Projekt: Zum Waldgenuß im Wanderbus


Regelmäßig sind am Wochenende Tausende von Erholungssuchenden mit dem Auto unterwegs in den Pfälzer Wald - Abgase und Lärm eingeschlossen. Besonders tangiert ist die Stadt Edenkoben, das Tor zum Wald. Engagierte Bürger setzen sich hier seit Jahren für einen sanften, umweltverträglichen Tourismus ein.

Edenkoben

Zum Waldgenuß im Wanderbus


Der Pfälzer Wald: Klare und würzige Luft, sonnenbeschienene Höhen, schattige Täler, saubere Bäche mit eiskaltem, glasklarem Quellwasser, Wege unter grünem Blätterdach, auf denen man kilometerweit wandern und dabei den Geräuschen des Waldes auf die Spur kommen kann. Oder besser könnte, denn da gibt es vor allem an den Wochenende ein beständiges Motorenrauschen z.B. im Edenkobener Tal, das als Tor zum Pfälzer Wald gilt. Bis zu 100 000 Autos sind in Spitzenzeiten dann samstags und sonntags unterwegs in den Wald, gefüllt mit gestressten Städtern aus der näheren und ferneren Umgebung, die hier Ruhe und Erholung suchen - und dafür kilometerlange Staus und lange Parkplatzsuche auf sich nehmen. Was das für die Gemeinden entlang der Bundesstraßen und hier vor allem Edenkoben und letztendlich auch für das Biosphärenreservat Pfälzer Wald bedeutet, ist leicht vorstellbar. Daß hier etwas passieren muß, war vielen "Einheimischen" schon lange klar und so gründeten sie bereits 1994 die Initiative Verkehrsberuhigung im Edenkobener Tal (IVET) e.V..

Seitdem setzen sie sich `Zum Wohl der Pfalz` vehement für einen sanften autofreien Tourismus und damit zwangsläufig den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ein: mit mehr Komfort in Bus und Bahn, einer Verdichtung der Taktfrequenz und besserer Fahrplankoordinierung. Und das nicht nur theoretisch, sondern auch ganz praktisch: So gab es erstmals im September 1995 ein ´Autofreies Edenkobener Tal`. Auf fünf großen Parkplätzen in Edenkoben war Endstation für die Privat-Pkw, ab Bahnhof standen Wanderbusse bereit, die im 20-Minuten-Takt Richtung Wald abfuhren. Wer wollte, konnte Quer-Wald-ein (nach Markierungen des Pfälzerwaldvereins) wandern – und sich anschließend an jedem Ziel entlang der Buslinie vom Bus wieder zurück fahren lassen. Daneben gab es geführte Wanderungen, ein Kinderfest, den Edenkobener Spezialitätenmarkt und ein Schoppenbähnel – und alles ganz streßfrei. Eingebunden in die Aktionen war und ist auch die Deutsche Bundesbahn, die schon seit mehr als 150 Jahren Edenkoben und den Pfälzer Wald mit dem Rest der Welt verbindet.

Um einen noch größeren Kreis von Pfälzerwald- und Naturfreunden mit ihren Vorstellungen und Zielen vertraut zu machen, hat die Initiative im vergangenen Jahr erstmals ein mehrwöchiges Aktionsprogramm, die ´1. Edenkobener Natur-Erlebnistage (E-NET)` auf die Beine gestellt. Sie haben im August/September 2000 ihre Fortsetzung gefunden und auch in diesem Jahr die Einzigartigkeit des Biospährenreservats Naturpark Pfälzerwald bewußt gemacht: Nötig sind Schutz und Erhalt aber auch Entwicklung der Region unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit, damit sowohl der Naherholungsraum als auch die Lebensgrundlage der hier lebenden Menschen gesichert ist.

Vernetzung ist das Zauberwort, das sich auch in der Abkürzung E-NET verbirgt: möglichst viele verschiedene Angebote von vielen verschiedenen Gruppen mit den unterschiedlichsten Schwerpunkten sollen ein großes Ganzes ergeben. Das Programm trug dem Rechnung, es bot Naturerlebnisse für alle Sinne – von der Bioweinprobe zum Wildholz-Schnupperkurs, von den Malerferien zur Kutschfahrt, von der musikalischen Installation ´Der Waldschrat` zur Kräutertour und natürlich einem großen Biosphärenmarkt. Um auch die zuständigen Politiker zu sensibilisieren, gab es zum Auftakt ein ganztägiges Seminar: `Lokale Agenda 21 - Sanfter Tourismus in einer zukunftsfähigen Ferienregion`. Zum Wohl der Pfalz.

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Projektträger:
Wappen
Initiative Verkehrsberuhigung im Edenkobener Tal ( IVET)
Gustav-Froelich-Straße 8
67480 Edenkoben
Telefon: 06323/6088

Ansprechpartner:
Lutz Schoenherr

Gustav-Froelich-Straße 8 Edenkoben
Telefon: 06323/6088