderen Menschen das Wie, Was und Warum einer Sache nahe bringen will, tut man dies am nachhaltigsten über die Sinne. Dinge, die am eigenen Körper erlebt, die erfühlt und be-griffen oder selbst hergestellt wurden, bleiben haften, Zusammenhänge werden plötzlich konkret und klar. Wer schon einmal auf einem „Energie-Trimm-Rad“ mit seiner Muskelkraft Wasser für nur eine Tasse Tee zum Kochen gebracht hat, sieht den Energie-Verbrauch in einem anderen Licht. Wer selbst aus Lehm und Stroh Bausteine erstellt hat und damit etwas baut, hat nicht nur in Sachen Baugeschichte, sondern auch bezüglich ökologischer Baustoffe etwas gelernt. Den kreativen Aspekt nicht zu vergessen.
Nun werden Sie zu Recht fragen, wo kann ich das denn schon tun? Strampeln für eine Tasse kochendes Wasser? Lehmbausteine herstellen? Nun, das „Erdmobil“ macht´s möglich.

Das und noch viel mehr. Denn das Erdmobil klärt gleichermaßen über die Nutzung von Solarenergie wie über Aktionen von Bolivianern zur Rettung der letzten Nebelwälder auf. Auf Schautafeln, per Video, PC und einer Forschungsstation gibt es Informationen über Pflanzenkläranlagen hierzulande und darüber, wie die Hochlandkultur in Bolivien bewahrt werden kann. Von den Aktionen bolivianischer SchülerInnen können auch Jugendliche hierzulande viel lernen: da werden Radiobeiträge zu Umweltthemen produziert und mit den verschiedensten Aktionen das Dorfleben mitgestaltet. Global denken – lokal handeln, im „Erdmobil“ kann man die Ziele der Agenda 21 „be-greifen. Es zeigt, dass sich die Menschen in der Nordpfalz genauso wie die in der Provinz Ayopaya in den Hochanden Boliviens für eine nachhaltig lebenswerte Zukunft einsetzen. Diesen Austausch über Länder- und kontinentale Grenzen hinaus, über Hoffnungen und Visionen der Menschen haben sich die Initiatoren des „Erdmobils“ auf ihre Fahnen geschrieben. Das ist hierzulande der Freundeskreis Kunan Mink’a (FKKM), eines entwicklungspolitischen Facharbeitskreises der Verbandspfarrei Obermoschel, der schon seit Anfang der 80er Jahre Projekte in Bolivien unterstützt. Da die Ziele des Konziliaren Prozesses für Frieden, Gerechtikeit und Bewahrung der Schöpfung der christlichen Kirchen die gleichen Zielsetzungen wie die 1992 in Rio verabschiedete Agenda 21 hat, lag es für FKKM nahe, sich hier zu engagieren. Gemeinsam mit „Centro Cultural Ayopayamanta“, einer Stiftung für Entwicklung und Umweltschutz in Ayopaya, wurde die Idee des „Erdmobils“ geboren und ist in der Pfalz inzwischen umgesetzt. Ein Pendant in Bolivien soll in Kürze folgen.

Was aber genau ist nun das „Erdmobil“? Es ist so etwas wie eine Art Ausstellung über umwelt- und sozialpolitische Themen auf Rädern. In einem knapp 6 m² großen PKW-Anhänger sind neben Videorecorder, PC, Fernseher, Mikroskop nebst Kamera, auch das oben erwähnte Fahrrad, das Modell einer Pflanzenkläranlage, Terrarien mit Pflanzen aus dem bolivianischen Nebelwald und jeder Menge Infomaterial auch Kaffee, Tee und andere Artikel aus dem fairen Handel untergebracht. Während PC und Fernseher fest installiert sind, können alle anderen Materialien vor Ort herausgeholt und draussen aufgebaut werden. Mieten kann das „Erdmobil“ jede an Umweltbildung interessierte Gruppe, besonders im Blick haben die Initiatoren aber die jungen Menschen in Kindergärten, Jugendgruppen und Schulen. „Interessant ist das Erdmobil vor allem im Rahmen des Physik-, Biologie- und des Religionsunterrichtes", ist sich Lehrer Thomas Henrich sicher, der das Mobil nicht nur betreut und von Ort zu Ort fährt, sondern es auch eingerichtet hat. Finanzielle Unterstützung bekamen Henrich und seine Mitstreiter sowohl von kirchlicher Seite als auch von der LZU und Spenden sind jederzeit willkommen - damit möglichst viele Menschen „be-greifen“ können, was es mit der Agenda 21 auf sich hat. Hier wie in Bolivien.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an:
 
 
Projektträger:
Wappen
Freundeskreis Kunan Mink`a, ev. Verbandspfarrei Obermoschel
Kirchgasse 3
67822 Finkenbach
Telefon: 06362/8327
E-Mail: freundeskreis@t-online.de
URL: http://www.erdmobil.de

Ansprechpartner:
Dr. Thomas Henrich
Projektleiter
Kirchgasse 3 Finkenbach
Telefon: 06362/8327