Projekt: Grenzüberschreitende Bauernmärkte


Sechs Mal finden im Jahr 2000 in Orten an der deutsch-französischen Grenze kleine aber feine Bauernmärkte statt, auf denen Produkte der Region von den Erzeugern direkt an Mann und Frau gebracht werden.

Lambrecht/Pfalz

Vom Wildschweinschinken und einer (fast) heilen Um-Welt


Duftendes Baguette, Käse und Milch von glücklichen Schafen, Ziegen und Kühen, die die meiste Zeit des Jahres auf der Weide stehen, Saft von garantiert unbehandelten Früchten, junges Gemüse und knackige Salate, Schinken aus dem Rauch, Honig und selbstgemachte Nudeln – das gibt`s heute auf vielen Wochenmärkten.Etwas Besonderes jedoch ist es schon, wenn alle diese Produkte vom Erzeuger selbst angeboten werden, diese alle aus einer einzigen Region stammen – und auf dem Markt in zwei Sprachen gehandelt und parliert wird. Für die Bauernmärkte, die vom grenzüberschreitenden Biosphärenreservat Naturpark Pfälzerwald und Parc naturel regional des Vosges du Nord organisiert werden, ist das aber eine Selbstverständlichkeit.

Gab es im Startjahr 1999 nur vier Märkte, so sind es in diesem Jahr sechs an der Zahl, die abwechselnd in deutschen und französischen Dörfern entlang der Grenze stattfinden werden. Eher klein und bescheiden präsentieren sich die Bauernmärkte mit ihren etwa 25 Teilnehmern auf den jeweiligen Dorfplätzen (16. April in Ormersviller/F, 14. Mai in Walschbronn/F, 4. Juni in Hinterweidenthal/D, 8. Oktober in Lembach/F, 29. Oktober in Eppenbrunn/D). Doch ökologisch und auch sonst vom Feinsten ist das Angebot – wo sonst erfährt der Käufer, wo das Obst angebaut und wer daraus die köstliche Marmelade gekocht hat. Wer außer dem Bauern selbst weiß, wie er sein Gemüse und die Kräuter zieht, welches Gras die Ziegen fressen, die die Milch für den milden Ziegengouda liefern. Handwerker lassen sich da über die Schulter schauen, und wo sonst läßt sich bei Live-Musik ein Stück Pfälzer Wildschweinschinken mit einem guten Schluck Vin rouge verkosten. Ziegen, Schweine, Hühner und Schafe machen die Bauernhofatmosphäre perfekt.

Diesem ganz eigenen Charme der Bauernmärkte und ihrem "gesunden" Angebot verfallen zusehends mehr Menschen dies- und jenseits der Grenze. Anfahrtwege von 30 Kilometern und mehr sind nicht selten, im vergangenen Jahr kamen, genossen und kauften etwa 10 000 Besucher bei jedem Markt. Auch der erste Markt in diesem Jahr in Fischbach Anfang April war entsprechend gut besucht, die Schlangen an den einzelnen Ständen rissen während der Marktzeit zwischen 11 und 17 Uhr nicht ab.

Gefördert werden die Märkte in dieser eher strukturschwachen Region mit einer noch weitgehend intakten Umwelt von der EU. Die hier ansässigen Landwirte, die sich der "gesunden" Erzeugung ihrer Produkte verschrieben haben, sollen so gestärkt werden – die Verbraucher dafür sensibilisiert werden, daß sich der Kauf dieser Produkte lohnt, denn durch den Wegfall langer Transportwege kann dieses (fast) heile Stückchen Erde so bleiben wie es ist. Das wiederum kommt den hier lebenden und auch Erholung suchenden Menschen zugute und entspricht dem Programm eines Biosphärenreservates, zu dem der Pfälzer Wald 1992 von der UNESCO ernannt wurde: Ein harmonisches Miteinander von Mensch und Umwelt, heute und in der Zukunft.

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Projektträger:
Wappen
Biosphärenreservat Naturpark Pfälzerwald
Franz-Hartmann-Straße 9
67466 Lambrecht/Pfalz
Telefon: 06325/95520
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Ansprechpartner:
Gertraud Brückbauer
Öffentlichkeitsarbeit