Projekt: Sauberer Strom


Im Mai 1999 wurde mitten in der Neuwieder City eine Energiezentrale in Betrieb genommen, in der zwei Blockheizkraftwerke mehrere öffentliche Gebäude mit Strom, Wärme und Kälte versorgen. Insgesamt sind in Neuwied damit fast ein Dutzend BHKW für die Umwelt und sauberen Strom im Einsatz.

Neuwied

"Sauberer" Strom für eine saubere Umwelt


In ganz Rheinland-Pfalz herrscht die RWE. In ganz Rheinland-Pfalz? Nein, ein paar kleine weiße Flecken lassen erkennen, daß dort der großen Stromstreitmacht getrotzt wird. Auch und vielleicht gerade gegenüber dem AKW Mühlheim-Kärlich, natürlich begrenzt vom alten Vater Rhein, findet sich so ein weißer Fleck. Ganz unbeirrt setzen sich die Verantwortlichen in Neuwied für eigenen, "sauberen" Strom ein und das schon seit vielen Jahren. Heute werden insgesamt 20 Millionen kwh Strom produziert, immerhin 10 Prozent der in Stadt und Kreis benötigten Energie, dazu kommen 35 Millionen kwh Wärme und 800 000 kwh Kälte.

Die Arbeit besorgen mehrere Blockheizkraftwerke, ein richtiges Energiebündel ist dabei das im Mai 1999 in Betrieb genommene BKHW auf dem ehemaligen Schlachthofgelände mitten in der City. Damit es im DRK-Krankenhaus, zwei Schulen nebst Turnhallen, der VHS, der Sparkasse und dem Rathaus (geplant ist auch der Anschluß von zwei großen Schulen) immer warm ist, arbeiten in dieser Nahwärmeinsel zwei Module mit je 922 Kw elektrischer Leistung und zwei Kessel mit je 7000 kwh auf Hochtouren. Und eine indirekt beheizte Absorptionskältemaschine mit 420 kw Leistung versorgt in Krankenhaus und Sparkasse die Klimaanlagen mit Kälte. Natürlich umweltfreundlich, denn dank modernster Technik wird die Luft mit etwa 6900 Tonnen Kohlendioxid im Jahr weniger belastet.

Die Stadtwerke Neuwied SWN haben mit der Errichtung dieses multifunktionalen Kraftwerkes Vorbildfunktion, denn eine derartige Anlage dürfte sowohl im Hinblick auf Leistung als auch die technische Ausrüstung einmalig in der BRD sein. Für die Verantwortlichen jedoch war dies nur die konsequente Weiterführung dessen, was schon 1989 mit dem Bau des ersten BHKW begann: Ziel war und ist eine möglichst weitgehende Eigenenergie-Versorgung. So wurden in den vergangenen 11 Jahren fast ein Dutzend BHKW der unterschiedlichsten Größe in Betrieb genommen, darunter auch ein Kraftwerk, das in einer Gasübernahmestation der Erdgasvorwärmung dient. Darüberhinaus denken die SWN ständig über neue Einsatzgebiete für BHKW-Anlagen nach – sowohl im industriellen, wie auch im privaten und kommunalen Bereich.

Seit der Liberalisierung des Strommarktes dürfen die Stadtwerke auch für den Kauf ihres "Umwelt-Stroms" werben: der ist frei von nuklearen Risiken und hat einen deutlich geringeren CO 2-Ausstoß als der deutsche Durchschnittsstrom. Dieser "saubere" Strom ist für den Verbraucher zwar ein wenig teurer, doch ist so schon jetzt ein ganz persönlicher Atomenergieausstieg möglich.

Daß den SWN die Umwelt nicht nur bei der Erzeugung von Strom, Wärme und Kälte wichtig ist, liegt in Neuwied richtiggehend in der Luft. Da "duftet" es häufig nach Bratwürstchen und Pommes und zwar immer dann, wenn einer der städtischen Busse vorbeifährt: die tanken nämlich Bio-Diesel.

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