Projekt: Hier schmeckt die Heimat so richtig gut


Über den Tellerrand hinausschauen, vernetzt denken - darauf setzt im Landkreis Mayen-Koblenz seit drei Jahren das Projekt "Integrierte Umweltberatung" (IUB). Mit großem Erfolg - für die Gemeinden wie für die Umwelt.

Koblenz

Hier schmeckt die Heimat so richtig gut


„Viele Köche verderben den Brei!“ – oft genug hat sich diese Binsenweisheit bewahrheitet und oft genug ist sie immer noch Argument gegen Zusammen- und Teamarbeit. Dass es aber auch bestens anders geht, zeigt die „Integrierte Umweltberatung des Landeskreises Mayen-Koblenz“, kurz IUB. Mehr als 150 Teilnehmer der verschiedensten Gruppen aus mehr als 20 Kommunen des Landkreises arbeiten an selbst erarbeiteten Agenda 21–Fragestellungen, ziehen an einem Strang auf der Suche nach Fortschritten im Umweltschutz, bei der Verbesserung der Energiebilanzen, im Bereich ökologisches und energiebewußtes Bauen, naturnaher Spielplätze oder auch wenn es darum geht, was in der „Heimat schmeckt“. Und obwohl erst 1997 als Modellprojekt des Bundes mit wissenschaftlicher Betreuung durch die Uni Paderborn gestartet, ist die IUB längst aus den Kinderschuhen heraus...


Einer der wesentlichen Schwerpunkte der Arbeit ist der „Energie und Klimaschutz“, hier konnten bereits „Erfolge“ verbucht werden. So hat das Finanzministerium Fördermittel für das Projekt „Bauen für die Zukunft – Energiesparendes Bauen“ bewilligt, das Budget für die Jahre 2001 - 2003 beträgt inkl. der Eigenmittel knappe 100 000,- € . Eine sog. Steuerungsgruppe, in der neben Vertretern der Kommunen des Landkreises auch Mitarbeiter der Handwerkskammer Koblenz, der bimsbaustoffproduzierenden Industrie, der Verbraucherzentrale sowie der Architekten- und Umweltverbände zu finden sind, plant und führt Veranstaltungen für alle die durch, die mit Bauen zu tun haben: Bauherren, Handwerker, Architekten und Kommunen. Die großen Teilnehmerzahlen dieser z.T. mit Exkursionen verbundenen Vorträge oder Seminare zu Themen wie „Passiv- und Energiesparhäuser“, „Heimische Energiequelle Holz“ oder auch „Rechtliche Aspekte des energieoptimierten Bauens“ zeigen, dass die IUB ihre Ziele nicht zu hoch angesetzt hat. Vernetzung ist hier eines der Zauberworte: alle Akteure im Baubereich sollen künftig ökologisch orientiert planen und bauen, „Energie sparen“ soll Prämisse aller Aktivitäten sein. Das beinhaltet auch die Förderung innovativer Techniken und Materialien in heimischen Betrieben, die dadurch nachhaltig konkurrenzfähig sind. Ebenso erfolgreich ist die Energieberatung für Bauherren, 25 Kommunen des Landkreises beteiligen sich an dem Projekt. Zudem sitzen die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz und die ortsansässige Bimsindustrie mit im Boot - die Kosten für die Einzelberatung von Bauherren verteilen sich so auf mehrere Schultern. Und selbstverständlich hat die IUB auch im Bereich „energetische Altbausanierung“ mit dem „Wärmepass“ ein entsprechendes Instrument initiiert. Dieser wurde gemeinsam mit der Stadt Koblenz entwickelt, die vom Kreistag zur Verfügung gestellten Mittel flossen seit Januar 2002 in die Erstellung von 30 kostenlosen Wärmepässen sowie Informationsmaterial. Die Wärmepässe waren in kürzester Zeit an Antragsteller aus allen Teilen des Landkreises vergeben.Interessierte Hausbesitzer müssen für den begehrten Pass jetzt bezahlen, sie können sich aber zunächst umfassend anhand einer Broschüre zum Thema energiesparendes Sanieren über entsprechende Maßnahmen informieren.

Ein großes Kapital des Landkreises MYK ist die Landschaft, mit dem zweiten großen Themenschwerpunkt „Ökologische Landschaftsentwicklung“ trägt die IUB dem Rechnung. „Naturnahe Spielmöglichkeiten“ heißt hier eines der Zauberworte und es beschränkt sich nicht nur auf den Freizeitbereich: Kindergarten- und Schulaussengelände wurden bewußt mit einbezogen. Mehr als 120 Interessierte aus dem Schul- und Kindergartenbereich des gesamten Landkreises nahmen an einer entsprechenden Informationsveranstaltung teil, verschiedene Kommunen zeigten darüberhinaus die Wanderausstellung „Natur-Spiel-Räume“.

Ganz konkret und für jeden Bewohner des Landkreises erfahrbar wird die Arbeit der IUB, wenn es darum geht, dass „Heimat schmeckt“. In dieser AG arbeiten inzwischen mehr als drei Dutzend landwirtschaftliche und gastronomische Betriebe zusammen, die ihre verschiedensten Produkte direkt vermarkten. Transparenz, z.B.bezüglich Düngung oder Futter-mittel, ist hier oberstes Prinzip und eine stetig wachsende Zahl von Kunden weiss das zu schätzen. Und weil probieren über studieren geht, sind die Mitglieder von „Heimat schmeckt“- inzwischen mit sogar mit eigenem Logo - auf Märkten im Kreis vertreten oder haben schon das ein oder andere Büffet gestaltet. Im Vulkanpark-Infozentrum in Saffig sollen künftig „Heimat schmeckt“-Produkte verkauft werden. Auch eine Broschüre steht kurz vor ihrem Erscheinen.

Damit auch unseren Enkeln ihre Heimat noch schmecken kann, muss weiterhin Landwirtschaft möglich und Landschaft erhalten bleiben. Die landschaftstypischen Eigenarten des Landkreises, Fauna und Flora müssen den ihnen gebührenden Platz behalten. Um dies zu gewährleisten hat die IUB einen sog. „Ausgleichspool“ ins Leben gerufen, der die Chancen, die bei jeder Bebauung gesetztlich vorgeschriebenen Ausgleichsmaßnahmen intensiver als bisher zu nutzen, z.B. bei der Planung vernetzter Biotopsysteme und der Landschaftsplanung. Neben Vertretern der Kommunen sind in dieser Arbeitsgruppe Mitarbeiter der Kreisverwaltung und der IUB vertreten. An die Stelle von Einzelaktionen ist im Landkreis Mayen-Koblenz ein vernetztes Denken und Handeln getreten – die Umwelt und unsere Enkel werden das zu schätzen wissen.

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