Projekt: Wenn viele kleine Leute viele kleine Schritte tun


Umweltthemen stehen in den meisten Kindergärten schon lange auf der Tagesordnung. Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit im Sinne der Agenda 21 haben die 10 Kindergärten der VG Herrstein ein Projekt besonderer Art gestartet und ein Jahr intensiv zu den verschiedensten Themenbereichen gearbeitet.

Herrstein

Wenn viele kleine Leute viele kleine Schritte tun


Nachhaltigkeit – ist einer der zentralen Begriffe, wenn es um die Agenda 21 oder die Lokale Agenda geht. Dinge, die heute getan werden müssen, so tun, dass sie auch für unsere Enkelkinder noch Gültigkeit haben, all unser Handeln auf seine Wirkungen und Auswirkungen auf kommende Generationen und die Welt nach uns abklopfen. Man kann nicht früh genug damit anfangen, sich nachhaltig mit unserer Umwelt – ökologisch oder sozial – auseinanderzusetzen.Das hat sich wohl auch der zuständige Beigeordnete der Verbandsgemeinde Herrstein für Kindergärten, Schulen und Sport gedacht, als er 1999 gemeinsam mit den Leiterinnen der 10 Kindertagesstätten in der VG das gemeinsame Projekt „Lokale Agenda 21 im Kindergarten“ auf den Weg brachte. Jede Kindertagesstätte konnte sich ihr Thema aussuchen und es dann ein Kindergartenjahr lang „bearbeiten“ – die abschließenden Dokumentation zeigt die Vielfalt der Themenbereiche und deren kreative Umsetzung.

Umweltthemen haben schon lange Einzug in die pädagogischen Programme der Kindergärten gehalten. Und wo viele verschiedene Menschen – und seien es auch ganz kleine – zusammen einen Großteil des Tages verbringen, miteinander „arbeiten“ und voneinander lernen, stehen auch soziale Themen immer auf der Tagesordnung. Neu war bei der Arbeit unter dem Gesichtspunkt „Lokale Agenda“ damit eigentlich „nur“ der Aspekt der Nachhaltigkeit.
Besonders anschaulich konnten und können die Herborner Kinder das bei der Beschäftigung mit dem „Wald“ erfahren. Zunächst galt es, den Wald mit allen Sinnen als Erlebnisraum zu entdecken und Zusammenhänge zu begreifen. Besondere Bedeutung kam hier auch dem Waldrand zu, ein bestimmtes Waldstück in der Nähe des Kindergartens wurde und wird bearbeitet – die Kinder haben hierfür eine Patenschaft übernommen. Das alles geht nicht ohne fachliche Anleitung und auch die Eltern sollen und müssen immer mit einbezogen werden. Ziel ist es, dass die Kinder ein Gespür für die Bedeutung dieses Lebensraumes für die Menschen entwickeln und erkennen, dass es sich lohnt, die Erde zu schützen und zu bewahren.


Wie und ob das in anderen Kulturen und Kontinenten geschieht, erarbeiteten die Mittelreidenbacher Kinder mit ihren Erzieherinnen. „Die Welt, in der wir leben“ stand im Interesse der Arbeit, die Indianer und deren behutsamer Umgang mit der Natur wurden mit dem eigenen Verhalten verglichen: „Wir gehen ab jetzt zu Fuß in den Kindergarten – Mamas Auto bleibt zu Hause. Wir bauen unsere Nahrung selber an“. Auch in Niederwörresbach waren die Kinder „der Natur auf der Spur“, sie haben Gartenarbeiten, Früchte, Beeren und deren Verarbeitung kennengelernt, Naturvorgänge und deren Einfluß auf das Wachstum der Pflanzen „erfahren“. Das Leben in und an zwei Biotopen inklusive Froschlaich wurde mit Lupe und Mikroskop untersucht und mit den Eltern eine Kläranlage besichtigt.
Der Natur auf ganz andere Art hat man sich in Sensweiler genähert: über die „Stille“. Sehen, Riechen und Fühlen neu erleben, Gehör und Tastsinn schärfen und so ein Bewußtsein für das Wesentliche entwickeln, auch sich selbst entdecken. „Naturerleben ist das beste Stillegeschenk ... Natur kann Körper, Geist und Seele heilen“, sind sich die Erzieherinnen einig. Dass sich über das Arbeiten in und mit der Natur auch „Jung und Alt“ nahe kommen können, haben die Menschen in Bergen gezeigt. Da haben die Senioren einen Weidentunnel im Kindergarten gepflanzt und die Kinder einen Apfelkuchen gebacken, haben sich mehrere Generationen beim Theaterspiel vergnügt – in eine Vielzahl von Projekten sind so die „erziehungsberechtigen“ Groß- und Urgroßeltern eingebunden. In Kirschweiler haben die Großmütter mit ihren Enkelkindern Pflaumenmus gekocht, die Kinder wiederum waren mit Laternen- und Adventsliedern im Altenheim zu Gast. Die Eigeninitiative der Kinder stärken, Verantwortung für das eigenen Handeln übernehmen war auch Ziel der Arbeit im Kindergarten Fischbach. „Alles haben wollen und nie genug bekommen“ – in Punkto Spielzeug stehen die Kleinen den Großen in nichts nach. Hier konnten die Kinder erfahren, dass weniger meistens mehr ist und auch einfachste Materialien aus der Natur einen hohen „Spielwert“ haben.
Auch der Bauernhof hat selbst für Dorfkinder nichts von seiner Faszination verloren. Die verschiedensten Höfe der Umgebung mit ihren Tieren, dem ökologische Anbau von Gemüse und Obst, eine Mosterei, Imkerei und eine Mühle haben Herrsteiner Kinder unter die Lupe genommen und das Erlebte - wo möglich - in den Alltag mit einbezogen. Wasser ist Leben. Deshalb müssen wir sorgsam damit umgehen. Das haben die Kinder in Kempfeld und Sien auch ihren Eltern beigebracht und damit in ihrer kleinen Welt ein Stück nachhaltigen Umweltschutz geleistet. Ganz im Sinne des Beigeordneten der Verbandsgemeinde: „Viele kleine Leute, die viele kleine Dinge tun, werden das Gesicht der Welt verändern“.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an:
 
 
Projektträger:
Wappen
Verbandsgemeinde Herrstein
Brühlstraße 16
55756 Herrstein
Telefon: 06785/790
Telefax: 06785/79120
E-Mail: vg-herrstein@t-online.de

Ansprechpartner:
Karl-Heinz Schneider
1. Beigeordneter (Kindergarten/Schule/Sport)
Brühlstr. 16 Herrstein
Telefon: 06785/79352
Telefax: 06785/70120
E-Mail: vg-herrstein@t-online.de