Projekt: Die Agenda auf den "Weg" gebracht


Schon seit einigen Jahren wird in Göllheim an der Umsetzung von Agenda 21-Zielen gearbeitet. Um den Agenda-Gedanken einer großen Öffentlichkeit erfahrbar zu machen, wurde im Sommer 2000 ein Lehrpfad eingeweiht, der die wirtschaftliche, ökologische und soziale Ortsentwicklung im Hinblick auf ihre Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit aufzeigt.

Göllheim

Die Agenda auf den „Weg“ gebracht
Wege – sie begleiten uns ein Leben lang. Mehr oder weniger bewußt nehmen wir dabei wahr, ob sie breit oder schmal, leise oder laut, ob sie einsam oder belebt sind. Häufig könnten wir dabei etwas lernen, wenn wir nur genau hinschauen oder –hören würden. Hilfreich sind hier Führer, die ob in gedruckter Form oder in Natura auf Sehens- und Wissenswertes hinweisen – wie dies in vielen Orten überall auf der Welt täglich geschieht. Da kann man, auch in Rheinland-Pfalz, auf den Spuren von Römern und Germanen wandeln oder Leben und Arbeit der bäuerlichen Bevölkerung durch die Jahrhunderte begleiten. Oder man begibt sich, wie im pfälzischen Göllheim, auf einen bisher einmaligen Agenda-Weg. Der lenkt die Schritte und Aufmerksamkeit seiner Besucher weniger zu historischen Stätten als vielmehr auf das Zusammenspiel sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Faktoren der Ortsentwicklung von Göllheim.

Nicht, daß es in dem 4000 Einwohner starken Ort keine historisch interessanten Menschen und Bauten gäbe. So geht der Ortsname auf den Franken Gilo zurück, der hier um das 5. Jahrhundert seine Äcker bestellte, in den umgebenden Wäldern jagte und sein Vieh hier weidete. Der um 1450 erbaute Ulrichsturm am nördlichen Ortsrand ist einziges Zeugnis der mittelalterlichen Ortsbefestigung, an den vielen giebel- und traufständigen Fachwerkhäusern aus dem 18.und 19. Jh. weisen die hohen Einfahrtstore zur Straße auf das ackerbürgerliche Leben ihrer einstigen Bewohner hin.

Dies alles, aber noch viel anderes mehr, haben 25 Schüler eines Erdkunde-Leistungskurses 11 (Wilhelm-Erb-Gymnasium Winnweiler) auf ihre Agenda-Tauglichkeit abgeklopft und daraus schließlich das Konzept eines Agenda-Lehrpfades entwickelt. Sie stießen mit ihren Ideen bei Experten und Verantwortlichen aus Verwaltung, Industrie und Forst auf offene Ohren, im Mai 2000 schließlich konnte der Lehrpfad eingeweiht werden. Von Anfang an mit einbezogen waren auch die beiden Göllheimer Schulen, an denen schon seit Jahren z.B. im Energiebereich Agenda-Vorgaben umgesetzt werden. Überhaupt sind in der Göllheimer Kommunalpolitik die Begriffe Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit keine leeren Worthülsen, sondern Grundlage für viele Entscheidungen.

Dazu gehört auch, daß der neue „alte“ Dorfplatz vor dem Rathaus von 1786 wieder zum Lebensmittelpunkt der Göllheimer geworden ist (auch dank einer „sanften“ Sanierung des Ortskerns). Mitten im Ort angesiedelt ist auch das Projekt „Betreutes Wohnen im Alter“ - die betagten Mitbürger werden nicht ausgegrenzt, sie leben da, wo Leben stattfindet und Menschen sich begegnen. Das soll noch verstärkt werden durch das neue Bürgerhaus, das gegenüber der Wohnanlage entsteht. Hier, wie bei allen anderen Entscheidungen ist dem Rat wichtig, daß der Ort trotz der vielfältigen Funktionen für das Umland, trotz Industrie und Gewerbe, seinen dörflichen Charakter nicht verliert. Diese Projekte finden sich unter dem Aspekt „Gesellschaft- Soziale Umwelt“ auf dem Agenda-Lehrpfad wieder, weitere Punkte dieses Bereichs sind die Jüdische Ortsgeschichte und die „Mauer der Begegnung“ – ein Kunstwerk zum Anfassen.

Umrahmt ist der zentrale Aspekt des Pfades durch die Aspekte „Natur und Landschaft I /II – Sozioökologische Umwelt I/II“. Er beginnt mit dem Blick auf die wirtschaftliche Ortsentwicklung: seine naturräumliche Lage, seine Besiedlung, die Nutzung der Kalkvorkommen bzw. die Renaturierung ehemaliger Steinbruchflächen. Am Ende des Weges steht die ökologische Entwicklung des Ortes im Vordergrund, mit seiner Grünachse, den Streuobstwiesen und den beiden Schulen. Auf zwölf großen Tafeln haben die Schüler die einzelnen Stationen und den jeweiligen Agenda-Bezug ansprechend erklärt, Zeichnungen eines Künstlers geben den Tafeln eine besondere Note.

„...Informierung und Mobilisierung der Öffentlichkeit und ... Sensibilisierung für eine nachhaltige umweltverträglich Entwicklung“, lautet ein Ziel in Kapitel 28 der „Agenda 21“. In Göllheim ist man mit dem Lehr(reichen)-Pfad ein gutes Stück auf diesem Weg vorangekommen.

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Bürgermeister
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