Projekt: Kaffee genießen zu fairen Preisen


Im August brachte die Stadt Mainz gemeinsam mit dem "Eine Welt Laden Unterwegs" und dem "Forum Umwelt und Entwicklung" einen Agenda-Kaffee auf den Markt - mit garantiert guter Verträglichkeit für Anbieter (Bauern in Mexiko)und Konsumenten.

Mainz

Kaffee genießen zu fairen Preisen


„C a f f e e – trink nicht soviel Kaffee“ – warnt ein alter Kanontext. Daran gehalten hat sich bis heute niemand, im Gegenteil, jedes Jahr verkosten die Bundesbürger mehr Kaffee. So hat im vergangenen Jahr statitisch auch jeder Rheinland-Pfälzer über 15 Jahren täglich etwa vier Tassen Kaffee getrunken – das summiert sich im Jahr auf stolze 160 Liter. Der Kaffeemarkt ist dementsprechend groß und hart umkämpft, wovon Otto Normalverbraucher in der Regel jedoch nur dann etwas mitbekommt, wenn die Preise steigen oder fallen: so mußte er Ende 1999 für das Pfund Kaffee mit 6,97 DM etwa 1 Mark weniger als noch zu Beginn des Jahres zahlen. Doch während ihm der Kaffee beim Frühstück gleich noch mal so gut schmeckt, haben die Pflücker auf den Kaffeeplantagen und die Kleinbauern in den Ursprungsländern das Nachsehen.

Damit der Kaffeegenuß für Verbraucher und Erzeuger gleichermaßen "bekömmlich“ ist, versuchen privatwirtschaftliche Initiativen schon seit Jahren, diesen Mißstand zu beseitigen und einen „fairen“ Handel durchzusetzen. Doch während der sogenannte „TransFair-Kaffee“ bislang eher nur den Alternativ- und Bioladen-Besuchern oder den Kirchgängern bekannt war, wurde in Mainz im Rahmen „Lokale Agenda 21“ eine Großoffensive gestartet. Gemeinsam mit dem „Eine Welt Laden Unterwegs“ und dem „Forum Umwelt und Entwicklung“ brachte die Stadt einen Agenda-Kaffee auf den Markt. (Gemeinsam heißt in diesem Fall: Der Arbeitskreis Nord-Süd schuf die Kontakte zum Dachverband im Ursprungsland, die Stadt übernahm die Finanzierung der Labels und die Öffentlichkeitsarbeit und der Eine Welt Laden kauft(e) den Kaffee ein.)

Angebaut wird der sortenreine Hochland-Arabica in den Hanglagen von Chiapas in Mexiko, 1500 Kleinbauern sorgen durch intensive Pflege nach ökologischen Richtlinien für eine gleichbleibend hohe Qualität. Vermarktet wird der Kaffee durch den Dachverband „Indigenas de la Sierra Madre de Motozintla“ (ISMAM), in dem die Bauern organisiert sind. Der Verband bezahlt seinen Mitgliedern dabei nicht nur existenzsichernde Preise, sondern berät sie auch bezüglich des Anbaus zur Selbstversorgung. Faire Preise zahlt selbstverständlich auch der Direktimporteur „dritte-welt partner“, dazu kommen Bio- und Entwicklungsaufchläge, die wiederum den Bauern zugute kommen und ebenfalls ihre soziale und wirtschaftliche Situation verbessern. Finanzierungsmodelle lassen sich übrigens mit dem Dachverband absprechen.

Bevor in Mainz jedoch die erste Tasse Agenda-Kaffee genossen werden durfte, waren alle Bürger über die örtlichen Medien aufgerufen, demselben einen Namen zu geben. Der sollte in erster Linie einen deutlichen Bezug zu Mainz haben. Als Preis war ein Präsentkorb ausgelobt. Was lag näher als der Name, der das Rennen gemacht hat: „CAFE Mayence“. Den gibt´s seit August als naturmild, entcoffeiniert oder Espresso. Zehn Läden in der Stadt vertreiben den Agenda-Kaffee, das Pfund kostet um die vierzehn Mark.

„Ein stolzer Preis“, kommentierte eine Besucherin des Agenda-Tages im August auf dem Mainzer Marktplatz, bei dem der Kaffee offiziell eingeführt wurde. Freundlich, aber bestimmt wurde sie korrigiert: „Es ist ein fairer Preis“.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an:
 
 
Projektträger:
Wappen
Stadt Mainz
Zitadelle, Bau E
55028 Mainz
Telefon: 06131/123730
E-Mail: agenda 21@stadt.mainz.de

Ansprechpartner:
Dr. Sabine Gresch
Agenda Koordinatorin
Zitadelle, Bau E Mainz
Telefon: 06131/123730
E-Mail: agenda 21@stadt.mainz.de