Projekt: Trierer Energie Touren


Seit einem Jahr bietet die Abteilung Umweltberatung der Stadt Trier zukünftigen Bauherren und anderen Interessierten einen besonderen Service: einmal im Monat können Objekte besichtigt werden, die vor allem unter energetischen und ökologischen Gesichtspunkten interessant sind.

Trier

Vor dem Bauen erst mal schauen


Daß einer wichtigen Entscheidung immer eine umfassende Informationsphase vorausgeht ist nichts Neues. Und es gibt wenige Dinge, die das Leben von Otto Normalverbraucher so sehr bewegen, wie die meist einmalige Entscheidung, ein eigenes Haus zu bauen. Keller oder nicht, massiv gebaut oder Fertighaus, mit Eigenleistung oder schlüsselfertig – entsprechende Broschüren und Informationsschriften stapeln sich schnell meterhoch. Ökologische Baustoffe und sog. Niedrigenergiehäuser machen dabei in den vergangenen Jahren vermehrt von sich reden. Doch auch wenn sich auf dem Papier vieles gut liest – eine Entscheidung für eine solche energiesparende, ökologische und gesunde Bauweise fällt leichter, wenn man sie in Augenschein nehmen und mit allen Sinnen erfahren kann. Um künftigen Bauherren, aber auch Architekten, Handwerkern und Kommunalpolitikern dies zu ermöglichen, hat die Stadt Trier im vergangenen Jahr das Projekt "Trierer Energie Touren" (TET) gestartet.

Gegen 10 Uhr an jeweils einem Samstag pro Monat, machen sich der Trierer Umweltberater und seine Mitarbeiterin mit einer etwa 30köpfigen Gruppe (maximale Teilnehmerzahl) per Bus auf den Weg. Mit an Bord sind häufig auch Experten (Handwerker/Architekten), die Fragen beantworten können. Ziel der Fahrten sind Objekte, z.T. im Bau befindlich z.T. aber auch schon fertig und bewohnt, die baubiologisch, ökologisch und energetisch besonders interessant sind. So z.B. ein 1,5 Liter-Haus in Hermeskeil, das allein schon durch seine besondere Architektur – es handelt sich um einen nach Süd/Südwesten ausgerichteten 2-geschossigen Viertelkreis mit ca. 180 Quadratmeter Wohnfläche - auf sich aufmerksam macht. Bei dem Konzept für dieses Haus wurden nicht nur bei den Dämmstoffen neue Wege beschritten, sondern auch auf eine Kombination aus Wärme-Erzeugungs- und Lüftungs-Anlage mit gleichzeitiger Wärmerückgewinnung gesetzt bei Nutzung der Sonnenenergie - die Heizkosten liegen so unter 100 DM/Jahr. Ein solches Passivhaus, aber auch andere angefahrene Niedrigenergiehäuser, sind dabei immer nur so gut wie ihre Luftdichtigkeit. Um diese von Anfang an effektiv überprüfen zu können, wurde ein sog. Blower-Door-Test entwickelt, der im Rahmen der Touren ebenfalls vorgeführt und erläutert wird.

Interessant sind alle gezeigten Objekte, ob es sich um Holzskelettbauten mit großen Südfenstern oder ein Bio-Solar-Haus handelt, ob mit Holz geheizt wird oder es um eine vom Bauherren eigenhändig verlegte Wandheizung geht. Doch nicht nur Häuslebauer, auch diejenigen, die umbauen wollen, sich für gesunde Baustoffen interessieren oder "nur" ihren Außenbereich z.B in einen Naturgarten umgestalten wollen, kommen auf ihre Kosten. Und selbst für Kommunalpolitiker oder Energieversorger gibt es bei der sog. "Kommunaltour", bei der Energiesparkonzepte für Sporthallen, Schulen oder kommunale Gebäude vorgestellt werden, viel zu lernen. Diese ganztägige überregionale Tour wird jedoch nur bei besonderem Bedarf angeboten, wie auch die anderen Touren nur durchgeführt werden, wenn sich genügend Teilnehmer angemeldet haben.

Ausgefallen ist seit der ersten Tour im März 1999 jedoch noch keine der Halb- oder Ganztagsfahrten, die je nach Inhalt (9 verschiedene Tour-Pakete werden angeboten) zwischen 25 und 50 DM pro Teilnehmer kosten. Wann und wohin es geht, wird rechtzeitig in der örtlichen Presse bekannt gemacht, alles weitere regelt das Trierer Umweltbüro.

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Projektträger:
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Am Augustinerhof
54290 Trier
Telefon: 0651/718-4120 u. 21
Telefax: 0651/7184128
E-Mail: umweltberatung@trier.de

Ansprechpartner:
Birgit Hegener
Umweltberatung und -koordination
Am Augustinerhof Trier
Telefon: 0651/718-4121
Telefax: 0651/718-4128
E-Mail: umweltberatung@trier.de